Aktualisiert: 13.08.2020 - 18:50

Von Doggy Style bis Geisterhaus Echt absurd: Corona-Maßnahmen aus aller Welt

Foto: iStock.com/Myriam Borzee

Weltweit versuchen die Länder, der Corona-Krise Herr zu werden. Die Maßnahmen, die zu diesem Zweck ergriffen werden, sind teils kreativ…

Während die Corona-Krise teils wie ein Brennglas wirkt und soziale Unterschiede und Konflikte noch deutlicher hervortreten lässt, ist sie in anderer Hinsicht ein großer Gleichmacher: Anders als bei lokal beschränkten Ereignissen wie Naturkatastrophen oder Politik-Dramen haben die Menschen weltweit mit dem neuen Virus zu kämpfen. Viele Länder tun ihr Bestes – oder zumindest das, was sie für das Beste halten, denn die Situation ist für uns alle neu. So setzt man weltweit auf ganz unterschiedliche, teils absurd klingende Methoden. Einige der Corona-Maßnahmen aus aller Welt stellen wir Ihnen hier vor…

Eine absurde Corona-Maßnahme: In Großbritannien setzt man auf Sex ohne Küssen

Bereits im Mai veröffentlichte die US-amerikanische Harvard University eine Studie über Sex in Corona-Zeiten. Das nicht allzu überraschende Ergebnis: Der sicherste Weg, eine Ansteckung zu vermeiden, ist Abstinenz, dicht gefolgt von Masturbation. Wer auf das Schäferstündchen mit anderen Menschen partout nicht verzichten kann, solle dabei eine Maske tragen und Küssen sowie Praktiken, die Ejakulat beinhalten, tunlichst vermeiden.

Auch in Großbritannien können sich offenbar einige für derartige Corona-Maßnahmen erwärmen. Die britische Wohltätigkeitsorganisation "Terrence Higgins Trust", die sich für HIV-Infizierte und sexuelle Gesundheit einsetzt, vertritt die Meinung, dass man es den Menschen nicht länger zumuten könne, aus Quarantäne-Gründen auf sexuelle Handlungen zu verzichten. So weit, so gut erkannt – jedoch ist es fraglich, ob die Tipps der Organisation bei der breiten Masse auf Zustimmung stoßen.

Ginge es nach diesen, fände Sex in Zukunft nämlich idealerweise ohne Küssen, dafür aber mit Maske statt. Außerdem rät die Organisation zum Geschlechtsverkehr in einer Position, in der man sich nicht ins Gesicht atmet – freunden Sie sich also schon mal mit dem Gedanken an Doggy Style und Löffelchen-Stellung an. Es mag sein, dass sich so mancher mit dieser Vision gelebter Sexualität anfreunden kann – viele andere werden sich allerdings denken: Sex ohne Küssen und Zärtlichkeiten? Da kann man es eigentlich auch gleich lassen…

In den Niederlanden protestierten Prostituierte

Es sei denn natürlich, man arbeitet im Sexgewerbe. Nachdem die Türen und Fenster des Rotlichtviertels in Amsterdam nach Ausbruch der Pandemie erst einmal schließen mussten, setzten protestierende Prostituierte durch, dass sie ihren Dienst bereits ab Juli anstatt wie geplant ab September wiederaufnehmen durften. Natürlich gibt es für die Sexarbeit in Corona-Zeiten strenge Auflagen: So sind die Sexarbeiterinnen dazu angehalten, sich vor dem Akt nach dem Befinden des Freiers und seiner Haushaltsangehörigen zu erkundigen. Weiterhin müssen die Zimmer regelmäßig desinfiziert, die Hände gewaschen und die Laken gewechselt werden. Etwas überraschend mag es hingegen anmuten, dass das Tragen einer Maske nicht verpflichtend ist – allerdings dürfte Küssen für die allermeisten Prostituierten ohnehin nicht in Frage kommen.

Auch in Deutschland wollen Sexarbeiter wieder arbeiten. Die Bundesländer haben sich in puncto Prostitution allerdings noch nicht auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt. In Bayern müssen Bordelle geschlossen bleiben, Prostitution ist aber erlaubt. Berlin hingegen möchte das Gewerbe ab dem 1. September wieder vollständig möglich machen – ab dem 8. August darf immerhin schon wieder der "Prostitution ohne Geschlechtsverkehr" nachgegangen werden.

Indonesien setzt auf die Läuterung durch Gespenster

Wer sich über die Corona-Regeln in Deutschland beschwert, sollte im Moment lieber keine Reise nach Indonesien antreten. Während uns bei Verstößen gegen die Maskenpflicht allerhöchstens eine Geldstrafe erwartet, setzt das südostasiatische Land die Sicherheitsmaßnahmen mithilfe des Militärs durch. Viele Städte und Provinzen setzen außerdem auf Scham.

So muss, wer sich nicht an Sicherheitsmaßnahmen wie die hält, beispielsweise in der Öffentlichkeit Koranverse zitieren oder bei der Reinigung öffentlicher Gebäude helfen. Außerdem werden Fotos der Corona-Sünder in den sozialen Netzwerken geteilt. Auch die Furcht vor übernatürlichen Mächten gilt in der Krise als adäquates Mittel, um die Bevölkerung zur Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen zu motivieren: Mancherorts wird der Regelbrecher kurzerhand über Nacht in ein angebliches Spukhaus eingesperrt.

In Peru blieben die Geschlechter unter sich

Mit dem Konzept der Ausgangsbeschränkung haben dieses Jahr viele Länder Erfahrung gemacht, Deutschland eingeschlossen. Dafür, wer wann genau auf die Straße darf, hat aber jedes Land eigene Regeln aufgestellt. Schweden und die Türkei setzten auf eine Ausgangsbeschränkung, die sich am Alter orientiert. Diese Form der Isolation scheint naheliegend – immerhin gehören ältere Personen zur Risikogruppe.

Weniger nachvollziehbar klingt erst einmal die Organisation der Ausgangsregeln in Peru: Hier wurde streng nach Geschlechtern getrennt. Drei Tage die Woche war das Betreten von Straßen und öffentlichen Plätzen allein den Männern vorbehalten, drei Tagen den Frauen. Und am Sonntag? Da mussten alle zuhause bleiben. Die Begründung für diese scheinbar absurde Regel ist übrigens tatsächlich einigermaßen einleuchtend: Ziel der Ausgangssperre war es, die Anzahl der Menschen auf der Straße zu reduzieren. Erlaube man nur einem Geschlecht, das Haus zu verlassen, führe das automatisch zu einer Reduzierung um 50 Prozent. Da das Geschlecht einer Person häufig – nicht immer! – mit einem Blick erkannt werden könne, fiele es Kontrolleuren besonders leicht, Regelbrecher zu identifizieren.

Nicht nur international sorgt die Corona-Krise für Gleichheit, auch national schweißt sie die Menschen zusammen. Eine neue Studie zeigt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland während der Corona-Krise gestiegen ist. Hoffen wir, dass das im kommenden Herbst und Winter so bleiben wird. Experten raten zum Führen eines digitalen Corona-Symptom-Tagebuchs.

Weitere Neuigkeiten und Informationen rund um die Pandemie finden Sie auf unserer Themenseite zum Coronavirus.

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