22.06.2020 - 18:39

Unverschämte Tricks Pfandbetrug wird immer dreister – Lebensmittelmärkte schützen sich zunehmend

Immer wieder werden Pfandautomaten manipuliert, um von fiesen Pfandbetrügern für ihre Zwecke missbraucht zu werden.

Foto: iStock.com/Drazen_

Immer wieder werden Pfandautomaten manipuliert, um von fiesen Pfandbetrügern für ihre Zwecke missbraucht zu werden.

Millionen Euro Schaden richten die Pfandbetrüger jährlich an. Um diesem Missbrauch endlich mal einen Riegel vorzuschieben, haben sich Supermärkte und Discounter gegen die gängigen Tricks etwas einfallen lassen.

Flaschenpfand in größerer Menge bedeutet einen Haufen Kohle. Kein Wunder, dass sich Betrüger auf diesem Weg Geld ergaunern wollen. Doch viele Tricks um den Pfandbetrug sind mittlerweile bekannt. Discounter-Mitarbeiter haben sie gegenüber Chip verraten. Demnach können sich die Supermärkte und Discounter nun auch immer besser schützen.

Pfandtricks: Diese Betrügereien gibt es

Ein ganz einfacher, aber höchst illegaler Trick der Betrüger ist es, einfach eine Schnur um den Flaschenhals zu wickeln. Ist die Flasche durch den Pfandscanner gegangen, wird sie einfach wieder herausgezogen und nochmal benutzt. Nicht weniger dreist sind Schummeleien mit Getränkekisten, die es in einem Supermarkt in Hamm gegeben hat. Eine Betrügerbande, die gleichzeitig im Supermarkt arbeitete, hat Pfandkisten monatelang an der Kasse nicht berechnet, wenn ihr Komplize dort auftauchte. Die gestohlenen Kisten wurden dann später am Pfandautomat in bares Geld umgetauscht.

Häufiger kommt es auch vor, dass Pfandflaschenautomaten manipuliert werden. Beispielsweise durch Ausschalten des Schreddervorgangs. So wird das Leergut nicht zerstört und kann erneut eingelöst werden. Auch der Aufklebertrick ist mittlerweile bekannt. Bei diesem fälschen die Betrüger das Logo der Deutschen Pfandsystem GmbH und versehen damit Flaschen, wie beispielsweise Öl- oder Essigflaschen, die überhaupt keinen Pfandwert haben. Aber auch andere Gegenstände wurden damit schon beklebt. Es kam bereits zu einem Vorfall, bei dem eine damit ausgestattete Toilettenpapierrolle in den Rückgabeautomaten gesteckt wurde.

So schützen sich Supermärkte vor Pfandbetrug

Lebensmittelmärkte lassen sich diese miesen Betrügerein mit dem Pfandgeschäft nicht mehr gefallen. Gegen die gängisten Abzockmethoden haben sie bereits Maßnahmen ergriffen. Beispielsweise lässt sich der Angelschnurtrick nicht mehr so einfach umsetzen. Bei Lidl zum Beispiel gibt der Automat in einem solchen Fall die Meldung "Objekt wurde rückwärts bewegt/angehalten", wie eine Mitarbeiterin Chip mitteilte. Auch das Aufkleben der falschen Pfandetiketten ist nicht mehr möglich. Supermärkte und Discounter setzen nun immer mehr auf Pfandautomaten, die den EAN-Code beim Scannen berücksichtigen. Dieser muss richtige Angaben liefern, sonst wird der Pfandbetrag verweigert.

Quelle: infranken.de, chip.de

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Pfand gibt es mittlerweile auf viele Getränke. Anfangs waren es noch nicht so viele, doch 2019 änderte sich das.

Sie können ruhig weiterhin viele Pfandflaschen auf einmal abgeben. So schnell wird man nicht des Betruges verdächtig. Sollte Ihnen doch so ein Fall mal unterkommen, ist es immer gut, sein Recht zu kennen – so auch in vielen anderen Lebenslagen. Um zu wissen, was Ihnen zusteht, setzen Sie sich am besten mit unserer Themenseite Ratgeber Recht auseinander.

Ist der Pfandbon eingelöst, kann man sich an der Kasse über eine geringere Rechnung oder ein paar Münzen bar auf die Hand freuen. Es gibt aber auch noch eine andere Methode, am Ende des Einkaufs einen geringen Wert auf dem Kassenbon stehen zu haben – ganz ohne Einlösen des Kassenbons. Nämlich durch Spartipps beim Einkaufen. Diese zeigen wir Ihnen im Video:

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