14.08.2020 - 15:10

Gesundheitsgefahr für Mensch & Tier Nicht mit Rucola verwechseln: Vorsicht vor dem Jakobs-Kreuzkraut!

Das Jakobs-Kreuzkraut sieht zwar toll aus, kann für Mensch und Tier aber giftig werden.

Foto: imago images / Christian Ohde

Das Jakobs-Kreuzkraut sieht zwar toll aus, kann für Mensch und Tier aber giftig werden.

Schön anzusehende gelbe Blüten am Straßenrand entdeckt? Achtung, es könnte sich um die Giftpflanze Jakobskraut handeln. Was Sie wissen müssen und wie stark ausgeprägt das Vorkommen der Giftpflanze in den einzelnen Bundesländern ist.

Die strahlend gelbe Blütenpracht des Jakobs-Kreuzkrauts ist eine wahre Wonne für die Augen. Doch tatsächlich darf die Pflanze nur sehend genossen werden. Wird sie verzehrt, kann sie im menschlichen wie im tierischen Körper großen Schaden anrichten. Eigentlich würden wir mit diesem Kraut nicht sonderlich oft in Berührung kommen, doch es breitet sich immer mehr in Deutschland aus, sodass Vorsicht an den Tag gelegt werden sollte.

Achtung vor dem vermehrt in Deutschland aufkommenden Jakobs-Kreuzkraut

Die hübsch anzusehende Staude gehört zu den Giftpflanzen in der Fachsprache Senecio jacobaea genannt. Außerdem trägt sie die Namen Jakobs-Greiskraut, Spinnkraut und Hergottsnagel. Oft wird sie auch abgekürzt nur Jakobskraut genannt, wie t-online bereits berichtete. Verzehren sollte man dieses hierzulande noch nicht meldepflichtige Kraut jedoch keinesfalls, denn es kann Leberschäden hervorrufen und in unglücklichen Fällen für Leberkrebs verantwortlich sein. Enthaltene Pyrrolizidinalkaloide, mit denen sich Jakobs-Kreuzkraut vor Fraßfeinden schützt, sind hier das Problem.

Zur Ausbreitung des Jakobskrautes in den einzelnen Bundesländern

Besonders tückisch ist, dass sich das Jakobs-Kreuzkraut sehr schnell mit Rucola verwechseln lässt. Sollten also Gärtner ihre Salatköstlichkeit im heimischen Garten pflücken, ist Aufmerksamkeit gefragt, um der Verwechslungsgefahr zu entgehen. Leider hat sich das Vorkommen des giftigen Krauts in Deutschland in der Vergangenheit erhöht. Manche Bundesländer sind vom vermehrten Jakobskraut-Wuchs stärker betroffen als andere. Während die für giftige Pflanzen zuständigen Behörden in den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz t-online noch keine Auskunft über das vermehrte Aufkommen des Jakobs-Kreuzkrautes gegeben haben, sind folgende Bundesländer jeweils in dieser Weise betroffen:

  • Baden-Württemberg: Im Gebiet des Rheingrabens tritt das Jakobs-Kreuzkraut besonders häufig auf, vor allem neben Straßen und auf großen Bewirtschaftungsflächen. Die Verbreitung der Giftpflanze steht unter Beobachtung.
  • Bayern: Vom trockenen nordbayrischen Wirtschaftsland zieht das Jakobs-Kreuzkraut seine Kreise Richtung Südbayern.
  • Brandenburg: Wer im Nordwesten des Landes unterwegs ist, sollte gut aufpassen. Denn hier ist das giftige Jakobs-Kreuzkraut besonders verteten. Es betrifft die Landkreise Prignitz, Havelland, Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin. In den restlichen Landkreisen ist es aber auch teils an Straßenrändern und auf Landwirtschaftsflächen gesichtet worden.
  • Hessen: Das für Tier und Menschen gefährliche Kraut kommt in Hessen dort vor, wo es wenig Milchvieh gibt. Eine Beobachtung durch die Behörden erfolgt nicht.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Im südwestlichen Teil des Bundeslandes tritt das Kraut besonders gehäuft auf. "Eine besonders dynamische Ausbreitung" sei aber laut Joachim Vietinghoff vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern nicht zu verzeichnen. Er weiß auch, dass das Kraut bei einer falschen Gründlandpflege auftritt, weswegen vor allem private Koppeln vom Befall dieser Pflanze betroffen sind.
  • Niedersachsen: Während die Landwirtschaftskammer t-online gegenüber keine Orte nennen konnte, an denen das Kraut wächst, hat eine Privatperson aus Worpswede berichtet, das Kraut an Autobahnseiten und um größere Straßen herum gesehen zu haben.
  • Nordrhein-Westfalen: Die Giftpflanze steht nicht unter Beobachtung, sodass für die Verbreitung des Krautes keine Aussagen getroffen werden können.
  • Saarland: Ein Hotspot, an dem das Jakobs-Kreuzkraut wächst, ist derzeit nicht zu nennen.
  • Sachsen: Pressesprecherin Karin Bernhardt vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erläuterte zur Verbreitung des Jakobskrauts: "Es kommt vor allem auf extensiv bis wenig extensiv bewirtschafteten Standorten vor". Außerdem hieß es, es sei "weit verbreitet".
  • Sachsen-Anhalt: Es gibt keine bekannten besonders stark vom Jakobs-Kreuzkraut betroffenen Gebiete.
  • Schleswig-Holstein: Im Osten und mittig im Land sind große Vorkommen des Jakobskrauts bekannt.
  • Thüringen: Das Bundesland Thüringen berichtet, dass es keine vom Jakobskraut besonders stark erfassten Bereiche gäbe.

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Nicht nur bei manchen Pflanzen ist Vorsicht gefragt, auch bei Insekten sollten Sie gut aufpassen, beispielsweise bei der Kriebelmücke. Ihr Biss kann lebensgefährlich sein.

Ganz wichtig ist, dass Sie beim Ernten Rucola und Jakobskraut zu unterscheiden wissen. Was Sie noch an Wissen für das Gärtnern im Garten und auf dem Balkon wissen sollten, verraten wir Ihnen auf unserer lesenswerten Themenseite.

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