Aktualisiert: 21.08.2020 - 08:57

Zukunftsmodell? Arbeitsminister Hubertus Heil kann sich Vier-Tage-Woche vorstellen

Was würden Sie wählen: mehr Zeit oder mehr Geld? Wäre eine Vier-Tage-Woche eine Option für Sie? Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich jetzt zu dem Modell geäußert.

Foto: iStock / Fokusiert

Was würden Sie wählen: mehr Zeit oder mehr Geld? Wäre eine Vier-Tage-Woche eine Option für Sie? Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich jetzt zu dem Modell geäußert.

Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Wird die Digitalisierung viele Jobs überflüssig machen? Und falls ja, könnte die Vier-Tage-Woche eine Lösung sein?

Bereits im Juli machte sich Katja Kipping, die Chefin der Linkspartei, für die Einführung der Vier-Tage-Woche stark. Sie sah die Corona-Krise als den idealen Zeitpunkt, um das Modell auszuprobieren. Von der IG Metall kamen ebenfalls Vorstöße in diese Richtung. Jetzt sagte auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, dass die Vier-Tage-Woche eine "geeignete Maßnahme" sein könne, "um gemeinsam durch die Krise zu kommen".

Das sagt Arbeitsminister Hubertus Heil zur Vier-Tage-Woche

Die IG Metall sieht sowohl die Regierung als auch die Arbeitgeber in der Verantwortung, wenn es darum geht, Arbeitsplätze trotz Corona-Krise und Strukturwandel zu halten. Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, hatte neben einer Verlängerung der Kurzarbeit auch die Einführung weiterer Modelle gefordert, um Arbeitsplätze auch während der Krise zu sichern sowie dem generellen Strukturwandel durch Digitalisierung, Energiewende und Klimawandel entgegenzuwirken. Ein solches Modell könnte laut Website der Gewerkschaft die Arbeitszeitverkürzung durch die Einführung der Vier-Tage-Woche bei teilweisem Lohnausgleich sein.

Nachdem sich die Linke ebenfalls erneut positiv zur Vier-Tage-Woche geäußert hatte, zog jetzt auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eine Reduzierung der Arbeitszeit in Betracht. Gegenüber der Funke-Mediengruppe sagte er, dass "gute und pragmatische Ideen gefragt" seien, "um gemeinsam durch die Krise zu kommen". Reduzierte Arbeitszeit könne "bei teilweisem Lohnausgleich eine geeignete Maßnahme sein".

Von generellen Überlegungen zur Vier-Tage-Woche distanzierte sich der Bundesarbeitsminister aber, ihm zufolge sei das Modell eher ein geeignetes Instrument für "einzelne Branchen" und "einzelne Betriebe", das, "da wo es möglich ist, eingesetzt werden sollte".

Ist die Fünf-Tage-Woche vor Ort ein Auslaufmodell?

Schon länger wird über die Einführung der Vier-Tage-Woche diskutiert. Die Corona-Krise hat lediglich dazu geführt, dass die typisch für Deutschland etwas schwerfällige Diskussion um neue Arbeitsmodelle Fahrt aufnimmt – nicht nur in Bezug auf die Arbeitszeit, sondern beispielsweise auch in Bezug auf die Anwesenheit im Büro. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Home-Office auch längerfristig durchaus möglich ist – legte aber gleichzeitig offen, wie schlecht viele Unternehmen, in denen die Arbeit von zu Hause aus eigentlich problemlos möglich sein sollte, auf eine solche Situation vorbereitet sind. Es ist gut möglich, dass es sich mit der Vier-Tage-Woche ähnlich verhält wie mit dem Home-Office und diese, einmal testweise eingeführt, niemand mehr missen möchte.

Sie haben zwar keine Vier-Tage-Woche, arbeiten aber von zu Hause aus? Das sind unsere Tipps fürs Home-Office! Lesen Sie hier auch, was die Chefin der Linkspartei Katja Kipping zur Vier-Tage-Woche zu sagen hatte.

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