18.05.2020 - 18:20

Umwelt und Gesundheit Feuchtes Toilettenpapier: Darum sollten Sie es nicht benutzen!

Feuchtes Toilettenpapier verspricht so viel – dabei ist es gar nicht so gut.

Foto: iStock / MarioGuti

Feuchtes Toilettenpapier verspricht so viel – dabei ist es gar nicht so gut.

Es ist doch so praktisch und man hat danach ein reines Gefühl. Ein Experte warnt aber vor der Benutzung von feuchtem Toilettenpapier. Das sind die Gründe!

Feuchtes Toilettenpapier sorgt für Hygiene untenrum. und die ist doch wichtig für die Gesundheit, oder? Leider ist dem in diesem speziellen Fall nicht so. Die Details.

Feuchtes Toilettenpapier: Darum ist es nicht gut!

Für die feuchte (und vermeintlich intensivere) Reinigung nach dem Toilettengang ist feuchtes Toilettenpapier mit bestimmten Lotionen versehen und außerdem reißfester als normales Toilettenpapier. Pflegende und wertvolle Inhaltsstoffe würden für die Pflege der Haut sorgen. Bezeichnungen wie "sensitiv" und "für empfindliche Haut" sind bei feuchtem Toilettenpapier aber irreführend. Denn weder für unsere Haut noch für die Umwelt ist feuchtes Toilettenpapier gut. "Fitbook" hat mit einem Experten zum Thema gesprochen und die Antworten sind überraschend.

Deshalb schadet feuchtes Toilettenpapier der Umwelt

Feuchtes Toilettenpapier wird aus Vlies, also aus textilen Fasern hergestellt. Diese zersetzen sich nicht so wie normales Toilettenpapier. Wenn diese festen Feuchttücher die Toilette heruntergespült werden, sind die Folge große Klumpen in der Kanalisation. Dort können sich weitere Fremdkörper verfangen und so das Abwassersystem verstopfen. Das ist auch der Grund, warum feuchtes Toilettenpapier NICHT in die Toilette gehört, sondern im Abfalleimer entsorgt werden soll. Idealerweise sollte man aus gesundheitlichen Gründen sogar gänzlich auf die Benutzung verzichten. Ein Hautarzt erklärte "Fitbook" gegenüber, warum.

Feuchttücher können Kontaktallergien hervorrufen

"Die meisten Menschen, die sich wegen eines Analekzems (entzündliche Reaktion auf der Haut am After) behandeln lassen, betreiben eine extreme Analhygiene", so Dr. med. Timm Golüke, Dermatologe aus München.

Oftmals ist in Feuchttüchern Alkohol enthalten, um den reinigenden Effekt zu unterstützen. Alkohol ist aber aggressiv zur Haut und trocknet sie sogar aus. Schlimmer noch als der Alkohol sind die zugesetzten Duftstoffe. Anstatt des gewünschten saubereren Gefühls, handelt sich der Benutzer so schlimmstenfalls eine Kontaktallergie ein. Diese mache sich laut dem Münchener Dermatologen mit Rötungen und juckenden Ausschlägen bemerkbar.

Feuchtigkeit begünstigt Infektionen

Auch das Hauptmerkmal, also die Feuchtigkeit der Tücher sei fatal für die Haut in der Analregion. Dr. Golüke erklärt das mit der Standortflora in diesem Körperbereich. Die ist nämlich natürlicherweise nie frei von Bakterien und Pilzen. An den After komme nur selten und wenig Luft, deshalb würde durch den Gebrauch von Feuchttüchern in den Hautfalten "eine feuchte Kammer" entstehen. "Und das kann die Entstehung von Infektionen begünstigen."

Ökotest rät von Feuchttüchern ab

Auch die Analysen von Ökotest zeichnen ein solches Bild. In Rahmen einer Untersuchung wurden 14 als "sensitiv" bezeichnete Sorten feuchten Toilettenpapiers auf problematische Inhaltsstoffe untersucht. Mehr als ein Drittel bekamen denn auch die schlechteste Note "ungenügend". Der Grund: Sie enthielten den Konservierungsstoff Formaldehyddepotstoffe, der nicht nur Allergien auslösen und die Haut reizen kann, sondern laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) auch stark karzinogen, also krebserregend wirkt. Und die anderen Produkte? Kaum besser, denn in jeder Probe fanden die Experten halogenorganische Verbindungen gefunden. Auch diese bergen die beschriebenen Gefahren, wenn auch in gemäßigterem Maße.

Und was ist mit Babyfeuchttüchern? Ökotest hat auch diese untersucht. Selbst hier waren in verschiedenen Produkten die umstrittenen halogenorganische Verbindungen nachweisbar. Zwar waren die meisten Babyfeuchttücher frei von Konservierungsmitteln wie Parabenen und anderen Zusätzen wie Formaldehyd, dennoch seien sie weiterhin nichts anderes als "Wasser plus Chemie". Die Empfehlung: Ökotest rät besonders bei empfindlicher Babyhaut zu Waschlappen und warmem Wasser.

Quelle: fitbook.de

Lesen Sie hier, wie Sie noch mehr für die Umwelt tun können. So vermeiden Sie Plastik im Badezimmer. Und auch die Discounter lassen sich einiges einfallen. So bietet zum Beispiel Aldi recyceltes Eis an. Und bei Lidl wird auf plastiksparende Reinigungstabs gesetzt.

Sie möchten noch mehr gute Tipps? Dann schauen Sie doch mal auf unseren Themenseiten Haushaltstipps und Hautpflege vorbei. Hier haben wir alle wichtigen Artikel für Sie zusammengefasst.

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