02.07.2020 - 17:15

Modekonzern in der Corona-Krise Esprit: Massiver Stellenabbau, 50 Prozent der Filialen machen dicht

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Wie geht es wohl mit Esprit weiter? Der Modekonzern muss wegen der Corona-Krise viele Mitarbeiter entlassen und Filialen schließen.

Foto: imago images / ZUMA Wire

Wie geht es wohl mit Esprit weiter? Der Modekonzern muss wegen der Corona-Krise viele Mitarbeiter entlassen und Filialen schließen.

Jetzt hat die Corona-Krise auch Esprit getroffen: Der Modekonzern hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, will in Deutschland Hunderte von Mitarbeitern kündigen und 50 Prozent der Filialen schließen.

Viele Unternehmen sind durch die Corona-Krise in eine Schräglage geraten. Fast täglich lesen wir mittlerweile von Insolvenzen, Kündigungen im großen Stil und Schließungen. Jetzt hat es einen weiteren Modekonzern erwischt: Bei Esprit verlieren zahlreiche Mitarbeiter ihren Job, allein 50 Prozent der Filialen in Deutschland sollen geschlossen werden.

Wegen der Corona-Krise: Esprit entlässt viele Mitarbeiter und schließt Filialen

Laut Medienberichten muss das angeschlagene Unternehmen weltweit 1200 Jobs streichen, allein Deutschland steht jetzt die Schließung jeder zweiten Filiale und der Abbau von rund 1100 Stellen bevor – und ist damit wohl von allen Ländern am meisten betroffen. Wie Esprit mitteilte, sind es etwa 50 deutsche Ladengeschäfte, die nur noch bis Ende November 2020 geöffnet haben werden.

Wie bereits der Traditionszirkus Cirque du Soleil kurz zuvor hat jetzt auch Esprit eine Schutzschirm-Insolvenz beantragt. Bei der steht eine mögliche Sanierung im Vordergrund, Forderungen von Gläubigern werden zunächst zurückgehalten, außerdem bleibt die Führungsebene überwiegend weiterhin im Amt.

Sterben Warenhäuser und Modeketten jetzt nach und nach aus?

Esprit steht mit den Existenznöten in der Bekleidungsindustrie beileibe nicht allein da: Erst neulich hat Karstadt Kaufhof angekündigt, Filialen schließen zu müssen: Wieviele betroffen sind. Auch Moderiese C&A hat kürzlich bekannt gegeben, bis zu 100 Filialen schließen zu wollen. Wie RP Online berichtet, ist bereits Konkurrent Tom Tailor in Schieflage geraten, aber auch die Handelskette Sinn und das Modeunternehmen Hallhuber suchten im April Rettung in einem Schutzschirmverfahren, die Damenmode-Kette Appelrath Cüpper hat eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Doch laut Wirtschaftswoche sind die Probleme in der Branche nicht nur der Corona-Krise anzulasten: Viele Unternehmen hatten schon länger unter der Tatsache zu leiden, dass sich das Kaufverhalten massiv geändert hat. So ist das Online-Shopping mittlerweile extrem beliebt, daneben können sich traditionelle Marken neben Fast-Fashion-Konzernen wie Primark oder H&M kaum mehr bewähren. Es war also wohl ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis das ein oder andere Unternehmen von der Schließung bedroht worden wäre, die aktuelle Krise hat das lediglich beschleunigt.

Wenn das so weiter geht, werden die Shopping-Meilen in den Innenstädten Besucher bald mit gähnender Leere empfangen – Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbandes Deutschland, sagt es in der Wirtschaftswoche so: "Wir laufen große Gefahr, dass Traditionshäuser, die unsere Innenstädte seit vielen Jahrzehnten prägen, in die Insolvenz gehen."

Bittere Aussichten!

Und was wird mit den Angestellten? Ob Putzfrau oder Kassiererin: Viele Jobs sind hart, bringen wenig Geld und können in eine Altersarmut münden.

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