Aktualisiert: 06.07.2020 - 22:06

Das Ende der Stierkampf-Pause Nach Corona-Pause: Wieder Stierkämpfe in Spanien

Von Anna Jemima Schulz

Wegen der Corona-Pandemie pausierte der Stierkampf in Spanien vier Monate lang.

Foto: iStock/Syldavia

Wegen der Corona-Pandemie pausierte der Stierkampf in Spanien vier Monate lang.

Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um der Corona-Krise Einhalt zu gebieten, bedeuteten auch eine Zwangspause für Spaniens Stierkämpfe. Jetzt könnten die Veranstaltungen das erste Mal nach vier Monaten wieder stattfinden.

In den letzten vier Monaten blieben die Stierkampf-Arenen Spaniens leer. Das grausame Spektakel durfte wegen der Corona-Pandemie nicht realisiert werden. Doch nun könnten die Stierkampf-Veranstaltungen wieder stattfinden.

Stierkampf in Spanien nach Corona-Pause wieder zurück

Mehr als zehntausend Tiere sterben jedes Jahr in spanischen Stierkampf-Arenen und in den Übungsanstalten für Toreros. Ein besonderes Ereignis im Stierkampf ist das Stierrennen in Pamplona zu Ehren des Schutzpatrons der Stadt. Dabei werden die Tiere in Sechsergruppen durch die Stadt getrieben. Das Rennen findet sein Ende in der Arena, wo die Tiere grausam getötet werden.

In diesem Jahr musste das berühmte Stiertreiben ausfallen. Der Grund? Die Corona-Krise. Marta Esteban, die Sprecherin der Tierschutz-Plattform "La tortura no es cultura", auf Deutsch: "Folter ist keine Kultur", zeigt sich erfreut über das Ausfallen des Events: "Alles, was dazu beiträgt, dass keine Tiere getötet werden, nur um Menschen zu unterhalten, ist eine gute Nachricht. Hoffentlich können wir bald schon sagen, dass nirgendwo mehr in Spanien Stiere leiden müssen", berichtet sie der Tagesschau.

Branche beklagt Millionenverluste

Vier Monate lang litt in den Arenen kein einziger Stier. Das Coronavirus legte die Branche lahm. Damit gehen allerdings auch immense finanzielle Einbußen einher. Nach eigenen Angaben machten die Züchter Verluste in Millionenhöhe. Einem Antrag auf staatliche Rettung, den die Branche damit rechtfertigte, der Stierkampf sei spanisches Kulturgut und demnach qualifiziert für das Rettungspaket des Kultursektors der spanischen Regierung, wurde abgelehnt. Mitte Juni protestierten tausende Stierkampf-Anhänger auf den Straßen, in mehr als 30 spanischen Städten. Am grausamen Geschäft mit den Stieren hängen rund 6000 Jobs im ganzen Land.

Tierschützer fordern das Ende des Stierkampfs

Nicht nur in Spanien ist der Stierkampf ein Ereignis, das viele Schaulustige anlockt. Wie der Tierschutzbund berichtet, ist der Stierkampf seit 2011 auch in Frankreich Teil der Liste des nationalen immateriellen Kulturgutes. In Südfrankreich gibt es sogenannte "unblutige" Stierkämpfe. Hier ist das Ziel zwar nicht, die Stiere zu töten, jedoch werden die Tiere meist schwer verletzt und traumatisiert. Auch in den USA sind "unblutige" Stierkämpfe legal. Allerdings werden die Tiere meist unmittelbar nach dem Kampf getötet.

In Portugal, Mexiko und Brasilien werden ebenfalls tödliche Stierkämpfe veranstaltet. In Mexiko gibt es sogar Baby-Stierkämpfe, in extra kleinen Arenen werden besonders junge Tiere von den Zuschauern zu Tode gestochen. Tierschutz-Organisationen rufen Touristen dazu auf, Spektakeln wie dem Stierkampf oder der Stierhatz fernzubleiben.

Tierquälerei hat viele Formen, nicht nur der Stierkampf ist verurteilenswert. Auch bestürzt Tierfreunde. Auch Sie können Maßnahmen ergreifen, die dabei helfen, dass Tiere weniger Leid ertragen müssen. Haben Sie es beispielsweise schon einmal mit einer pflanzlichen Ernährung versucht? Wir geben Ihnen an die Hand.

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