22.07.2020 - 15:23

Halten Sie Ihr Handy bereit Am Donnerstag kommt Komet Neowise der Erde am nächsten

Wie wäre es mit einer kleinen Foto-Safari? Am Donnerstag kommt der Komet Neowise der Erde am nächsten.

Foto: imago images/Christoph Worsch

Wie wäre es mit einer kleinen Foto-Safari? Am Donnerstag kommt der Komet Neowise der Erde am nächsten.

Kometen haben die Menschen schon seit jeher fasziniert – derzeit besucht uns wieder einer. Sie würden ebenfalls gerne mal auf Kometenjagd gehen? Diesen Donnerstag kommt der Komet Neowise der Erde am nächsten...

Haben Sie schon einmal einen echten Kometen gesehen? Jetzt haben Sie jedenfalls noch die Gelegenheit dazu! Besonders praktisch: Sie brauchen dazu kein Teleskop, sondern können ihn mit bloßem Auge erkennen. Die Rede ist von dem Kometen "C/2020 F3", der abgekürzt auch "Neowise" genannt wird. Benannt ist er nach dem gleichnamigen Nasa-Weltraumteleskop (Near-Earth Object Wide-field Infrared Survey Explorer), mit dem er am 27. März entdeckt wurde. Diesen Donnerstag kommt der Komet Neowise der Erde am nächsten und ist auch mit bloßen Auge noch gut am Nachthimmel zu sehen!

Kometenjagd: Diesen Donnerstag könnte Ihnen ein Schnappschuss von Neowise gelingen

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Komet, als der Kosmonaut Ivan Vagner ihn im Juli von der internationalen Raumstation aus fotografierte. Stefan Gotthold von der Stiftung Planetarium Berlin sagte gegenüber dem "Tagesspiegel" voraus, dass der Komet im Laufe des Juli an Höhe zunehmen und, begünstigt durch den abnehmenden Mond, auch mit dem bloßen Auge sichtbar sein würde. Seitdem gelangten bereits mehreren Hobby-Astrologen und Photographen Schnappschüsse des eisigen Giganten.

Wenn Sie bisher noch keine Gelegenheit dazu hatten, sich Neowise genauer anzuschauen, ist das aber nicht weiter schlimm: Am Donnerstag, den 23. Juli, kommt der Komet der Erde am nächsten. Obwohl er langsam schon wieder verblasst, sind die Voraussetzungen dafür, ihn mit bloßem Auge zu sehen und zu fotografieren, nach wie vor sehr gut. Also: Halten Sie Ihr Smartphone oder Ihre Kamera bereit!

Wo und wann Sie Neowise am besten beobachten können

Besonders gut eignet sich für die Foto-Safari die Zeit zwischen 23 und 3 Uhr. Ob Sie Neowise sehen können, hängt allerdings stark vom Wetter ab. Wenn eine Wolkendecke die Sterne verbirgt, werden Sie auch den Kometen nicht sehen können. Bevor Sie sich auf die Jagd auf Neowise begeben, sollte Sie also unbedingt Ihren örtlichen Wetterbericht checken. So ist der Komet in den folgenden Nächten in den verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich gut sichtbar.

Wenn die Wetterprognose gut ist, sollten Sie sich an einen Ort begeben, an dem der Himmel nicht nur klar, sondern auch möglichst dunkel und frei von künstlichen Lichtquellen ist. Dort sollten Sie Ihren Blick nach Norden wenden und nach dem Sternbild des Großen Wagens suchen. Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) liefert auf Twitter eine Anleitung:

DAS Erkennungsmerkmal von Kometen: der Schweif

Ein typisches Erkennungsmerkmal sowohl von Neowise als auch von anderen Kometen ist der Schweif. Der Grund für ihre charakteristische Form liegt in der Zusammensetzung von Kometen. Die Himmelsphänomene bestehen aus drei Hauptkomponenten: Der Kometenkern, der normalerweise einen Durchmesser von nur wenigen Kilometern hat, besteht größtenteils aus Eis, Staub und Mineralien. Wenn der Komet in die Nähe der Sonne kommt, sublimiert das Eis, d.h. es geht in den gasförmigen Zustand über. Auch Staub und Gestein löst sich bei dem Prozess vom Kern und fliegt davon.

Aus Gas, Staub und Gestein entsteht dann die sogenannte Koma, die diffuse Hülle des Kerns, die sich auf 2 bis 3 Millionen Kilometer ausdehnen kann. Kern und Koma bilden zusammen den Kopf des Kometen. Falls der Komet der Sonne nah genug kommt, wird die Koma vom Sonnenwind weggeblasen. Dadurch entsteht der für Kometen typische Schweif. Dieser kann eine Länge von mehreren 100 Millionen Kilometern erreichen!

Von Anfang Juni bis Ende Juli können Sie mit etwas Glück noch ein weiteres Himmelsphänomen beobachten: Leuchtende Wolken: Alles über das Himmelsphänomen. Außerdem besuchen uns dieser Tage wieder die wohl bekanntesten Meteore: Der Sternschnuppenregen der Perseiden ist bis Ende August wieder zu sehen. Der Höhepunkt des Meteorschauers ist in der Nacht vom 12. auf den 13. August.

Diese Konstellation war ebenfalls interessant für Sterngucker: Im Juni kamen sich Jupiter und Saturn ganz nah!

Spannende Entdeckungen gibt es nicht nur am Himmel. Gerade erst entdeckten Wattwanderer seinen seltenen Nagelrochen!

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