Aktualisiert: 30.10.2020 - 11:25

Stärkung und Entlastung Ab Januar gibt es mehr Kindergeld!

Ab Januar 2021 gibt es mehr Kindergeld. Außerdem winken steuerliche Entlastungen, auch für Kinderlose. So kann das Sparschwein hoffentlich verschont bleiben...

Foto: iStock / PeopleImages

Ab Januar 2021 gibt es mehr Kindergeld. Außerdem winken steuerliche Entlastungen, auch für Kinderlose. So kann das Sparschwein hoffentlich verschont bleiben...

Ab Januar 2021 dürfen sich Familien freuen: Es gibt mehr Kindergeld und steuerliche Entlastungen. Doch profitieren davon wirklich alle?

In dieser Legislaturperiode sollen Familien gestärkt werden – zumindest laut dem Zweiten Familienentlastungsgesetz, das im Juli vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Genauer gesagt heißt es im Gesetzesentwurf, dass "die Stärkung und das Wohlergehen der Familien und Kinder im Mittelpunkt" steht. Das Gesetz kann als Fortsetzung des bereits 2018 erlassenen Familienentlastungsgesetzes verstanden werden, das Maßnahmen zur steuerlichen Entlastung von Familien einleitete. Mit dem Zweiten Familienentlastungsgesetz wurden diese Maßnahmen angepasst. Konkret bedeutet das: Ab Januar gibt es mehr Kindergeld und steuerliche Vorteile. Doch Kritiker weisen darauf hin, dass nicht alle Familien gleichermaßen von der Gesetzesänderung profitieren...

Ab Januar: So viel mehr Kindergeld gibt es

Im Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode hatten Union und SPD eine Anhebung des Kindergeldes um 25 Euro vereinbart. Die erste Erhöhung um 10 Euro kam bereits im Sommer letzten Jahres. Ab Januar 2021 dürfen Familien mit weiteren 15 Euro mehr Kindergeld pro Kind rechnen. Das bedeutet, dass es für das erste und zweite Kind jeweils 219 Euro pro Monat gibt, für das dritte Kind 224 Euro pro Monat und ab dem vierten Kind 250 Euro Kindergeld pro Monat.

Auch steuerliche Vorteile für Familien

Neben der Erhöhung des Kindergeldes sieht der Gesetzesentwurf auch steuerliche Entlastungen vor. Laut Bundesverfassungsgericht darf bei Familien ein bestimmter Betrag, der sowohl das Existenzminimum als auch gewisse Ausgaben für Betreuung, Erziehung und Ausbildung der Kinder umfasst, nicht besteuert werden. Durch das Zweite Familienentlastungsgesetz wird dieser Kinderfreibetrag angepasst und um mehr als 500 Euro auf insgesamt 8388 Euro angehoben.

Das Deutsche Steuerzahlerinstitut des Bundes der Steuerzahler (DSi) hat berechnet, dass Familien mit zwei Kinder und einem Verdiener mit einem Jahresbruttoeinkommen von 30.000 Euro immerhin 104 Euro Steuern pro Jahr sparen. Bei einem Jahresbruttoeinkommen von 60.000 Euro sind es bereits 156 Euro.

Kritik: Profitieren wirklich alle Familien?

Eltern können wählen, ob sie das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag nutzen. Der Freibetrag verringert die Einkommensteuer, deshalb lohnt er sich vor allem für Besserverdiener. Das Finanzamt prüft, was sich für jede Familie mehr lohnt.

Obwohl zuerst die Vorteile der neuen Regelungen ins Auge fallen, wurden diese auch kritisiert. Die Opposition wies darauf hin, dass durch die höhere Freibeträge vor allem die Familien entlastet würden, die das nicht unbedingt nötig hätten. Familien mit sehr geringem Einkommen hätten hingegen nichts davon, weil das Kindergeld mit Hartz IV verrechnet werde. Der Sozialverband VdK schloss sich dieser Kritik an und bemängelte außerdem, dass auch Alleinerziehende kaum profitierten, da das Kindergeld auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet werde.

Anhebung des Grundfreibetrags: Entlastung für alle Steuerzahler

Obwohl das Gesetz den Namen Familienentlastungsgesetz trägt, dürfen sich nicht nur Familien freuen: Auch Kinderlose werden entlastet, denn der Grundfreibetrag wird 2021 von 9.408 Euro auf 9.696 Euro angehoben. Laut den Berechnungen des DSi bedeutet das, dass ein kinderloser Single mit einem Jahresbruttoeinkommen von 30.000 Euro 77 Euro Steuern pro Jahr spart. Bei einem Jahresbruttoeinkommen von 60.000 Euro sind es 136 Euro. Für 2022 ist dann eine weitere Erhöhung des Grundfreibetrags vorgesehen.

Was ist die kalte Progression?

Durch die Anhebung des Grundfreibetrags soll unter anderem die "kalte Progression" ausgeglichen werden. Doch was ist das eigentlich genau? Kurz gesagt ist die kalte Progression eine Folge der ständigen Inflation. Sie entsteht, wenn Steuertarife, beispielsweise Einkommenssteuersätze, nicht an die Inflation angepasst werden. Einfach erklärt bedeutet das: Selbst, wenn wir nicht Jahr für Jahr mehr Steuern zahlen, sondern der Steuersatz gleichbleibt, steigen die Preise durch die Inflation stetig. Wir haben durch die steigenden Preise also effektiv weniger Geld zur Verfügung. Dem kann durch Maßnahmen zur Senkung der Steuerlast, beispielsweise durch eine Anhebung von Freibeträgen, entgegengewirkt werden.

Alles rund um Rechtsangelegenheiten finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Ganz wichtig: Auch als Rentner müssen Sie unter Umständen eine Steuererklärung abgeben. Ebenfalls interessant: Rente und Job: So viel dürfen Sie wirklich dazu verdienen!

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