23.07.2020 - 08:05

Kennen Sie schon den Sturddlefisch? Ungarische Forscher haben aus Versehen einen neuen Fisch erschaffen!

Ein russischer Stör. Gemeinsam mit dem Löffelstör bildet er das Elternpaar des Sturddlefischs, den ungarische Forscher aus Versehen erschaffen haben.

Foto: imago images / ITAR-TASS

Ein russischer Stör. Gemeinsam mit dem Löffelstör bildet er das Elternpaar des Sturddlefischs, den ungarische Forscher aus Versehen erschaffen haben.

Nicht immer lässt sich der Ausgang eines Experiments exakt vorhersagen. Diese Erfahrung machten jetzt auch ungarische Wissenschaftler…

Haben Sie schon einmal was vom Sturddlefisch gehört? Nein? Nun, das ist nicht weiter verwunderlich: Es gibt ihn erst seit letztem Jahr – und erst seit diesem Jahr weiß die breite Öffentlichkeit von seiner Existenz. Dass selbst heute noch neue Tierarten entdeckt werden, ist an sich nicht so ungewöhnlich. Beim Sturddlefisch liegt der Fall aber ein wenig anders: Dieser ist keineswegs ein reines Naturprodukt – stattdessen haben ungarische Forscher mit dem Sturddlefisch aus Versehen einen neuen Fisch geschaffen!

Der Sturddlefisch: Deshalb erschufen ungarische Forscher den neuen Fisch

Ob sich die Wissenschaftler des ungarischen Forschungsinstituts für Fischerei und Aquakulturen nach ihrem schöpferischen Versehen ein bisschen wie Gott vorgekommen sind? Das wissen wir nicht. Fest steht: Eigentlich hatten sie ein ganz anderes Ziel. Sie wollten den russischen Stör retten. Sein Kaviar gilt als besonders exquisit – leider ist der Fisch vom Aussterben bedroht.

Laut dem Nachrichtensender CNN, der sich auf Veröffentlichung in dem Genetik-Fachmagazin "Genes" bezieht, wollten die ungarischen Forscher eine Möglichkeit finden, den russischen Stör asexuell zu vermehren. Der Fachbegriff für diese Form der ungeschlechtlichen Fortpflanzung lautet Gynogenese. Dabei liefert das Fischmännchen zwar Spermien, aber keine DNA. Die Nachkommen sind somit exakte Klone des Muttertiers.

Um die Gynogenese auszuprobieren, kombinierten die Wissenschaftler zwei Fischarten miteinander, die sich ansonsten vermutlich nie über den Weg geschwommen wären: Während der russische Stör – wer hätte es gedacht – in russischen Gewässern zuhause ist, kommt der Löffelstör in den USA vor. Tatsächlich kam es zu Nachwuchs. Doch anstatt eines Klons des russischen Störs entstand eine vollkommen neue Fischart: Der Sturddlefisch war geboren!

Lebende Fossilien haben jetzt gemeinsamen Nachkommen

Der witzig anmutende Name ist eine Kombination aus den englischen Namen der beiden Fische: sturgeon (Stör) und paddlefish (Löffelstör). Abgesehen von ihrem gemeinsamen Nachkommen haben diese beiden Störarten noch weitere Gemeinsamkeiten: Beide haben während der letzten paar Millionen Jahre, die ins Land gezogen sind, kaum Veränderungen durchlaufen. Sie gelten als "lebende Fossilien" und sind durch Überfischung und den Schwund ihres Lebensraumes vom Aussterben bedroht.

Zumindest der letzten Gemeinsamkeit wollten die ungarischen Forscher mit ihrem Experiment ja eigentlich ein Ende setzen – nur ist dabei eben der Sturddlefisch entstanden. Oder sollten wir lieber sagen: die Sturddlefische? Wie die Wissenschaftler berichten, kommen zwar alle Jungtiere eher nach dem russischen Stör, die genaue Zusammensetzung des Erbguts variiert jedoch.

Faszinierend, was die Wissenschaft so kann. Eine weitere interessante Tierkreuzung ist die Maine Coon – eine ungewöhnliche Katze...

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