20.05.2020 - 14:47

Aus wegen Corona-Krise Karstadt Kaufhof muss Filialen schließen: Wieviele betroffen sind

Karstadt Kaufhof muss wegen der Corona-Krise zahlreiche Filialen schließen. Wieviele betroffen sind...

Foto: imago images / Rainer Unkel

Karstadt Kaufhof muss wegen der Corona-Krise zahlreiche Filialen schließen. Wieviele betroffen sind...

Karstadt Kaufhof fällt wohl zu einem gravierenden Teil der Corona-Krise zum Opfer: Das Unternehmen muss viele Filialen in ganz Deutschland schließen.

Es steht nicht gut um Karstadt Kaufhof: Erst letzte Woche ließ die Warenhauskette mitteilen, dass 80 von den bundesweit 170 Filialen geschlossen würden. In die Schieflage sei sie durch die Corona-Krise geraten. Heute hieß es jetzt, dass der Konzern möglicherweise doch ein paar mehr Häuser retten kann. Welche Standorte von Karstadt Kaufhof von der Schließung wohl betroffen sind?

Karstadt Kaufhof: So viele Filialen müssen wohl schließen

War letzte Woche noch von 80 betroffenen Karstadt-Kaufhof-Filialen die Rede, sind es seit heute immerhin wohl einige Häuser weniger: "Von den insgesamt 172 Warenhäusern könnten am Ende im Idealfall vielleicht fast zwei Drittel weiter machen", sagte der vorläufige Sachwalter der Warenhauskette Frank Kebekus der "Wirtschaftswoche". Und das wären dann etwa 58 Filialen.

"Wir haben allen Beteiligten klar gemacht, dass 80 Häuser 'im Feuer' stehen. Das ist aber nicht die endgültige Zahl", sagt Kebekus weiterhin. Ob und wieviele letztlich gerettet werden könnten, hinge auch von der Kulanz der Vermieter ab: Wären die bereit, Zugeständnisse etwa in Form von Mietnachlässen zu machen, könnte einige Filialen wohl überleben.

Welche Filialen könnten betroffen sein?

Welchen Fililalen die sichere Schließung bevorsteht, ist noch nicht nach außen gedrungen.

  • Es könnte unter anderem aber auch davon abhängen, welche Mietverträge gerade ausliefen, sagte ver.di-Sprecherin Sabine Gatz gegenüber dem Sender "NDR 1 Niedersachsen".
  • Die "FAZ" vermutet, dass als Schließungskandidaten jetzt die Orte gelten, an denen beide Warenhausmarken vertreten sind. Das wären in der Rhein-Main-Region: Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt sowie das Main-Taunus-Zentrum.
  • Zu den gefährdeten Doppelstandorten komme laut Tagesspiegel auch noch folgender Ausspruch zum Tragen, der ganz generell in der Branche gelte: Je kleiner die Stadt der Filiale ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie schließen muss.
  • Marco Atzberger aus der Geschäftsführung des Handelsforschungsinstituts EHI sagt im Tagesspiegel: "Die Zukunft der Premium-Häuser wird offenbar als positiv eingeschätzt. Vielleicht gibt es dazu noch eine Gruppe von Häusern, in Großstädten oder mit Sondereffekten, die mittel- und langfristig funktionieren." Für kleine Häuser hat er nicht viel Hoffnung.

So hoch sind die Einbußen durch die Corona-Krise

Insgesamt sei wegen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro zu rechnen, berichtet der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz der "Wirtschaftswoche". "Wir rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona", ist er sich sicher. Nur durch Einschnitte könne ein "starkes, gesundes Unternehmen entstehen. Dafür müssen wir das Ergebnis um rund 300 Millionen Euro steigern." Bis Ende 2022 müsse der Konzern wieder einen Gewinn erzielen, damit die Filialen aus eigener Kraft modernisiert werden können.

Erst Anfang April hatte der Warenhaus-Riese ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt, eine Art Vorstufe der Insolvenz, das oft auch in ein Insolvenzverfahren mündet. Der Konzern gehört der Signa-Holding des österreichischen Immobilien-Investors René Benko. Die Gewerkschaft Verdi hatte dem Management vorgeworfen, es wolle die Corona-Krise für einen Kahlschlag missbrauchen. Jetzt würden von Signa aber auch Zugeständnisse erwartet, fordert Kebekus.

Das sind die Pläne für den angeschlagenen Konzern

Bereits Ende Juni soll nach den Plänen von Geiwitz und Kebekus im Detail feststehen, wer welche Beiträge zur Sanierung leistet und im Anschluss ein Insolvenzplan erstellt werden, über den die verschiedenen Gläubigergruppen im Juli abstimmen.

"Wenn der Insolvenzplan abgelehnt wird, dann wird wahrscheinlich alles zugesperrt, so wie bei Schlecker", warnt Geiwitz. Doch momentan rechnet er nicht mit dieser drastischen Maßnahme: "Trotz aller Probleme ist der Warenhauskonzern zu retten, wenn auch nicht unbedingt in seiner heutigen Form", sagt er.

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Auch Moderiese C & A hat kürzlich bekannt gegeben, bis zu 100 Filialen schließen zu wollen. Und was wird mit den Angestellten? Ob Putzfrau oder Kassiererin: Viele Jobs sind hart, bringen wenig Geld und können in eine Altersarmut münden.

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