Aktualisiert: 11.08.2020 - 20:23

Hätten Sie's gewusst? Mittagshitze? Um diese Tageszeit ist es tatsächlich am heißesten

Was hat es mit der berüchtigten Mittagshitze auf sich? Fakt ist: Zu einer anderen Tageszeit ist es definitiv heißer als um 12 Uhr!

Foto: iStock.com/jokerpro

Was hat es mit der berüchtigten Mittagshitze auf sich? Fakt ist: Zu einer anderen Tageszeit ist es definitiv heißer als um 12 Uhr!

Im Hochsommer sollte man um 12 Uhr am besten nicht vor die Türe gehen: Die Mittagshitze sei tückisch, hieß es immer. Dabei ist es um die Tageszeit gar nicht am heißesten...

Mittags steht die Sonne am höchsten, also ist es dann auch am heißesten. Haben Sie sich das auch so eingeprägt? Dann wird es höchste Zeit, dieses Ammenmärchen zu entlarven. Denn in Wahrheit ist es zu einer anderen Tageszeit am heißesten, die Mittagshitze hat gar nicht die höchsten Temperaturen zu bieten...

Mittagshitze? Zu dieser Tageszeit ist es wirklich am heißesten

Warum sich der Begriff Mittagshitze förmlich eingebrannt hat, ist schwer zu sagen – eigentlich müsste nämlich von der Spätnachmittagshitze die Rede sein. Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, klärt auf: "Der Mittagshitze folgt die Nachmittagshitze – und diese ist weitaus intensiver." Das Tagesmaximum der Temperatur werde nämlich erst am Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr erreicht.

Während der Mittagszeit befinde sich die Sonne zwar auf ihrem Höchststand und strahle auch mit der höchsten Intensität: "Rein meteorologisch wird der Begriff Hitze für Temperaturen über 30 Grad verwendet. Diese können selbstverständlich auch zur Mittagszeit erreicht werden", so der Experte. Der Begriff "Mittagshitze" sei also nicht falsch, bringe er doch zum Ausdruck, dass es oft auch mittags schon sehr heiß ist. Nur eben nicht so heiß wie am späten Nachmittag.

Warum es erst nachmittags so heiß wird

Doch woran liegt es eigentlich, dass die Hitze nach dem mittäglichen Sonnenhöchststand noch erbarmungsloser zuschlägt? Durch die Sommerzeit verschiebt sich bei uns der Zeitpunkt des Sonnenhöchststandes auf etwa 13:30 Uhr. Das ist zwar immer noch später Mittag, wenn man so will, aber eben nicht 12:00 Uhr.

Außerdem heizt die Sonne die Erdoberfläche noch weiter auf – Luft erwärmt sich dabei immer vom Boden aus. Der Boden wiederum gibt die gespeicherte Wärme etwas verzögert an die Luft ab und erhitzt sie zusätzlich. So erreicht die Hitze eben erst einige Stunden nach dem Zenitstand der Sonne ihren Höhepunkt. Dabei gilt: Steine, Beton und Asphalt speichern Hitze viel mehr als die Pflanzen in der Natur, weshalb die Lufttemperatur in Städten bei intensivem Sonnenschein immer höher liegt als in ländlicher Umgebung.

Um diese Zeit wird die Tiefsttemperatur erreicht

Liegen die höchsten Temperaturen eines Tages nicht bei 12 Uhr mittags, werden die tiefsten wohl auch nicht um Mitternacht erreicht. Das bestätigt Gudrun Mühlbacher, Leiterin des Regionalen Klimabüros München vom Deutschen Wetterdienst (DWD), im Interview mit "web.de". "Die tiefste Temperatur des Tages wird immer erst kurz nach Sonnenaufgang erreicht", erklärt die Expertin.

Denn der Boden gibt erst nach und nach die gespeicherte Wärme wieder ab – kein Wunder also, dass die Nacht schon vorbei ist, bis die Temperatur ihren Tiefststand erreicht hat. Die ersten Sonnenstrahlen haben noch nicht genügend Kraft, um die Erdoberfläche er erwärmen, der Einfallswinkel ist dafür noch zu spitz. Es kann bis zu einer Stunde dauern, bis die Sonne die Temperaturen wieder steigen lässt. Voraussetzung ist natürlich immer, dass keine Wolken sie daran hindern, ungestört auf die Erde zu strahlen.

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