Aktualisiert: 19.08.2020 - 21:01

Diebstahl! Containern bleibt weiterhin eine Straftat

Wer containert, begeht weiterhin eine Straftat.

Foto: iStock.com/GROGL

Wer containert, begeht weiterhin eine Straftat.

Wer sich Essen aus der Tonne von Lebensmittelmärkten besorgen möchte, sollte weiterhin große Vorsicht walten lassen. Denn auch jetzt ist die Entkriminalisierung des Containerns noch nicht in Sicht, wie gerade erst eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zeigt.

Leicht angeditschte Äpfel, zu braun gewordene Bananen und Wurst kurz vor dem Ablaufdatum – massenhaft noch essbare Lebensmittel landen täglich im Abfall der Supermärkte. Aus Protest gegen diese Verschwendung gibt es das sogenannte Containern oder "Mülltauchen", bei dem diese Nahrung vor dem Wegwerfen gerettet wird. Bisher war diese Form des Kampfes gegen den Überfluss illegal. Aber eine Verfassungsbeschwerde, die es im Zuge der Verurteilung von zwei Studentinnen wegen Containerns gegeben hat, ließ Hoffnung aufkommen, dass sich dies ändern könnte. Nun wurde diese zunichte gemacht, denn nach er Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe bleibt Containern weiterhin eine Straftat.

Containern: Lebensmittelrettung wird weiterhin mit Strafe bedacht

Für viele Lebensmittelretter ist der Beschluss, dass Containern weiterhin nicht erlaubt ist, wohl eine Schocknachricht. Auch demnächst werden somit wieder zig Tonnen noch genießbare Lebensmittel im Müll landen. Denn gestern hatte das Bundesverfassungsgericht zwei Verfassungsbeschwerden zurückgewiesen und ist zu dem Schluss gekommen, dass auch wirtschaftlich wertlose Sachen als zivilrechtliches Eigentum zu schützen sind. Bei den beiden zurückgewiesenen Fällen ging es um Studentinnen, die des Diebstahls bezichtigt wurden, weil sie in Olching bei München unter anderem Obst, Gemüse und Joghurt aus verschlossenen Abfallbehältern eines Supermarktes entwendet hatten.

Straftat, weil Müllentsorgung aus gutem Grund stattfinden sollte

Im Zuge der Beweisführung der Gerichte wurde erklärt, dass die Besitzer des Mülls weiterhin die Eigentümer dessen bleiben wollten. Denn schließlich hatte man den Container verschlossen und ein Entsorgungsunternehmen beauftragt, die Abfälle abzuholen. Es fiel somit die bewusste Entscheidung des Besitzers, die Lebensmittel für die Vernichtung freizugeben. Denn dadurch müsse der Eigentümer nicht dafür haften, wenn Probleme nach dem Verzehr abgelaufener bzw. verdorbener Ware auftreten würden. Dass der Eigentümer auf diesem Weg rechtlichen Streits vorbeugen wollte, muss aufgrund der im Grundgesetz verankerten Eigentumsfreiheit akzeptiert werden.

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Wahnsinn: Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Müll. Wer der Verschwendung entgegenwirken will, aber dabei keine Straftaten begehen möchte, schaut am besten auf unserer Themenseite Nachhaltig leben nach, wie das geht.Lidl verkauft jetzt beispielsweise Essensboxen zum halben Preis.

Manche Lebensmittel lassen sich auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch problemlos verzehren, beispielsweise Joghurt. Bei anderen Nahrungsmitteln sollte man in diesen Fällen vorsichtig sein. Was ist eigentlich mit Lebensmitteln, die kein MHD besitzen? Darf man zum Beispiel keimende Kartoffeln noch essen? Und wenn Sie doch aus Versehen einmal Schimmel gegessen haben sollten, verraten wir Ihnen, was Sie dann tun können.

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