15.07.2020 - 18:11

Auf und ab Wellenreiten mal anders: Das ist Bayerns hügeligster Radweg!

Ein Radweg, so schnurgerade, wie wir es gewohnt sind. In Kirchdorf im Landkreis Freising können Sie jetzt auf Bayerns hügeligstem Radweg unterwegs sein!

Foto: imago images/blickwinkel

Ein Radweg, so schnurgerade, wie wir es gewohnt sind. In Kirchdorf im Landkreis Freising können Sie jetzt auf Bayerns hügeligstem Radweg unterwegs sein!

So einen hügeligen Radweg haben Sie wahrscheinlich noch nie gesehen! Schuld an der eigenwilligen Streckenführung ist ein Planungsfehler. Allerdings anders, als Sie vielleicht denken…

Über die Eigensinnigkeiten Bayerns spottet man in den anderen deutschen Bundesländern ja öfter mal. Aber das ist nun wirklich eine Extrawurst der ganz besonderen Sorte! Im Landkreis Freising können Sie auf dem hügeligsten Radweg Bayerns unterwegs sein. Dieser führt von Kirchdorf an der Amper in Richtung Burghausen und ist 2 Kilometer lang. Von diesen 2 Kilometern erinnert ein 500 Meter langer Abschnitt eher an einen Skatepark oder einen Snowboard-Parkour als an einen Fahrradweg: 5 Hügel reihen sich hier aneinander und verleihen dem Radweg sein kurios anmutendes Erscheinungsbild.

Bayerns hügeligster Radweg war ein Planungsfehler

Bayerns buckeligster Radweg entstand nicht von heute auf morgen. Sage und schreibe 5 Jahre Planung und Bau stecken hinter dem Endergebnis. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wie es sein kann, dass innerhalb dieser 5 Jahre niemandem aufgefallen ist, dass der Radweg nicht ganz gerade verläuft. Haben die Verantwortlichen etwa geschlafen? Tatsächlich steckt hinter dem Verlauf des Radwegs ein Planungsfehler des Freisinger Landratsamts – allerdings ein anderer, als Sie jetzt vermutlich denken.

Wie Landratsamtssprecher Robert Stangl der Süddeutschen Zeitung erzählte, war bei der Planung des Radwegs zu spät aufgefallen, dass dieser Radweg deutlich tiefer gelegen hätte als die Straße. Das hätte die Zufahrt von der neben dem Radweg verlaufenden Autostraße auf die Felder auf seiner anderen Seite erschwert: Das Gefälle, das man hätte bewältigen müssen, wäre zu steil gewesen. Weiterhin hätte nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zufahrten geschaffen werden müssen, da die Felder unterschiedliche Besitzer hätten.

Nun gut, mögen Sie jetzt einwenden – aber wäre es dann nicht die logischste Lösung, einfach den gesamten Radweg höher zu legen? In der Tat. Dies hätte aber nicht nur den vorgesehenen finanziellen Rahmen von 3,3 Millionen Euro gesprengt, sondern außerdem einen sogenannten Retentionsausgleich gefordert: Da Kirchdorf in einem Überschwemmungsgebiet liegt, müssen aufgeschüttete Flächen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Ziemlich kompliziert also. Auch ein gemeinsamer Wirtschaftsweg wäre keine Lösung gewesen, hätten sich doch in diesem Fall landwirtschaftliche Fahrzeuge und Fahrräder diesen oft teilen müssen, was den Zweck des gewünschten Radwegs ad absurdum geführt hätte.

Die Verantwortlichen sehen die Buckelpiste sportlich

Der Wellenradweg ist und bleibt also die beste Lösung. Und warum auch nicht? Die Hügel sind schließlich nicht so steil, dass man sie auf dem Fahrrad nicht bewältigen kann – zumindest, wenn man einigermaßen sportlich ist. Einigermaßen sportlich sollte man aber ohnehin sein, wenn man das bergige Bayern mit dem Fahrrad erkunden möchte. Diese Meinung vertritt auch das Landratsamt Freising: "Das muss man ein bisschen sportlich sehen", sagte eine Sprecherin "rp-online.de" zufolge. "Wer die Hügel nicht schafft, schafft den Berg, der danach kommt, auch nicht."

Auch Uwe Gerlsbeck, der Bürgermeister von Kirchdorf, hat sich offenbar mit der Buckelpiste abgefunden: "Fehler sind da, um gemacht zu werden", sagte er gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Man sei froh, jetzt endlich einen Radweg zu haben.

Auf und ab und auf und ab... Ob diese Fahrradkatze Bayerns hügeligsten Radweg wohl auch genossen hätte? Ein Mann, eine Katze, ein Fahrrad: Das ist Nalas Geschichte! Ganz gleich, ob Sie auf dem Land oder in der Stadt unterwegs sind: Beachten Sie unbedingt die wichtigsten Regeln für Radfahrer! Ebenfalls interessant für Radfahrer: Was sich im Straßenverkehr alles ändert.

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