23.06.2020 - 19:17

Studie zeigt So teuer ist es für Frauen, Kinder zu kriegen

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Kinderbetreuung ist Frauensache? Eine Studie zeigt jetzt, wie groß die finanziellen Einbußen von Frauen sind, die Kinder haben.

Foto: iStock.com/Morsa Images

Kinderbetreuung ist Frauensache? Eine Studie zeigt jetzt, wie groß die finanziellen Einbußen von Frauen sind, die Kinder haben.

Kinder haben und einem Beruf nachgehen, wollen viele Frauen. Doch wie teuer der Nachwuchs für Mütter wirklich ist, zeigt jetzt eine Studie.

Ein Kind zu bekommen, ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die ein Paar im Leben treffen kann. Denn damit einher geht nicht nur eine große Verantwortung für einen kleinen Menschen, sondern auch eine strukturelle Veränderung des eigenen Lebens. Denn ein Kind braucht viel Zeit, Aufmerksamkeit, Betreuung und Liebe. Vor allem Frauen kümmern sich um den Nachwuchs und gehen deshalb in der Betreuungszeit des Kindes weniger oder gar nicht arbeiten. Eine Studie hat nun Zahlen veröffentlicht, die belegen, welche finanziellen Einbußen Mütter im Job haben – und wie teuer Kinder für Frauen sind.

Kinder sind teuer! So hoch sind die finanziellen Einbußen für Frauen

Eines ist klar: Die Zeit, die Frauen nicht arbeiten und in die Familie investieren, schlägt sich in der späteren Rentenauszahlung nieder. Die Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass es bei den Einkommen von Müttern vor allem einen Unterschied gibt im Vergleich zu den Einkommen kinderloser Frauen.

Demnach verdienen kinderlose Frauen in Westdeutschland im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 1,3 Millionen, in Ostdeutschland 1,1 Millionen Euro. Frauen mit einem Kind haben dagegen erhebliche Einbußen und kassieren etwa 40 Prozent weniger Gehalt. Noch stärker fällt der Einkommensunterschied aus bei Müttern von drei oder mehr Kindern: Im Vergleich zu Kinderlosen verdienen sie sogar rund 70 Prozent weniger.

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Corona-Pandemie verschärft Situation für Mütter

Keine einfache Situation für berufstätige Mütter in Deutschland. Die Corona-Pandemie hat die Lage sogar noch verschärft. Denn Kitas und Schulen waren über Monate komplett geschlossen, oft waren es Frauen statt Männer, die sich zuhause um die Betreuung der Kleinen gekümmert haben.

Hier lesen Sie, warum aber gerade Frauen die Gesellschaft in der Corona-Krise am Laufen halten.

Laut der Bertelsmann-Studie haben etwa 27 Prozent der befragten Frauen deshalb ihre Arbeitszeit reduzieren müssen. Funktionieren Kinder und Karriere für Frauen überhaupt gleichzeitig? Experten empfehlen schon lange, dass Väter mehr in die Familienarbeit eingespannt und alte Rollen-Klischees aufgebrochen werden müssten. Auch flexiblere Arbeitszeiten oder auch die Option auf Home Office müssten Müttern angeboten werden.

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Die Autorin der Studie, Manuela Barišić, bringt im RTL-Interview konkrete Vorschläge für die bessere Vereinbarkeit von Kindern und Job an: “Gute Ganztagsschulen und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind genauso wichtig wie eine Reform des Ehegattensplittings und der Minijob-Regelungen.“

Am Internationalen Frauentag soll ein Zeichen für Gleichberechtigung gesetzt werden. Noch immer sind wir weit davon entfernt. Woher der Frauentag kommt, erfahren Sie im Video:

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