Aktualisiert: 18.08.2020 - 19:34

Sprit auf Vorrat kaufen Benzin bunkern: Ist das erlaubt und wenn ja wieviel?

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Benzin bunkern: Mit diesem Gedanken spielten nicht wenige während der Corona-Krise. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Foto: imago images / Panthermedia

Benzin bunkern: Mit diesem Gedanken spielten nicht wenige während der Corona-Krise. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Benzin und Diesel sind seit der Coronakrise günstig wie lange nicht mehr. Wer über einen Hamsterkauf nachdenkt, sollte das aber vorher wissen.

Die Spritpreise sind seit Monaten wegen der Coronakrise eher niedrig. Ein Schnäppchen, bei dem man zugreifen sollte? Da wir über brennbare und explosive Stoffe reden, müssen Sie diese Vorgaben kennen, bevor Sie Benzin oder Diesel bunkern. Die Details.

Benzin bunkern: Ist das erlaubt und wenn ja wieviel?

Sparfüchse freuen sich über die Niedrigpreise an den Tankstellen. Sollte man sich jetzt vorsichtshalber einen Vorrat anlegen? Automobilexperten, wie zum Beispie vom ADAC, halten das Hamstern und Lagern von Sprit daheim für unnötig und vor allem für gefährlich.

Wieviel Kraftstoff darf man an Bord haben?

Für den Fall der Fälle Benzin dabei haben: Das geht. Man sollte aber nicht übertreiben. Die Richtline: In Deutschland gilt eine Grenze von 60 Litern je Reservebehälter und 240 Liter je Beförderungseinheit in Privatfahrzeugen. Der ADAC rät aber laut "Autobild" davon ab, mehr als 10 Liter Benzin an Bord zu haben. Außerdem sollte der Kanister so weit wie möglich von den Insassen des KfZ entfernt stehen, in der Regel ist das der Kofferraum. Außerdem muss der Reservekanister fest verschließbar, dicht und bruchfest sein.

Wie viel Benzin darf man zu Hause lagern?

Und wie sieht es mit dem heimischen Spritlager in der Garage aus? Welche Regeln gelten hier für die Lagerung von Benzin und Diesel?

Diese Regelungen müssten für jedes Bundesland erfragt werden. Als Anhaltspunkt kann aber § 17 der bayerischen Garagenverordnung betrachtet werden: "In Mittel- und Großgaragen dürfen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen nur in unerheblichen Mengen aufbewahrt werden. In Kleingaragen dürfen bis zu 200 Liter Dieselkraftstoff und bis zu 20 Liter Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern aufbewahrt werden." Für Diesel gelten also weit höhere Grenzen. Der Grund: Dieser Kraftstoff ist nicht so leicht entzündlich wie Benzin.

Benzinlagerung kann lebensgefährlich sein

Dennoch muss klar gesagt werden: Kraftstoffe in seinem Zuhause zu lagern, kann lebensgefährlich sein! Leicht entzündliche Dämpfe könnten aus den Kanistern entweichen. Das ist ungesund und kann zu schwerwiegenden Vergiftungen führen, außerdem steigt die Explosionsgefahr. Ein Entweichen der Dämpfe verändert zudem die Kraftstoffeigenschaften.

Beim Umfüllen kann auch immer etwas daneben gehen. Experten warnen, dass dies zu erheblichen Umweltschäden führe. Außerdem sind bei unsauberem Einfüllen ins Auto Lackschäden nicht auszuschließen.

Zu guter Letzt ist die Preispolitik für Kraftstoff gar nicht vorherzusagen. Besser sei es laut Experten, die Preisentwicklung aufmerksam zu verfolgen und dann an der Tankstelle bei Schnäppchen zuzuschlagen. Denn Sicherheit geht vor!

Wer sich trotz dieser Argumente eine Reserve in der heimischen Garage anschaffen will, sollte abgesehen von den oben genannten Regelungen zu Menge und Lagerung bei der Wahl der Behältnisse umsichtig sein. Kunststoffkanister zum Beispiel sind in der Regel nicht hundertprozentig luftdicht.

Haltbarkeit und saisonale Eigenschaften von Benzin und Co.

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, erklärte der "Autobild": "Für Benzin, Diesel und auch Heizöl gibt es kein festes Mindest- oder Endhaltbarkeitsdatum. Es kann fest verschlossen, kühl und dunkel gelagert in Tanks oder Kanistern viele Monate und Jahre überdauern. Allerdings gibt es Unterschiede bei Sommer- und Winterkraftstoff. Insbesondere kann das Winter-Benzin mit seinem höheren Dampfdruck dazu führen, dass bei wärmeren Temperaturen ein heißer Motor nicht startet."

Wer regelmäßig Auto fährt, sollte sich auskennen. Schutzmaske, Mitfahrer, TÜV: Das müssen Autofahrer wissen. Wussten Sie außerdem, was bei großer Hitze im Sommer mit Ihrem Auto passieren kann? Und worauf Sie bei den neuen Verkehrsregeln achten müssen? Denn diese Vergehen werden RICHTIG teuer.

Die Corona-Pandemie hat für preiswerteres Benzin gesorgt: So viel sparen Sie durch das Corona-Milliardenpaket ab Juli! Sie sind eher so der E-Auto-Typ? Bald soll es mehr Ladestationen für E-Autos auf Parkplätzen geben.

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