24.06.2020 - 10:44

Wenn die Erde bebt und spuckt Droht dieser Vulkan in Island mit einem Ausbruch?

Der Vatnajökull-Gletscher auf Island. Unter dieser 8300 km² großen Gletscherdecke liegt der Vulkan Grímsvötn.

Foto: iStock.com/Rolf_52

Der Vatnajökull-Gletscher auf Island. Unter dieser 8300 km² großen Gletscherdecke liegt der Vulkan Grímsvötn.

Island gehört zu den vulkanisch aktivsten Gebieten der Erde. Bahnt sich jetzt ein neuer Vulkan-Ausbruch auf Island an?

Erinnern Sie sich noch an Eyjafjallajökull? Der isländische Vulkan mit dem langen Namen hatte 2010 eine Aschewolke in die Luft geschleudert, die den Flugverkehr über Nord- und Mitteleuropa mehrere Tage lang lahmlegte. Tatsächlich ist Island wegen seiner besonderen geographischen Lage ein echter Vulkanismus-Hotspot. Hier grenzen die eurasische und die nordamerikanische tektonische Platte aneinander, außerdem gibt es unter dem Land eine Magma-Quelle. Kein Wunder, dass Island zu den vulkanisch aktivsten Gebieten der Welt gehört!

Auch 2011 gab es in Island einen Vulkanausbruch: Der Vulkan Grímsvötn spuckte Asche und ließ die Erde beben… Jetzt warnen Behörden vor einem neuen Vulkan-Ausbruch in Island – und wieder ist es der Grímsvötn, der die Experten aufhorchen lässt.

Vulkan-Ausbruch in Island: Diese Hinweise gibt es

Seit 1996 bricht der Grímsvötn laut der isländischen Wetterbehörde IMO ungefähr alle fünf bis zehn Jahre aus. Dass es jetzt mal wieder an der Zeit sein könnte, lassen die hohen Schwefeldioxidwerte vermuten, die man bereits Mitte Juni am Grímsvötn maß. Diese zeigen laut IMO an, dass Magma in die oberen Erdschichten aufsteigt.

In den vergangenen drei Tagen stütze ein weiteres Naturphänomen diese Beobachtung – oder besser gesagt, mehr als 2.500 weitere Naturphänomene: Die IMO registrierte einen Erdbebenschwarm im Norden der Insel – mehr als 2.500 schwächere Erdbeben traten dort auf. Drei Beben erreichten immerhin die Stärke fünf, eines davon war sogar in der 265 Kilometer entfernten Hauptstadt Reykjavík zu spüren.

Die IMO rechnet damit, dass die Erdbeben während der nächsten Tage anhalten werden und verweist darauf, dass ein solcher Erdbebenschwarm in der Vergangenheit oft ein weiteres, großes Beben mit sich gezogen hätte. Dies müsse jedoch nicht zwingend der Fall sein. Laut "vulkane.net" könnten die Erdbeben mit aufsteigenden Magmaströmen in Verbindung stehen und somit ebenfalls auf einen Ausbruch des Grímsvötn hinweisen.

Was würde ein Vulkan-Ausbruch für Island bedeuten?

Glücklicherweise ist es unwahrscheinlich, dass der Grímsvötn im Falle einer Eruption großen Schaden anrichten würde. Der Vulkan liegt relativ weit entfernt von Städten oder Dörfern. Da er unter der 8.300 km² großen Gletscherdecke des Vatnajökull-Gletschers liegt, könnte es allerdings zu Überschwemmungen durch geschmolzenes Eis kommen. Außerdem ist vermutlich erneut mit dem Ausstoß von Aschewolken zu rechnen, was wiederum, wie schon bei Eyjafjallajökull, die Streichung von Flügen nach sich ziehen kann…

Quellen: t-online.de, en.vedur.is, vulkane.net, geo.de

Nicht nur Island ist eine Region, die vulkanisch aktiv ist. Lesen Sie auch unseren Artikel über Vulkane in der Eifel!

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Trotzdem geht auch an Island der Klimawandel nicht spurlos vorbei. Letztes Jahr wurde dort zum ersten Mal ein Gletscher offiziell für tot erklärt. Um den Klimawandel zu stoppen, ist ein nachhaltiger Lebensstil besonders wichtig. Mehr dazu finden Sie auf unserer Themenseite Nachhaltig leben.

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