Aktualisiert: 18.08.2020 - 22:08

Der Esther-Effekt Alles andere als "mini": Esther, das Wunder-Schwein

Ein gutgelauntes Schwein – genau, wie Esther, das Wunder-Schwein! (Symbolbild)

Foto: iStock.com / gabort71

Ein gutgelauntes Schwein – genau, wie Esther, das Wunder-Schwein! (Symbolbild)

Als sich ein Paar aus Kanada ein Haustier zulegen wollte, rechneten sie mit einem Minischwein. Als dieses jedoch immer größer und schwerer wurde, begann eine ungewöhnliche Geschichte…

2001 lernten sich der Makler Steve Jenkins und der Magier Derek Walter aus Kanada kennen und lieben. 2012 wollte das Paar sein Glück durch ein Haustier vervollständigen: Ein niedliches Minischwein sollte es sein! Esther, ein kleines, rosafarbenes Schweinchen, das lediglich 2 Kilo wog, war da genau die richtige Wahl – das dachte das Paar zumindest.

Doch der Schein trog. Esther wuchs und wuchs und wurde immer schwerer. Irgendwann musste das Paar einsehen, dass der Händler sie über den Tisch gezogen hatte. Esther war gar kein Minischwein – sondern ein ganz normales Schwein mit einem ganz normalen Schweinegewicht. Heute bringt Esther laut ihren "Vätern" stolze 250 bis 300 Kilo auf die Waage – und ist unter dem Namen "Esther, the Wonder Pig" (Esther, das Wunder-Schwein) nicht nur ein echter Social-Media-Star, sondern auch eine wahre Quelle der Inspiration – und das nicht nur für ihre Besitzer!

Esther, das Wunderschwein, verzaubert ihre Fans

Schon bald wurde Esther zu groß für das Zuhause in der Vorstadt, das sie sich nicht nur mit ihren Vätern, sondern auch mit einem Hund, einer Katze und Kaninchen teilte. Nichtsdestotrotz beschlossen Steve und Derek, das Schwein zu behalten – sie hatten Esther einfach schon zu liebgewonnen, um sich wieder von ihr zu verabschieden! Um andere an dem grunzenden Glück teilhaben zu lassen, begannen sie schon bald damit, Fotos von Esther in den sozialen Medien zu teilen – mit durchschlagendem Erfolg.

Innerhalb kürzester Zeit wurde Esther zum Star. Ob allein, in tierischer Gesellschaft oder gemeinsam mit ihren Besitzern, ob als Schwein pur oder dekoriert mit Tutu, Sonnenbrille, Tiara oder Perücke: Die Online-Community konnte von der charmanten Schweinedame kaum genug bekommen!

Der Ester-Effekt

Doch Esther ist mehr als nur ein Schwein in lustigen Verkleidungen. Esther inspirierte ihre Besitzer dazu, ihr Leben vollkommen umzukrempeln. Durch die Unterstützung von Esthers Fans konnten sich Steve und Derek 2014 einen Hof auf dem Land im kanadischen Ontario kaufen – aus diesem machten sie einen Gnadenhof, das "Happily Ever Esther Farm Sanctuary". Dort ermöglichen die beiden vernachlässigten und misshandelten Farmtieren ein besseres Leben. Und Esther? Die freut sich über die vielseitige Gesellschaft und den abwechslungsreichen Alltag!

Doch Steve und Derek gingen noch einen Schritt weiter. Die beiden taten es Esther sogar in Sachen Ernährung gleich – und wurden vegan. Wie sie auf der Website "estherthewonderpig.com" schreiben, inspirierte sie Esther dazu, ihre Essgewohnheiten zu reflektieren. Schließlich gibt es keinen Unterschied zwischen ihrem neuen Haustier und dessen Artgenossen, die im Leben leider nicht so viel Glück gehabt haben. Auch die Besucher der Website bitten sie darum, ihren Fleischkonsum zu überdenken, denn: "Alle Schweine sind liebevoll, intelligent und mitfühlende Tiere und sie verdienen besseres als das brutale Leben in das sie hineingeboren werden."

Die Website bietet Fans von Esther übrigens auch die Möglichkeit, für Esthers Lebenshaltungskosten zu spenden – und niedliches Schweine-Merchandise zu erwerben. Sogar Bücher über Esther gibt es mittlerweile!

Mythos "Tea Cup"-Schwein

Esthers Geschichte mag ein Happy End haben – bei vielen anderen Schweinen oder Minischweinen sieht das allerdings anders aus. Das Minischwein an sich ist keine besondere Rasse, es gibt verschiedene Schweinerassen, die deutlich kleiner sind als normale Schweine. Der Grund für die Züchtung ist dabei alles andere als süß: Minischweine wurden ursprünglich gezüchtet, um den Umgang mit Schweinen als Versuchstieren einfacher zu machen. Klar: Je kleiner das Schwein, desto weniger Platz und Futter benötigt es.

Ist das Minischwein noch ein Frischling, wird es von Züchtern gern als sogenanntes "Tea Cup Pig", also ein Schwein, das in eine Teetasse passt, verkauft. Das Versprechen dabei: Das Schweinchen bleibt ein Leben lang klein und niedlich. Das ist allerdings in den meisten Fällen eine Lüge. Fotos von "Tea Cup"-Schweinen zeigen in den meisten Fällen sehr junge Schweine – diese wachsen allerdings noch erheblich. Die Minischweine erreichen zwar nicht das Gewicht eines normalen Schweins wie Esther, sie können aber gut und gerne 30 bis 60 Kilo wiegen – oder sogar 100 Kilo, wenn sich entsprechende Gene durchsetzen.

Aus diesem Grund rät die Seite "hausdertiere.at" dazu, niemals leichtfertig ein Minischwein zu kaufen, nur, weil der Züchter es als "Tea Cup"-Schweinchen anpreist. Tatsächlich kommt so etwas häufig vor – und nicht alle Schweine geraten an Besitzer wie Steve und Derek, die das Herz und die Möglichkeiten haben, das Schwein, wenn es an Größe und Gewicht zulegt, weiterhin zu behalten.

Sie haben sich von der Illusion eines "Tea Cup"-Schweins verabschiedet und wollen sich nach wie vor ein Minischwein zulegen? Das müssen Sie bei der Haltung eines Minischweins beachten.

Auf das Schwein gekommen? Dann sollten Sie auch diesen Artikel lesen: So süß! Baby-Wildschwein Meghan überwindet ihre Angst. Wenn Sie doch eher ein Fan von Hund und Katze sind, empfehlen wir Ihnen den Besuch unserer Themenseite Haustier. Dort gibt es viele weitere Tiergeschichten zum Dahinschmelzen.

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