12.06.2020 - 11:11 Anzeige

#keinkindalleinelassen Gerade jetzt: Gemeinsam gegen Kindes-Missbrauch

Schauen Sie nicht weg. Wie Sie helfen können beim Verdachtsfall auf Kindesmissbrauch.

Foto: iStock.com/fasphotographic

Schauen Sie nicht weg. Wie Sie helfen können beim Verdachtsfall auf Kindesmissbrauch.

Durch die Isolation während der Coronakrise sind viele Kinder in noch größerer Gefahr vor innerfamiliärer Gewalt und sexuellem Missbrauch. Wie auch Sie helfen können.

"Auch sexueller Missbrauch ist eine Pandemie, eine Pandemie mit dramatischem Ausmaß", mahnt der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. Der Kampf dagegen und für den Kinderschutz dürfe auch in der Corona-Krise nicht vernachlässigt werden. Wochenlang waren Kitas und Schulen aufgrund der Corona-Pandemie jetzt geschlossen und die meisten Kinder mit ihren Familien zu Hause. "Durch die Isolation sind viele Kinder in noch größerer Gefahr vor innerfamiliärer Gewalt", warnt Rörig. Nach der teilweisen Öffnung der Einrichtungen ist es nun um so wichtiger, genau auf die Kinder zu achten, die aufgrund der Ausgangsbeschränkungen wenig sichtbar waren, um betroffenen Kindern Hilfe zu ermöglichen. Ein wichtiges Hilfsangebot stellt hier die Aktion "Kein Kind alleine lassen" dar. Auf der dazugehörigen Website www.kein-kind-alleine-lassen.de wird Soforthilfe in Zeiten von Corona sowohl für betroffene Kinder, als auch für hilfsbereite Erwachsene zur Verfügung gestellt.

www.kein-kind-alleine-lassen.de – Soforthilfe in Zeiten von Corona

Johannes-Wilhelm Rörig hat als der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) der Bundesregierung mit seinem Team die Aktion ins Leben gerufen. Kinderschutz-Experten sind in der aktuellen Corona-Krise in höchster Sorge um das Wohl vieler tausend Kinder. Familien sind lange und ununterbrochen zusammen, oft beengt und ohne Privatsphäre. Für viele ist das eine schwierige Situation, für Kinder und Frauen steigt das Risiko, in den eigenen vier Wänden misshandelt und missbraucht zu werden.

Unter www.kein-kind-alleine-lassen.de finden Betroffene verschiedene Möglichkeiten, mit den Hilfsstellen in Kontakt zu treten:

Nicht wegschauen – anrufen hilft!

Der Missbrauchsbeauftragte ruft dazu auf, gerade jetzt auf Kinder zu achten, die in den vergangenen Wochen aufgrund der Ausgangsbeschränkungen wenig sichtbar waren. Der Aufruf richtet sich nicht nur an Lehrer und Erzieher, die nun, wenn auch weiterhin sehr eingeschränkt, wieder die Chance haben, bei ihren Schülerinnen und Schülern auf Verhaltensänderungen zu achten. Vielmehr werde hier die Mithilfe aller gebraucht, um Kinder zu schützen und ihnen Hilfe zu ermöglichen – die Gesellschaft als Ganzes ist aufgerufen, nicht wegzuschauen, sondern den Kindern hilfsbereit zur Seite zu stehen.

„Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen findet täglich, real und überall statt. Die meisten Fälle bleiben unerkannt. Deshalb ist es so wichtig, dass Personen aus dem Umfeld von Kindern handeln, wenn sie einen Verdacht haben oder sich Sorgen um ein Kind machen“, appelliert Rörig. Die Website www.kein-kind-alleine-lassen.de zeigt auch auf, wie Sie sich in einem Verdachtsfall in Ihrem Umfeld am besten verhalten und wie Sie aktiv helfen können, Betroffenen Hilfe zugänglich zu machen.

Auch Sie können helfen

Hilfsbereite Erwachsene finden auf der Website unter anderem Flyer und Plakate, die sie ausdrucken und in ihrem Umfeld verbreiten und aufhängen können, um so Betroffenen die entsprechenden Hilfsangebote nahe zu bringen. Auch vorbereitete Statements zum Teilen auf den Sozialen Kanälen, um auch Freunde und Bekannte auf das Thema aufmerksam zu machen, stehen zum Download bereit

Gerade jetzt kommt es auf höchste Sensibilität und Solidarität an. Schauen Sie nicht weg – wir alle sind gefragt beim Schutz von Kindern.

Die Initiative www.kein-kind-alleine-lassen.de ist ein Angebot des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM).

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