21.07.2020 - 20:44

Weniger arbeiten dank Corona? Katja Kipping: Chefin der Linkspartei stimmt für die Vier-Tage-Woche

Endlich Feierabend – auf ins lange Wochenende! Ginge es nach der Chefin der Linkspartei, Katja Kipping, könnte dieses Szenario bald Realität werden. Sie wirbt für eine Vier-Tage-Woche.

Foto: iStock / rclassenlayouts

Endlich Feierabend – auf ins lange Wochenende! Ginge es nach der Chefin der Linkspartei, Katja Kipping, könnte dieses Szenario bald Realität werden. Sie wirbt für eine Vier-Tage-Woche.

Kann man die Corona-Krise auch als Chance sehen? Katja Kipping tut genau dies – und spricht sich für eine viertägige Arbeitswoche aus.

Die Corona-Krise hatte – und hat! – vor allem negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Strukturen und Freiheiten, die uns immer selbstverständlich erschienen sind, sind plötzlich weggebrochen – und zwar in allen Bereichen des Lebens, von der Kinderbetreuung über den Sommerurlaub bis hin zum Konzert mit Freunden. Es ist schwer vorstellbar, dass wir aus der Pandemie irgendetwas Positives ziehen werden, auch, wenn viele davon sprechen, die Krise trotz aller negativen Aspekte auch als Chance zu sehen. Ähnliches hat nun offenbar Katja Kipping vor: Die Chefin der Linken möchte die Vier-Tage-Woche einführen – und die Corona-Krise ist ihrer Meinung nach der ideale Zeitpunkt dafür.

So stellt sich Katja Kipping die Vier-Tage-Woche vor

Der "Rheinischen Post" zufolge argumentiert Katja Kipping in einem Aufruf an die Bundesregierung dafür, ein neues Kurzarbeitergeld als Anschubfinanzierung für eine viertägige Arbeitswoche einzuführen. Das Ganze soll so ablaufen, dass Unternehmen, die die Arbeitszeit ihrer Angestellten wegen der Corona-Krise verkürzen, ein Jahr lang einen Lohnzuschuss vom Staat bekommen. Danach müsse ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung über eine Vier-Tage-Woche oder ein 30-Stunden-Modell ohne weitere Hilfe vom Staat vereinbart werden.

Das sind die Vorteile der Vier-Tage-Woche

Reduzierte Arbeitszeitenmodelle gelten als DAS Ding der Zukunft – nur mit der Umsetzung tun sich viele Unternehmen schwer. Dabei wäre es das Risiko vermutlich wert: Unternehmen, die den Schritt gewagt haben, berichten überwiegend Positives. Auch für Katja Kipping liegen die Vorteile der Vier-Tage-Woche für Arbeitgeber klar auf der Hand. Die Unternehmen profitieren ihrer Ansicht nach davon, dass "ihre Mitarbeiter weniger Fehler machten, motivierter und seltener krank seien". Die Arbeitnehmer mache die Vier-Tage-Woche hingegen "glücklicher, gesünder und produktiver", außerdem könne sie mehr Gleichberechtigung bei Paaren schaffen: Diese müssten sich seltener entscheiden, wer für zugunsten der gemeinsamen Kinder beruflich kürzertrete.

So gut ist die Vier-Tage-Woche für die Gesundheit

Insbesondere die gesundheitlichen Vorteile der Vier-Tage-Woche sind kaum von der Hand zu weisen: Der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zufolge gefährden regelmäßige, zu lange Arbeitszeiten die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und des Magen-Darm-Trakts, können zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkten führen. Mit einer Vier-Tage-Woche ließe sich dem vermutlich vorbeugen. Ganz zu schweigen vom psychischen Wohlbefinden der Mitarbeiter: Wer nur vier anstatt fünf Tage arbeitet, hat einen ganzen Tag mehr Freizeit und damit mehr Zeit für Familie, Freunde und Selbstverwirklichung. Die Folge: zufriedenere und – höchstwahrscheinlich! – motiviertere Mitarbeiter sowie ein produktiveres Arbeitsklima.

Die Corona-Krise als Chance: Das ist eine optimistische Sichtweise. Alles Weitere rund um die Pandemie erfahren Sie auf unserer Themenseite Coronavirus.

Auch die Arbeit aus dem Home-Office ist für viele mittlerweile fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Es war sogar im Gespräch, das Recht auf Home-Office gesetzlich zu verankern! Lesen Sie dazu noch einmal unsere Tipps fürs Home-Office.

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