Aktualisiert: 10.06.2020 - 17:17

Konjunktur wird angekurbelt So viel sparen Sie durch das Corona-Milliardenpaket ab Juli

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Beim Einkauf im Supermarkt lässt sich durch die geplante Mehrwertsteuersenkung künftig bares Geld sparen.

Foto: iStock.com/Drazen Zigic

Beim Einkauf im Supermarkt lässt sich durch die geplante Mehrwertsteuersenkung künftig bares Geld sparen.

Um die Wirtschaft nach der Coronavirus-Krise wieder anzukurbeln, gibt es ein Konjunkturpaket – durch das Verbraucher ab Juli richtig sparen.

Geschäfte, Restaurants und ganze Unternehmen leiden auch Wochen nach den strikten Corona-Maßnahmen noch unter den zwischenzeitlichen Schließungen. Es wurde durch den Lockdown weniger produziert, Kunden haben weniger konsumiert. Das Ergebnis: Der Wirtschaft geht es durch die Coronavirus-Auswirkungen schlechter.

Doch die Bundesregierung nimmt die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus ernst. Vor einer Woche wurde ein umfangreiches Corona-Konjunkturpaket beschlossen, das für Kunden erhebliche Vorteile bringen kann. Wie viel Sie ab Juli sparen können, erklären wir Ihnen hier.

Coronavirus-Konjunkturpaket: So viel sparen Sie ab Juli

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hatte es angekündigt: "Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen.“ Dafür nimmt die Regierung Milliarden Euro in die Hand, um eine sehr schwere Rezession zu verhindern. Verbrauchern kommt das sehr gelegen, denn sie können dadurch einiges an Geld sparen, zum Beispiel bei Anschaffungen und Einkäufen.

Eines allerdings vorweg: Händler, Produzenten und Dienstleister haben das letzte Wort, wie hoch die Einsparungen für Kunden tatsächlich werden. Bei der geplanten Mehrwertsteuersenkung kann es sein, dass viele die eigene Marge auf reduzierte Preise erhöhen, sodass das Produkt genauso viel kostet wie vor der Steuererleichterung. Dennoch kann man optimistisch sein, dass die Preise beim Einkauf günstiger sein werden als bisher, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Mehrwertsteuersenkung

Sehr zur Freude von Verbrauchern wird die Mehrwertsteuer für den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 reduziert, und zwar von 19 auf 16 Prozent. Für Waren des täglichen Bedarfs, also Lebensmittel, fällt die Mehrwertsteuer von 7 auf 5 Prozent. Produkte werden also billiger. Und das betrifft im Normalfall zahlreiche Waren und Dienstleistungen. Egal, ob Sie ein Stück Butter kaufen, sich einen Flachbildschirm zulegen oder eine neue Frisur schneiden lassen: Sie werden aller Voraussicht nach weniger Geld für diese Leistungen zahlen.

Wie sieht es konkret aus für den Einkauf im Supermarkt? Nehmen wir an, Sie zahlen an der Kasse für den gesamten Einkauf exakt 51,36 Euro. Bei einer Mehrwertsteuer von 7 Prozent erhält das Finanzamt normalerweise 3,36 Euro der Summe, die restlichen 48 Euro kosten die eigentlichen Produkte.

Fällt die Mehrwertsteuer nun auf 5 Prozent, liegt der Anteil, der ans Finanzamt geht, nur noch bei 2,40 Euro. Es sind auf den ersten Blick vielleicht nur kleine Beträge, in diesem Fall 96 Cent. Bei fünf solcher Einkäufe im Monat sparen Sie aber schon knapp 5 Euro – und das ist auf ein halbes Jahr gerechnet bares Geld, nämlich fast 30 Euro. Lesen Sie hier, warum ein Preissturz und viele Schnäppchen bei Discountern wie Lidl und Aldi zu erwarten sind. Wussten Sie eigentlich schon, dass Aldi und Lidl ein Ampelsystem zur Einlasskontrolle planen?

Bei anderen Produkten, zum Beispiel einem Fernseher, kann man noch mehr sparen, da dabei die Mehrwertsteuer sogar um drei Prozentpunkte von 19 auf 16 Prozent gesenkt wird. Kostet dieser inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer beispielsweise 595 Euro, müssten Sie durch die Regierungs-Maßnahmen ab Juli nur noch 580 Euro für das Gerät zahlen.

Die Mehrwertsteuer sinkt! Aber was bringt mir das als Verbraucher?
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Steuergeschenk von 250 Euro pro Bürger

Die Regierung verschuldet sich mit dem Konjunkturpaket und wird aller Voraussicht nach etwa 20 Milliarden Euro an Steuereinnahmen durch die Mehrwertsteuersenkung verlieren. Das entspricht einem Steuergeschenk von etwa 250 Euro für jeden Bundesbürger – sollten Händler und Produzenten eben nicht ihre Produkte teurer machen und so einen Teil des Geldes abfangen.

Klar wird durch diese Beispiele aber auch: Vor allem bei größeren Ausgaben lohnt es sich erst so richtig. Wer als alleinstehende Person zum Beispiel einen günstigen Wocheneinkauf für 20 Euro macht, spart im Verhältnis weniger als eine Großfamilie, die alleine in der Woche 150 Euro für Lebensmittel ausgibt.

Doch es ist nicht nur die Senkung der Mehrwertsteuer, die der Wirtschaft wieder neuen Schwung verleihen soll – sondern es sind auch ganz gezielte Maßnahmen des Bundes als Reaktion auf das Coronavirus, bei denen Ihnen Geld winkt.

2. Kinderbonus für Familien

Sie haben eine kinderreiche Familie? Dann kann man Ihnen in vielerlei Hinsicht gratulieren – vor allem aber profitieren Sie von den Corona-Milliarden künftig besonders. Für jedes kindergeldberechtigte Kind winkt Familien ein einmaliger Kinderbonus in Höhe von 300 Euro. Hier können Sie übrigens noch einmal nachlesen, wann genau Eltern weiter Anspruch haben auf Kindergeld ab 18 Jahren.

Wann genau dieser Bonus ausgezahlt wird, ist noch unklar. Zwar muss das Geld versteuert werden, wird aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Familien mit hohen Einkommen werden von der Zahlung allerdings auf den ersten Blick wenig im Portmonee sehen, denn der Kinderbonus soll bei der Steuer mit den Kinderfreibeträgen verrechnet werden.

Richtig viel sparen können Sie, wenn Sie für die Familie allerdings ein besonderes Fahrzeug anschaffen…

3. E-Auto-Prämie

Die Regierung will, dass mehr E-Autos gekauft werden. Dafür sollen die bereits bestehenden "Umweltprämien" steigen, und zwar bis Ende 2021. Prämien für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro sollen so zum Beispiel von 3000 auf 6000 Euro erhöht und vom Hersteller zusätzlich gefördert werden. Allerdings ist unklar, ob die Händler darauf wirklich eingehen und Verbraucher dann doch etwas mehr zahlen als zunächst veranschlagt.

Prämien für Dieselautos und abgasarme Benziner soll es übrigens nicht geben – diese Diskussion sorgte in der Politik für ordentlich Zündstoff. Die Regierung erhofft sich, dass die Autobranche aber auch durch die niedrigere Mehrwertsteuer profitiert. Hier können Sie noch einmal detailliert nachlesen, was Sie beim Autokauf in der Corona-Krise sparen. Wussten Sie eigentlich, dass die Deutsche Bahn ihre Preise wegen einer Mehrwertsteuersenkung bereits zu Jahresbeginn gesenkt hat?

4. Günstiger Strom

Als Folge der Mehrwertsteuersenkung können Sie auch mit günstigeren Strompreisen rechnen. Außerdem soll die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom-Anlagen ab 2021 durch Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt abgesenkt werden. Derzeit beträgt die Umlage 6,76 Cent pro Kilowattstunde, ab 2021 soll sie nur noch bei 6,5 Cent und ab 2022 bei 6 Cent liegen.

Nach Berechnungen von Verivox kann man durch diese Maßnahmen beim Strom sparen. Der gesenkte Strompreis würde bei nur noch 29,20 Cent pro Kilowattstunde liegen. Bei schätzungsweise 4000 Kilowattstunden im Jahr als Richtwert für eine Familie würde man – aufs halbe Jahr Mehrwertsteuersenkung gerechnet – auf eine Ersparnis von 15 Euro für dieses Jahr kommen.

Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Coronavirus-Themenseite sowie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht!

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