15.05.2020 - 17:33

Shitstorm geerntet Corona-Streit: Mutter will 8000 Euro von der Stadt für Kinderbetreuung

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Doppelpbelastung durch Homeoffice und Homeschooling. Muss der Staat dafür extra zahlen? Eine Mutter möchte Geld, und das ist die Reaktion des Netzes. (Symbolbild)

Foto: iStock / vgajic

Doppelpbelastung durch Homeoffice und Homeschooling. Muss der Staat dafür extra zahlen? Eine Mutter möchte Geld, und das ist die Reaktion des Netzes. (Symbolbild)

Stressiger Alltag zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung in Pandemie-Zeiten. Jetzt gab es aufgrund einer Rechnung aber mächtig Ärger. Das steckt dahinter!

Eltern sind aktuell in Coronazeiten irgendwie alles auf einmal: Erzieher, Lehrer, Versorger und müssen noch "nebenbei" Geld in ihrem eigentlichen Beruf verdienen. Die Doppelbelastung ist extrem. Das geht natürlich vielen Familien so. Eine Mutter will jetzt für all diese Leistungen 8000 Euro von der Stadt Hamburg haben. Das geht jetzt vielen aber doch zu weit. Wir erklären auf, worum es geht.

Corona-Streit und Shitstorm: Mutter will 8000 Euro für Kinderbetreuung

Eine stattliche Summe von mehr als 8000 Euro fordert eine Mutter jetzt wegen der Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie von der Stadt Hamburg. Was darauf folgt ist ein heftiger Shitstorm in sozialen Netzwerken wie Twitter.

"Da Sie mir die Beschulung und Betreuung meines Kindes in Auftrag gegeben haben in Form einer Verschiebung Ihres Bildungs- und Erziehungsauftrages in meinen Privathaushalt, erlaube ich mir, folgende Rechnung für die von mir erbrachten Leistungen zu stellen", so leitet die Mutter in einem Schreiben an den Schulsenator ihre Forderung ein.

15 Euro Stundensatz berechnet sie für die Betreuung ihres Kindes (11). Bei täglich sieben Stunden seit dem 16. März, dem Tag der Schulschließungen, plus den von ihr zusätzlich berechneten 25 Euro pro Stunde für täglich vier Stunden Beschulung "exklusive Osterfeiertage", kommt so das stattliche Sümmchen von 8294,30 Euro zusammen.

"Die Leistungen sind erbracht. Bitte überweisen Sie"

"Die Leistungen sind erbracht. Bitte überweisen Sie den Bruttobetrag ohne Abzüge", so endet das Schreiben der Hamburger Mutter. Ein Schreiben, das die Hamburgerin vom Blog Phoenix-Frauen heruntergeladen hatte.

Dazu sagt Blog-Betreiberin Rona Duwe: "Selbstverständlich sind wir als Eltern vorrangig am Wohlergehen und der Sicherheit unserer Kinder interessiert und sind einerseits überwiegend froh, wenn wir unsere Kinder nicht in die Virenbrutstätten der Schulen und Kitas geben müssen", so der vage Versuch, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Coronakrise zu verargumentieren. Aber, fügt sie hinzu: „"Nicht selbstverständlich ist, dass wir den Staat und unser Bundesland in seinem Bildungsauftrag und in der politischen Verantwortung kostenlos entlasten."

#CoronaElternrechnenab: Heimische Betreuung in Rechnung gestellt

Unter dem von Rona Duwe und zwei anderen Mitstreiterinnen ins Leben gerufene Hashtag #CoronaElternrechnen, sind Eltern aktiv, die dem Staat die heimische Betreuung ihrer Kinder in Rechnung stellen und Steuergeld für ihre "Entlastungsleistungen" fordern. Dabei scheinen sie zu vergessen, dass der Staat in dieser Krise damit ganz bestimmt nicht entlastet ist, sondern auch während der Schulschließungen die Gehälter für seine Pädagogen und den Unterhalt der Schulgebäude weiter finanzieren muss.

Riesenshitstorm gegen #CoronaEltern

Die Forderungen der Hamburger Mutter haben einen großen Shitstorm auf Twitter losgetreten. Vorwürfe des Kinderhasses und der Bereicherung sind dort ebenso zu finden wie der Ratschlag, dann "hätte man halt besser verhüten sollen".

Viele sind erbost und machen ihrem Ärger gehörig Luft.

"Warum bekommt man Kinder? Ach klar, weil ich sie spätestens mit 2 in kita und schule abschiebe bis sie dann endlich ausziehen, okayy" (sic!), schimpft ein weiterer Twitter-User.

Manche reagieren aber auch mit Humor.

Andere verstehen die Rechnung und wünschen sich mehr Sachlichkeit und weniger Hass in der Kommunikation darüber.

Ein User schlägt einen ganz anderen Weg vor.

Und wie hat die Hamburger Mutter reagiert? Ihr Account ist mittlerweile auf privat gestellt, ebenso wie die Twitter-Profile der Hashtag-Gründerinnen. Der Streit schwelt weiter, ohne Aussicht auf Versöhnung stehen sich die Fronten zur Zeit gegenüber.

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Quelle: focus.de, Twitter #CoronaEltern, #CoronaElternRechnenAb

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