Aktualisiert: 14.10.2020 - 09:13

Müll-Mythen aufgedeckt Müll richtig trennen: Geheimnis gelber Sack

Der gelbe Sack oder die gelbe Tonne sind der richtige Entsorgungsort für Verpackungsmüll.

Foto: iStock.com/naumoid

Der gelbe Sack oder die gelbe Tonne sind der richtige Entsorgungsort für Verpackungsmüll.

Der gelbe Sack und die gelbe Tonne sind vielen ein Rätsel. Wie Sie Müll richtig trennen und welche Müll-Mythen rund um den gelben Sack existieren, erfahren Sie hier.

Damit möglichst viel Müll recycelt und wiederverwertet werden kann, ist Müll richtig trennen das A und O des Recyclings.

Insbesondere der Verpackungsmüll, auch gelber Sack oder gelbe Tonne genannt, stellt Verbraucher oft vor ein Rätsel. Was gehört eigentlich in den gelben Sack oder die gelbe Tonne? Erfahren Sie hier, worauf Sie bei der Müllentsorgung im gelben Sack oder in der gelben Tonne achten müssen!

Müll richtig trennen – ein Überblick

Diese Mülltonnen sollten Sie haben – und das kommt rein:

  • Biomüll: Organische Abfälle, die verrotten, z.B. Lebensmittelreste und Pflanzenschnitt. Vorsicht: Mülltüten aus kompostierbarem Plastik zerfallen nicht zu Humus! Besser ist Papier – oder einfach gar keine Tüte.
  • Papiermüll: Papier und Karton
  • Altglas: Altglas kommt in den Altglascontainer und wird dort nach den Farben weiß, grün und braun getrennt. Wichtig: Spiegel, Trinkgläser, Keramik, Fensterglas o.ä. gehören nicht ins Altglas, stattdessen landen hier hauptsächlich Flaschen. Tipp: Bei Weiß- und Braunglas genau auf die Farben achten. Ins Grünglas darf auch ausnahmsweise mal was weißes oder braunes.
  • Verpackungsmüll (gelber Sack/gelbe Tonne): Leichtverpackungen aus Plastik, Aluminium etc.
  • Restmüll: Der Name verrät es schon – in den Restmüll gehört der "Rest", d.h. das meiste, was nicht in eine der anderen Tonnen passt und nicht wiederverwertet werden kann.

Müll richtig trennen: Gelber Sack oder gelbe Tonne?

Ob Sie Ihren Verpackungsmüll in einem gelben Sack oder einer gelben Tonne entsorgen, hängt von der Stadt oder Gemeinde ab, in der Sie leben. Manche Gemeinden bieten auch beides an. Was die Mülltrennung und –entsorgung an sich angeht, macht es keinen Unterschied, ob Sie einen gelben Sack oder eine gelbe Tonne nutzen – entscheidend ist, ob Sie den Müll richtig trennen.

Die meisten Unterschiede, die die Entscheidung zwischen Sack und Tonne bedingen, sind rein praktischer Natur. So reißen gelbe Säcke beispielsweise leichter, was das Risiko erhöht, dass Müll dort landet, wo er nicht hingehört. Gelbe Tonnen sind dafür sperriger, weshalb ihre Leerung für die Angestellten der Müllabfuhr mit erheblichen körperlichen Mühen verbunden sein kann. Dafür haben Tonnen ihren festen Platz vor dem Haus, wohingegen gelbe Säcke von den Bewohnern selbst gelagert werden müssen. Das wiederum kann bei Platzmangel schwierig sein und außerdem zu unangenehmen Gerüchen führen.

Müll-Mythos 1: Jedes Plastik kommt in die gelbe Tonne

Falsch. Die gelbe Tonne oder der gelbe Sack sind speziell für Verpackungsmüll gedacht. Das hat den Hintergrund, dass auf diesem Weg Firmen ihren Verpackungsmüll quasi wieder "zurücknehmen" und dessen Entsorgung und Recycling finanzieren. Altes Plastikspielzeug zum Beispiel besteht zwar aus dem gleichen Material wie ein Großteil des Mülls, der im gelben Sack landet. Da es sich dabei aber nicht um die Verpackung eines Produkts, sondern um das Produkt selbst handelt, ist der gelbe Sack nicht der richtige Ort dafür.

Müll-Mythos 2: Nur Plastik darf in den gelben Sack

Falsch. Ebenso, wie nicht jedes Plastik in den gelben Sack oder die gelbe Tonne gehört, ist dieser Müll nicht ausschließlich für Plastik gedacht. Alles, was dazu dient, ein Produkt zu verpacken, gehört in den Verpackungsmüll – es sei denn, die Verpackung besteht aus Papier oder Glas. In diesem Fall ist natürlich der Papiermüll oder das Altglas der richtige Entsorgungsort, um den Müll richtig zu trennen.

Müll-Mythos 3: Deckel dürfen nicht in die gelbe Tonne

Falsch. Auch Deckel zählen zur Verpackung, dürfen also in den Verpackungsmüll, selbst wenn sie aus einem anderen Material sind als die restliche Verpackung. Wichtig ist lediglich, dass sie den Deckel abschrauben, bevor sie die Verpackung entsorgen. Das erleichtert die spätere Trennung des Verpackungsmülls nach Material. Das Gleiche gilt übrigens auch für Verpackungen, die aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammengesetzt ist, beispielsweise Aluminium und Plastik. Besteht hingegen ein Teil der Verpackung aus Pappe, gehört diese natürlich in den Papiermüll.

Müll-Mythos 4: Die Verpackungen müssen komplett sauber sein

Halb wahr, halb falsch. Viele gehen davon aus, dass alles, was im gelben Sack oder der gelben Tonne landet, komplett sauber sein muss. Aber keine Sorge: Sie müssen jetzt nicht damit anfangen, Ihren Müll zu waschen, das passiert später beim Recycling-Vorgang sowieso. Was hingegen stimmt ist, dass alle Behältnisse, die Sie im Verpackungsmüll entsorgen, leer sein sollten. Lebensmittelreste gehören in den Biomüll. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Verpackung komplett frei von Lebensmittelspuren sein muss, "löffelrein" genügt.

Müll-Mythos 5: Alles, was in den gelben Sack kommt, wird sowieso verbrannt

Halb wahr, halb falsch. Müll in die Verbrennungsanlage zu schicken ist teuer, deshalb wird versucht, so viel Müll wie möglich zu "retten", d.h. zu recyceln. Der Inhalt des Verpackungsmülls wird nicht einfach so verbrannt, sondern sortiert, zuerst maschinell, dann per Hand. Am Ende wird zwar doch ein Großteil des Mülls verbrannt, da dieser jedoch vorsortiert wurde und dadurch "sortenrein" ist, kann ein Teil davon als Brennstoff wiederverwendet werden, zum Beispiel in der Industrie.

Gelber Sack? Gelbe Tonne? Hä?

Falls Sie sich jetzt immer noch nicht schlauer fühlen, sondern verzweifelt versuchen, herauszufinden, welche Ihrer Mülltonnen die gelbe Tonne sein könnte, können wir Sie beruhigen: Ihre Verwirrung liegt vermutlich daran, dass Sie in einer der Städte leben, die statt einer gelben Tonne oder einem gelben Sack eine sogenannte Wertstofftonne eingeführt haben. Bei dieser sind die Regeln noch einmal ein wenig anders als beim gelben Sack, außerdem variieren sie von Stadt zu Stadt. Es empfiehlt sich deshalb, direkt bei dem Betreiber nachzufragen.

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Quellen: gruener-punkt.de, Kampagne: "Mülltrennung wirkt", verbraucherzentrale.de, nabu.de, sueddeutsche.de

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