15.07.2020 - 08:05

Ungleiche Verteilung Tourismus-Boom in Deutschland? Nicht überall…

Hier bleibt der für Deutschland erwartete Tourismus-Boom aus: St. Goar im Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Foto: iStock / clubfoto

Hier bleibt der für Deutschland erwartete Tourismus-Boom aus: St. Goar im Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Urlaub im eigenen Land? Viele verbringen ihre Ferien dieses Jahr wegen der Corona-Krise in Deutschland. Dabei verteilen sich die Touristen allerdings ziemlich ungleich…

Es steht nicht gut um den globalen Tourismus. Die Welttourismusorganisation UNWTO rechnet mit einem starken Einbruch des Gesamtgeschäfts für das Jahr 2020, von 60 bis 80 Prozent ist die Rede. Wie groß die Verluste am Ende genau sein werden, hängt davon ab, wann die Reisebeschränkungen wieder gelockert werden.

Auch in Deutschland sieht es in puncto Tourismus eher bescheiden aus. Für den Monat Mai registrierte das Statistische Bundesamt bei den Gästeübernachtungen ein Minus von 75 Prozent im Vergleich zum Mai 2019. Betrachtet man nur die Übernachtungsgäste aus dem Ausland, waren es sogar 91 Prozent. Jetzt in den Sommermonaten läuft das Geschäft zwar wieder an – aber das ist längst nicht überall der Fall. Denn nicht alle Orte in Deutschland erleben gerade einen Tourismus-Boom

In diesen Regionen Deutschlands fällt der Tourismus-Boom aus

Im Grunde ist es nicht wirklich überraschend: Gerade ihren Sommerurlaub wollen viele am liebsten am Meer verbringen. Sonne, Sand, eine kühle Brise… Dank Nord- und Ostsee ist dies auch in Deutschland möglich. Und die Exoten, die einem Strandurlaub merkwürdigerweise nichts abgewinnen können? Die fahren in die Alpen, Berggipfel erklimmen und Hüttenromantik genießen.

Die Konsequenz: In diesen begehrten Regionen wird es ziemlich voll. Nun besteht das Land aber ja nicht nur aus dem Meer im Norden und den Bergen im Süden. Wie steht es eigentlich um das deutsche Mittelfeld? In diesem liegen immerhin so bezaubernde Regionen wie das Welterbe Oberes Mittelrheintal, das vielen als der schönste Abschnitt des Rheins überhaupt gilt.

Natalie Bast ist die leitende Angestellte des Campingplatzes Loreleyblick in der Nähe von St. Goar. Wie sie "tagesschau.de" verriet, ist von dem groß angekündigten Tourismus-Boom hier nichts zu spüren. Zwar besticht der Campingplatz mit einer idealen Lage direkt am Rhein, trotzdem bleiben viele Plätze leer – sogar direkt am Wasser. Ab der zweiten Reihe dünne es sich dann schon merklich aus, lediglich 130 von 360 Plätzen seien belegt.

Corona-Regeln: Deutschland als sicheres Reiseziel?

Den Grund für die ausbleibenden Gäste sieht Natalie Bast neben dem Fehlen niederländischer Gäste auch darin, dass gerade viele Stammgäste sich bereits im fortgeschrittenen Alter befänden. Diese gehörten zur Risikogruppe und seien deshalb besonders vorsichtig – verständlich, wie sie findet. Sowieso: Man sei nicht neidisch auf die stärker frequentierten Regionen, dennoch wünsche man sich, etwas mehr von dem Boom der Deutschlandurlauber zu profitieren.

Auch Dirk Dunkelberg vom Deutschen Tourismusverband findet, dass "es schön wäre, wenn wir die Touristen etwas ins Binnenland umleiten könnten". Dies würde zur Entlastung der Strände beitragen und anderen Regionen guttun. Ob ein solcher Plan gelingen kann, ist allerdings fraglich, schließlich sind Strand und Berge ja auch zu Nicht-Corona-Zeiten die deutschen Sehnsuchtsziele schlechthin.

Immerhin: Dunkelberg scheint trotz der desolaten Tourismus-Situation einen Silberstreif am Horizont zu erkennen. Ihm zufolge sind die Corona-Regeln "ein ganz wichtiges Argument für Urlaub in Deutschland, auch für ausländische Besucher". Schließlich gilt Deutschland als Land, das die Coronakrise dank effizienter Sicherheitsmaßnahmen bisher relativ gut gemeistert hat. Und auch für Deutsche, die innerdeutsch verreisen möchten, hat Dunkelberg einen Tipp: Gut durchführbar seien momentan Städtetrips – schließlich seien die Städte vergleichsweise leer.

Quellen: tagesschau.de, zdf.de, deutschertourismusverband.de, unwto.org

Mehr Informationen über die aktuelle Pandemie erhalten Sie auf unserer Themenseite Coronavirus. Gerade das Thema "Corona und Urlaub" bewegt dabei viele. Diese Fernreisen sind jetzt wieder möglich! Gleichzeitig befürchten viele, aufgrund der steigenden Corona-Zahlen ihrem Sommerurlaub "adé" sagen zu müssen... Erschwert wird die Corona-Debatte dadurch, dass immer noch nicht klar ist, ob und wie lange man nach der Coronavirus-Infektion immun ist.

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