Aktualisiert: 16.07.2020 - 17:52

Kürzung? Erhöhung? Nullrunde? Diese Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Ihre Rente

Hat die Corona-Krise Auswirkungen auf Ihre Rente? Winkt eine Erhöhung oder droht eine Nullrunde? In der Politik ist man sich uneinig...

Foto: iStock.com/izusek

Hat die Corona-Krise Auswirkungen auf Ihre Rente? Winkt eine Erhöhung oder droht eine Nullrunde? In der Politik ist man sich uneinig...

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind deutlich spürbar. Auch auf die Rente könnte die Pandemie Auswirkungen haben: Wird sie erhöht? Oder droht eine Nullrunde?

Zum 1. Juli diesen Jahres wurden die Rentenbeträge erhöht: 3,45 Prozent mehr Geld erhalten westdeutsche Rentner, 4,20 Prozent mehr gibt es für ostdeutsche Rentner. Eine Rentenerhöhung trotz Corona? Ja! Gundula Roßbach, die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, erklärt: "Die Rente orientiert sich an der Lohnentwicklung des Vorjahres. Wir laufen bei der Rentenanpassung immer ein Jahr hinterher." 2019 gab es noch keine Pandemie, das Lohn-Niveau war stabil. Das macht die diesjährige Erhöhung möglich.

2020 sieht die Situation allerdings anders aus: Aufgrund der Pandemie wurden Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt, die Löhne sanken. Wie wird Corona die Rente 2021 beeinflussen? Wird sie gekürzt? Droht eine Nullrunde? Oder winkt trotz allem eine Erhöhung der Rente? In der Politik ist man sich uneinig...

Rente in Corona-Zeiten: Wird 2021 eine Nullrunde?

Die gute Nachricht zuerst: Rentenkürzungen sind durch eine Schutzklausel gesetzlich ausgeschlossen. Während Arbeitnehmer wegen Kurzarbeit und Co in der Krise teilweise mit einem deutlich niedrigeren Monatsgehalt auskommen mussten, haben Rentner dieses Problem so nicht. Dass die Corona-Krise gar keine Auswirkungen auf unsere Rente haben wird, ist allerdings eine Fehlannahme.

Ein wahrscheinliches Szenario für die Rente 2021 ist laut Experten eine sogenannte Nullrunde. Zugegeben: Dieser Begriff ist etwas irreführend. Nullrunde heißt in diesem Fall nicht, dass Rentner leer ausgehen. Stattdessen bedeutet es, dass es nicht zu einer Erhöhung der Rente kommt. Nullrunden kommen nur selten vor. Die letzte Nullrunde gab es 2010 nach der Finanzkrise. Seitdem stiegen die Rentenbeträge allerdings wieder kontinuierlich.

Auch die Junge Union spricht sich für eine Nullrunde aus. Die Bundesregierung zieht jetzt allerdings in Betracht, die Rente trotz Krise zu erhöhen. Dafür kritisierte Tilman Kuban, der Vorsitzende der Jungen Union, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in einem Interview mit der Zeitschrift Business Insider. "Das ist keine Solidarität, das geht zu Lasten der jungen Generation", so Tilman. Weiterhin weist er darauf hin, Hubertus Heil habe noch im Mai gesagt, dass das Prinzip, wonach die Rente durch die Lohnentwicklung beeinflusst wird, beibehalten werden solle. Eine Erhöhung trotz Krise würde diesem Prinzip widersprechen.

Ist die Erhöhung der Rente eine Last für die junge Generation?

Tilman Kuban bemängelt außerdem, dass die Bundesregierung in der Krise generell zu wenig für junge Leute tue. Als Beispiel führt er die unzureichende Unterstützung für Studierende sowie die durch die Pandemie problematische Lage für Berufseinsteiger an. Eine Erhöhung der Rente trotz Krise würde ihm zufolge eine doppelte Belastung der jungen Generation bedeuten: "Schlechte Startchancen in den Beruf und gleichzeitig die Rekordschulden der Corona-Krise zahlen – das läuft nicht", so Kuban. "Wir müssen darauf achten, dass der jungen Generation nicht ein völlig überfordertes Rentensystem vererbt wird."

Wie sich die Rente 2021 schlussendlich entwickelt, bleibt abzuwarten. Die endgültige Entscheidung darüber, ob und wie die Rente zum 1. Juli 2021 angepasst wird, fällt erst im Frühling des nächsten Jahres.

Nullrunde im Westen – Rentenerhöhung im Osten?

Die Auswirkungen, die Corona auf unsere Rente hat, sind überraschenderweise nicht deutschlandweit einheitlich. Stattdessen ist damit zu rechnen, dass sich das Rentenniveau im Osten und im Westen Deutschlands unterschiedlich entwickelt. Während es nach Einschätzungen der Deutschen Rentenversicherung im Westen keine Rentenerhöhung geben wird, könnte es im Osten sehr wohl zu einer, wenn auch geringen, Anhebung des Rentenniveaus kommen: 0,7 Prozent könnten laut Alexander Gunkel, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Rentenversicherung, möglich sein.

Verantwortlich für diesen Unterschied ist die sogenannte Angleichungstreppe. Mit dieser sollen die Renten im Osten bis 2024 schrittweise an die Renten im Westen angepasst werden – auch die Corona-Krise soll an diesem Unterfangen nichts ändern.

Alle weiteren Informationen rund um die Pandemie haben wir auf unserer Themenseite Coronavirus für Sie gesammelt.

Nach ein paar Jahrzehnten im Beruf sehnen sich die meisten nach dem wohlverdienten Ruhestand und stellen sich die Frage: Wann kann ich in Rente gehen?

Auch über die aktuellen Rentenerhöhungen haben wir bereits berichtet: Mehr Rente trotz Krise: Ab Juli gibt's mehr Geld! Aber Vorsicht: Es könnte sein, dass Sie 2020 erstmals Steuern auf Ihre Rente zahlen!

Mehr zum Thema Renten und Co erfahren Sie in unserem "Ratgeber Recht".

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