29.06.2020 - 18:55

Praktisch zum Einfrieren? Warum Sie leere Eisdosen nicht wiederverwenden sollten

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Eisdosen nach dem Verzehr von Eis weiterverwenden für Lebensmittelreste und wieder einfrieren? Lieber nicht!

Foto: iStock/alvarez

Eisdosen nach dem Verzehr von Eis weiterverwenden für Lebensmittelreste und wieder einfrieren? Lieber nicht!

Viele Menschen nutzen Dosen nach dem Eis-Verzehr zum erneuten Einfrieren von Lebensmitteln. Doch davon sollten Sie die Finger lassen.

Sie haben einen großen Topf Suppe gekocht und wollen die Reste nicht verkommen lassen? Dann lohnt es sich, übrig gebliebenes Essen einzufrieren. Viele greifen dabei gerne auf Behältnisse zurück, die nicht in erster Linie dazu dienen, wie zum Beispiel leere Eisdosen. Denn die großen Plastikbecher haben viel Volumen, ideal also um eine Menge Essen hinein zu füllen.

Aber Achtung! Leere Eisdosen sollten Sie nicht wiederverwenden – und schon gar nicht, um Lebensmittel darin einzufrieren. Denn das kann gesundheitsschädlich sein.

Leere Eisdosen? Nicht zum Einfrieren von Lebensmitteln verwenden!

Diese Kunststoffdosen sind in erster Linie für Speiseeis konzipiert. Und obwohl viele Verbraucher es schade finden, diese nach dem Eisverzehr wegzuwerfen und lieber wiederverwenden, sollten Sie genau davon die Finger lassen. Vorsicht auch beim Einfrieren und Auftauen von Hackfleisch: Diese Fehler machen viele.

Zu den Behältern sagt Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: “Sie wurden für die Abfüllung von Speiseeis hergestellt und eignen sich nicht zur Aufbewahrung anderer Lebensmittel.“ Der Grund sind chemische Substanzen. "Wer in eine solche Dose etwa heiße und fetthaltige Suppe füllt, der riskiert, dass sich Chemikalien aus der Dose herauslösen und ins Lebensmittel übergehen.“

Chemische Substanzen in Eisdosen

Dabei handelt es sich zum Beispiel um Weichmacher oder UV-Stabilisatoren. Außerdem entstehen bei der Herstellung des Kunststoffes Nebenprodukte, die in die Lebensmitteln übergehen können – und beim Verzehr dem menschlichen Körper schaden.

Aber kann man dann das Eis überhaupt unbedenklich essen? Ja, denn in sogenannten Konformitätserklärungen versichern die Hersteller, dass die Verpackung für den Einsatzzweck – also die Aufbewahrung von Speiseeis – bei tiefen Temperaturen unbedenklich ist. Das gilt aber eben nicht für andere Lebensmittel. Warum eigentlich fertig kaufen? So machen Sie Eis ohne Eismaschine einfach selbst.

Plastik beim Einfrieren möglichst meiden

Worauf sollten Verbraucher aber dann zurückgreifen, um übrig gebliebenes Essen einzufrieren? Behältnisse aus Glas, Porzellan oder Edelstahl eignen sich zum Beispiel gut. Plastik solle man der Expertin zufolge grundsätzlich vermeiden. Eine Möglichkeit sind laut Etzenbach-Effers aber Mehrweg-Plastikgefäße. "Sie sollten aus Polypropylen sein. Erkennbar durch das aufgedruckte Zeichen PP“. Lesen Sie hier, welche 17 Lebensmittel sich generell toll einfrieren lassenund was Sie beim Einfrieren von Brot und Kuchen beachten sollten.

Vorsicht ist allerdings geboten bei fetthaltigen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Kräuterbutter. Füllt man diese in Plastikdosen, können besonders hier chemische Stoffe freigesetzt werden. "Fettlösliche Schadstoffe gehen leichter in fette und ölige Substanzen über“, so Expertin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Gleiches gilt auch für heiße Lebensmittel. Diese sollte man vor dem Einfüllen in den Behälter erst einmal etwas abkühlen lassen. Hier lesen Sie übrigens mehr zu alltäglichen Hygienemängeln und welche Fehler fast jeder macht.

Weitere Hintergründe und spannende Geschichten finden Sie auf unserer Themenseite Haushaltstipps.

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