Aktualisiert: 19.08.2020 - 20:32

Erschreckende Erkenntnisse Müdigkeit am Steuer: Bei diesen Anzeichen sollten Sie umgehend reagieren!

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Sie haben eine verschwommene Sicht und Nackenschmerzen? Diese und andere Anzeichen deuten auf Müdigkeit am Steuer hin.

Foto: iStock.com / humonia

Sie haben eine verschwommene Sicht und Nackenschmerzen? Diese und andere Anzeichen deuten auf Müdigkeit am Steuer hin.

Der Sekundenschlaf gilt als Schrecken jedes Autofahrers. Davor sendet Ihr Körper Ihnen aber allerhand Signale, auf die Sie hören müssen. Die Details.

Laut ADAC ist die Übermüdung von Fahrzeuglenkern verantwortlich für 2043 Unfälle in Deutschland (Stand 2019). Umso wichtiger, genau zu wissen, welche Anzeichen schon früh auf Übermüdung hindeuten und entsprechend zu reagieren.

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Müde am Steuer: Bei diesen Anzeichen müssen Sie reagieren!

Müde hinterm Steuer, ein Sekundenschlaf und schon ist es passiert. Der Alptraum aller Autofahrer kommt häufiger vor, als Sie vielleicht denken. Die Anzeichen sind Ihnen alle klar? Vielleicht auch nicht, denn sie reduzieren sich nicht nur auf müde Augenlieder und Gähnen. Daran können Sie schon früh erkennen, dass Sie zu müde sind, um im Straßenverkehr noch adäquat zu reagieren.

Ernstzunehmen sind diese Anzeichen immer, zumal Autofahrern auch bewusst sein muss, dass sie, wenn sie nicht allein im Fahrzeug sitzen, alle Mitfahrer in Gefahr bringen.

Wie 1,0 Promille im Blut

Eine interessanter und erschreckender Vergleich von "br.de", der allen Autofahrern die Augen öffnen sollte: Wussten Sie, dass sich Ihr Körper, wenn Sie 17 Stunden nicht geschlafen haben, so verhält als hätten Sie 0,5 Promille Alkohol im Blut? Nach 22 Stunden ohne Schlaf, bewegen Sie Ihr Fahrzeug so schlecht, als hätten Sie 1,0 Promille.

Das Problem: Wer schlecht einschlafen oder durchschlafen kann oder unter einer Schlaf-Apnoe leidet, riskiert doppelt so häufig einen Unfall wegen Übermüdung, betonen Schlafforscher.

Auch folgende Rechnung zeigt eindrucksvoll, wie dramatisch eine geistige Abwesenheit aufgrund von Übermüdung sein kann. Wer in einen sogenannten Sekundenschlaf fällt und dabei 100 km/h drauf hat, fährt diese Strecken komplett "blind" und ohne Reaktionsvermögen: Bei einer Sekunde sind es 27,8 Meter, bei 5 Sekunden bereits 138,9 Meter und bei 10 Sekunden sogar dramatische 277,8 Meter. Nicht auszudenken, wer Ihnen auf so einer langen Strecke entgegenkommt, die Straße überquert oder was am Wegesrand steht.

Wer eines dieser Anzeichen bemerkt, sollte pausieren

Der ADAC rät zur Pause, wenn folgende Anzeichen bei Ihnen, als Fahrer auftreten. Auch Beifahrer können aufgrund dieser Symptome beim Fahrzeuglenker eine Übermüdung schon relativ früh feststellen.

  • Das Gähnen lässt sich nicht mehr unterdrücken
  • Sie verspüren Nackenschmerzen
  • Sie haben das Gefühl, dass die Straße sich verengt
  • Ihr Blick auf die Straße ist starr, sie nehmen die Umgebung nicht richtig wahr
  • Sie sind schreckhaft, nervös und/oder aggressiv
  • Sie verspüren Beklemmungen und/oder innere Unruhe
  • Sie haben Bewegungsdrang, die Beine werden unruhig
  • Ihre Augenlider werden schwer, Sie müssen häufig Blinzeln und/oder Ihre Augen reiben
  • Ihre Augen brennen und Sie haben eine verschwommene Sicht
  • Sie bremsen oder beschleunigen vermeintlich grundlos und schnell
  • Sie fahren Schlangenlinien
  • Sie übersehen Verkehrsschilder, Abzweigungen oder Ausfahrten
  • Sie haben das Gefühl, sich nicht an die letzten gefahrenen Kilometer erinnern zu können
  • Sie frösteln

Übermüdet am Steuer: Harte Strafen zum Schutz aller

Wer durch Sekundenschlaf einen Unfall baut, riskiert neben Schrecken, Verletzungen oder sogar Toten in jedem Fall seinen Führerschein. Aber nicht nur das! Wenn Übermüdung als Ursache feststeht, können hohe Geldbußen sowie bei besonders schweren Unfallfolgen auch Freiheitsstrafen bis zu 2 Jahren möglich sein.

Müde am Steuer: Was hilft wirklich?

Natürlich denken die meisten jetzt an Koffein, laute Musik und frische Luft, um der Müdigkeit am Steuer entgegenzuwirken. Experten raten von dieser Milchmädchen-Rechnung aber ab! Der Grund: Kaffee zum Beispiel wirkt zwar kurzzeitig wachmachend, die Koffein-Wirkung lässt aber spätestens nach zwei Stunden nach und überdeckt zudem die physische Müdigkeit des Fahrer nur. Letzteres gilt auch für Frischluft und lautes Musikhören.

Selbstverständlich sollte sein, sich nur ausgeruht hinters Steuer zu setzen. Wer einen klassischen Schlafrhythmus hat, ist zwischen 14 und 17 h am müdesten. Keine ideale Zeit also fürs Fahren. Wer längere Strecken zurückzulegen hat, für den gilt die Faustregel: Alle zwei Stunden eine Rast machen. Und wenn gar nichts mehr geht, sollte auch ein 20-minütiger Powernap drin sein. 10 Stunden gelten als maximale Fahrzeit, danach müssen Sie eine Nacht schlafen.

Selbstverständlich sollte auch auf Alkohol verzichtet werden, denn der macht sogar in kleinsten und erlaubten Dosen müde. Auch schweres, fettes Essen macht dem Körper zu schaffen, da dieser dann erstmal mit der Verdauung beschäftigt ist. In der Folge werden Sie schneller müde. Besser ist leicht verdauliche Kost. Auch zu viel Zucker macht auf die Dauer müde.

Sie fahren regelmäßig Auto? Dann sollten Sie wissen, was mit Ihrem Auto bei Sommerhitze passieren kann und was Sie dagegen tun können. Kennen Sie außerdem schon diese Tipps für mehr Komfort im Auto? Achtung auch bei den neuen Verkehrsregeln: Denn diese Vergehen werden RICHTIG teuer.Schutzmaske, Mitfahrer, TÜV: Das ist wichtig zu wissen. Ist Benzin bunkern in der Coronazeit eigentlich erlaubt? Wir verraten es Ihnen. Sie sind es leid, über die Fähigkeiten älterer Autofahrer zu diskutieren? Ein Schnelltest zeigt, wie gut Ältere noch Autofahren können.

Auch eine Geschichte mit einem Auto, aber eine ganz herzerwärmende lesen Sie hier: Rührend: Diesen Wunsch erfüllt ein junger Mann einem 93-Jährigen

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