Aktualisiert: 10.08.2020 - 21:01

Betrug am Telefon Erfreulich: Bundesnetzagentur meldet weniger Telefonabzocke!

Ärgerlich, wenn man Betrug am Telefon zum Opfer gefallen ist. Erfreulich ist allerdings, dass es laut Bundesnetzagentur 2020 bisher deutlich weniger Telefonabzocke gibt.

Foto: iStock / Prostock-Studio

Ärgerlich, wenn man Betrug am Telefon zum Opfer gefallen ist. Erfreulich ist allerdings, dass es laut Bundesnetzagentur 2020 bisher deutlich weniger Telefonabzocke gibt.

Sind Sie schon einmal Opfer von Telefonabzocke geworden? Oft bemerkt man nicht gleich, dass es sich um einen solchen Anruf handelt. Wenn man es merkt, kann es allerdings bereits zu spät sein…

Wer sich auf Kosten anderer bereichern will, hat dazu leider viele Möglichkeiten. Betrüger versuchen mit den verschiedensten Methoden, Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen und wählen dabei vor allem gutgläubige oder verunsicherte Personengruppen als Opfer. Ein Beispiel dafür ist der sogenannte "Enkeltrick", bei dem versucht wird, ältere Menschen zur Überweisung einer großen Geldsumme zu überreden. Dieses Jahr wurden außerdem mehrere Betrüger gemeldet, die unter dem Vorwand, Corona-Tests durchführen zu müssen, in voller Schutzkleidungsmontur in die Häuser ihrer Opfer eindrangen.

Besonders weit verbreitet ist auch der Betrug per Telefon. Nicht selten führt ein merkwürdiger Anruf plötzlich zu einer Telefonrechnung in schwindelerregender Höhe… Doch es gibt eine gute Neuigkeit: Zumindest diese Betrugsmasche scheint auf dem absteigenden Ast zu sein. Wie "rnd.de" berichtet, meldet die Bundesnetzagentur dieses Jahr weniger Telefonabzocke und Werbeanrufe als noch 2019!

Laut Bundesnetzagentur: 2020 weniger Telefonabzocke!

Die Beobachtungen der Bundesnetzagentur beziehen sich auf das erste Halbjahr 2020. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 gingen in diesem Zeitraum 76.000 weniger Verbraucherbeschwerden ein. Die meisten Beschwerden bezogen sich dabei auf unerwünschte Telefonwerbung, die zwar ärgerlich, aber vergleichsweise harmlos ist. Insgesamt 27.000 solcher Beschwerden gingen bei der Bundesnetzagentur ein.

Den stärksten Rückgang verzeichnete die Bundesnetzagentur bei sogenannten "Ping-Anrufen". Nur 4.300 Beschwerden gingen dazu ein – zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum letztes Jahr waren es noch 21.500. Bei den Ping-Anrufen wird der Verbraucher angeklingelt und so zu einem Rückruf animiert. Da die Vorwahl der Nummer der einer deutschen Nummer ähnelt, merkt der unaufmerksame Verbraucher nicht unbedingt, dass er gerade eine teure Auslandsverbindung wählt. Einmal verbunden wird versucht, den Rückrufer möglichst lange zu halten. Dass er einem Betrug zum Opfer gefallen ist, fällt ihm oft erst dann auf, wenn die teure Telefonrechnung ins Haus flattert.

Sollten Sie einem Ping-Anruf zum Opfer gefallen sein, haben Sie in der Regel zwei Möglichkeiten: Am besten bezahlen Sie die Rechnung nicht sofort, sondern wenden sich stattdessen an die Bundesnetzagentur. Diese kann gegebenenfalls ein "Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot" verhängen, Sie müssen die Rechnung dann nicht bezahlen. Sollte es bereits zu spät sein und Sie die Rechnung bezahlt haben, gibt es zwar keine Möglichkeit, Ihr Geld zurückzuholen. Sie haben aber zivilrechtliche Ansprüche gegen die unbekannten Betrüger im Ausland.

Was macht eigentlich die Bundesnetzagentur?

Die volle Bezeichnung der Bundesnetzagentur lautet "Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen". Es handelt sich dabei um eine Bundesbehörde in Bonn, die für die Regulierung des Wettbewerbs auf den Märkten Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnverkehr verantwortlich ist. Die Bundesnetzagentur prüft außerdem die Tarife der Unternehmen, die auf dem jeweiligen Markt eine führende Position innehaben.

Eine Aufgabe der Bundesnetzagentur auf dem Gebiet der Telekommunikation ist die Bekämpfung des Missbrauchs von Rufnummern. Ungewünschte Werbeanrufe sowie Abzocke per Telefon fallen in diese Missbrauchskategorie. Dass es in diesem Bereich zu einem Rückgang kommt, ist erfreulich – den Grund dafür kennen wir allerdings nicht. Ob die Corona-Krise zur Läuterung der Telefonbetrüger beigetragen hat?

Um Betrug via Telefon vorzubeugen, sollten Sie am Telefon niemals "ja" sagen. Und auch, wenn Sie im Internet unterwegs sind, sollten Sie vorsichtig sein: Fallen Sie nicht auf diesen PayPal-Betrug herein!

All unsere Artikel zu Rechtsangelegenheiten finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe