Aktualisiert: 18.06.2020 - 21:36

Neues Design ab 2021 Wegen rassistischer Stereotype: Aus Uncle Ben's wird Ben's Original!

Das aktuelle Logo von Uncle Ben's soll bald der Vergangenheit angehören: Ab 2021 gibt es dieses und weitere Produkte im neuen Design und unter neuem Namen.

Foto: imago images/Rüdiger Wölk

Das aktuelle Logo von Uncle Ben's soll bald der Vergangenheit angehören: Ab 2021 gibt es dieses und weitere Produkte im neuen Design und unter neuem Namen.

Auf die Debatte um Rassismus und Polizeigewalt in den USA reagieren Lebensmittelkonzerne mit der Änderung von Logos und Namen. So auch die Marke Uncle Ben's.

Eine Reismarke ändert ihren Namen: Aus Uncle Ben’s wird Ben's Original! Wie der amerikanische Lebensmittelkonzern Mars jetzt bekannt gab, sollen die Produkte in neuer Verpackung ab 2021 im Handel erhältlich sein. Weiterhin soll das Logo der Marke, das Gesicht eines älteren schwarzen Mannes mit weißem Haar, das neben dem Namenszug prangte, entfernt werden. Grund für die geplanten Änderungen sind die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die in den USA durch den Mord an dem Schwarzen George Floyd gerade neu entflammt sind.

Rassismus-Vorwurf: Uncle Ben’s Will Logo ändern
Rassismus-Vorwurf: Uncle Ben’s Will Logo ändern

Es soll nicht beim neuen Design bleiben: Der Konzern möchte außerdem aufstrebende schwarze Köche durch Stipendien unterstützen – zuerst in den USA und später weltweit. Außerdem möchte man sich in Greenville, Mississippi, wo der Reis von Ben's Original seit den 1940er Jahren hergestellt wird, verstärkt um Bildungsmöglichkeiten für mehr als 7.500 StudentInnen sowie den Zugang zu frischen Lebensmitteln bemühen.

Uncle Ben’s ändert sein Logo aufgrund rassistischer Stereotype

Bereits früher hatten Kritiker Mars vorgeworfen, dass die Marke Uncle Bens’s auf rassistischen Stereotypen basiere. Der weiße Kragen von Uncle Ben erinnere an eine Butler-Uniform, außerdem sei der Titel "uncle" problematisch. Darauf wies auch die "New York Times" hin, die sich bereits 2007 mit der Problematik der Figur Uncle Ben auseinandergesetzt hatte. Laut "nytimes.com" wurden die Bezeichnungen "uncle" und "aunt" (deutsch: Onkel und Tante) früher im Süden der USA als Titel für ältere schwarze Personen verwendet. Der Grund: Die üblichen Anredeformen für Weiße, "Mr." und "Mrs.", hatte man ihnen verweigert.

Makeover geplant – genauer Zeitpunkt noch ungewiss

Der Lebensmittelgigant Mars hatte sich die Kritik schon damals zu Herzen genommen und dem beliebten Uncle Ben ein Makeover verpasst: In einer Kampagne war er zum Vorsitzenden einer Firma befördert worden, der weiße Kragen war zum Hemd eines schicken Anzugs gehörend interpretiert worden.

Bewegt durch die aktuellen Anti-Rassismus-Demonstrationen und der Debatte um rassistische Polizeigewalt, zog der Konzern in Juni dieses Jahres nach: Da das Unternehmen zum Ende rassistischer Vorurteile und Ungerechtigkeit beitragen wolle, werde man das Markenlogo weiterentwickeln, so das Versprechen.

Pepsi-Marke Aunt Jemina: Gleiche Problematik

Uncle Ben’s ist nicht die einzige Marke, die ein Makeover vor sich hat. Ebenfalls verändert werden soll die Marke Aunt Jemina, die zu der Pepsi-Tochtergesellschaft Quaker Foods gehört. Das Design ist hier ähnlich aufgebaut wie bei Uncle Bens: Der Kopf einer lachenden schwarze Frau ist über dem Titel "Aunt Jemina" abgebildet.

Im März haben wir schon mal über Uncle Ben's berichtet. Damals gab es einen Lebensmittelrückruf: Uncle Ben's rief Reis wegen Verletzungsgefahr zurück.

Nicht nur Uncle Ben's strebt Veränderungen an: Das Musik-Label "One Little Indian" ändert wegen der Rassismus-Debatte seinen Namen. Der Streamingdienst HBO Max streicht "Vom Winde verweht" wegen Rassismusvorwürfen.

Den vollständigen Artikel der New York Times finden Sie hier: Uncle Ben, Board Chairman

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