10.07.2020 - 08:08

Europas Ökosysteme in Gefahr? Dieser Wurm frisst Fleisch – und breitet sich bei uns aus

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Ähnlich wie dieser Neuseelandplattwurm frisst der Obama nungara Fleisch, gerne Regenwürmer. Jetzt hat er sich in Europa angesiedelt – wann er in Deutschland gesichtet wird? Wohl nur eine Frage der Zeit...

Foto: imago images / Ardea

Ähnlich wie dieser Neuseelandplattwurm frisst der Obama nungara Fleisch, gerne Regenwürmer. Jetzt hat er sich in Europa angesiedelt – wann er in Deutschland gesichtet wird? Wohl nur eine Frage der Zeit...

Klingt schaurig, ist aber leider Wirklichkeit: Ein südamerikanischer Plattwurm macht sich in Europa breit, der Fleisch frisst und sich über hiesige Ökosysteme hermacht. In Frankreich ist er längst angekommen – auch in Deutschland wird er wohl bald wüten.

Eigentlich ist der Obama nungara in Südamerika zu Hause. Doch auch in Europa fühlt sich der fleischfressende Wurm offenbar wohl – und breitet sich jetzt rasant aus. Vor allem in Frankreich wurde der rund sieben Zentimeter lange Regenwurm-Killer schon häufig gesichtet. Eine echte Gefahr für die hiesigen Ökosysteme. Und wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Wurm auch in deutschen Gärten zu finden ist...

Fleischfressender Plattwurm breitet sich in Europa aus

Um es gleich vorneweg zu sagen: Der Plattwurm wurde selbstverständlich nicht nach dem einstigen US-Präsidenten Barack Obama benannt: Vielmehr leitet sich die Bezeichnung von den Wörtern "Oba" für Blatt und "Ma" für Tier aus der alten südamerikanischen Tupi-Sprache ab. Und Südamerika ist schließlich die Heimat des Obama nungara, der sich im Zuge der Globalisierung vermutlich über Topfpflanzen auch in Europa niedergelassen hat – wo er auf hervorragende Lebensbedingungen stößt, wie "wissenschaft.de" berichtet. Denn noch gibt es praktisch keine Feinde, dafür aber reichlich Nahrung – der rasanten Vermehrung steht also nichts im Wege.

Wo der Obama nungara bereits gesichtet wurde

Laut der Online-Zeitschrift "PeerJ", die sich mit allen möglichen Biowissenschaften beschäftigt, ist der Franzose Jean-Lou Justine samt einem Forscherteam dem Parasiten schon länger auf der Spur. Der Parasitologe und Zoologe ist Professor am Nationalen Naturkundemuseum in Paris und hat bereits 2018 über die ersten Funde des Plattwurms in Europa berichtet.

Während der Obama nungara vor zwei Jahren allerdings noch sehr eingeschränkt auftrat, ist er mittlerweile zumindest in Frankreich schon weitflächig auffindbar, geht aus dem wissenschaftlichen Artikel hervor. Doch auch in Spanien, Großbritannien, Belgien, der Schweiz und den Inseln Guernsey und Korsika ist der Plattwurm gesichtet worden. Deutschland ist in der Aufzählung zwar noch nicht dabei, allerdings sei es "sehr wahrscheinlich", dass der Wurm auch hierzulande bald auftauche, so der "National Geographic", der das Forscherteam um den französischen Zoologen Jean-Lou Justine wiedergibt.

Wo der Wurm wütet, werden Ökosysteme bedroht

Das vernichtende Werk des hungrigen Wurms fällt erst einmal gar nicht auf, denn er wütet unterirdisch. Schnecken und vor allem Regenwürmer gehören zu seinen Opfern, die aber eine wichtige Rolle für die Bodenbeschaffenheit spielen, außerdem vielen heimischen Tierarten als Nahrung dienen. Ihr Verlust könnte das Ökosystem empfindlich stören, warnt Professor Justine. Er sieht den Obama nungara als Bedrohung an, der der einheimischen Bodenfauna richtig gefährlich werden könnte.

Wie lässt sich dann gegen den fleischfressenden Parasiten vorgehen? Das ist schwierig, denn ob und welche chemischen Mittel in Frage kommen, ohne dass die Natur empfindlich gestört wird, steht noch nicht fest. Bis dahin bleibt nur eine Möglichkeit, wie das Wissenschaftsmagazin den Forscher zitiert: "Die einzige mögliche Lösung für Gartenbesitzer besteht darin, den Wurm zu zerquetschen und dann zu verbrennen."

→ Hier geht es zum Fachartikel über den Obama nungara auf PeerJ

Leider gibt es noch mehr Parasiten, die Europa heimsuchen und sogar schon in Deutschland angekommen sind:

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