28.05.2020 - 20:19

"Ich wusste, mein Essverhalten wird mich umbringen" Ihre Tochter soll nicht ohne Mutter aufwachsen: 30-Jährige nimmt 120 kg ab

So sah Meghan See noch vor wenigen Jahren aus. Mittlerweile hat die US-Amerikanerin mehr als 100 kg abgenommen!

Foto: privat

So sah Meghan See noch vor wenigen Jahren aus. Mittlerweile hat die US-Amerikanerin mehr als 100 kg abgenommen!

Als Meghan See beschließt, ihr Leben zu ändern, wiegt sie 240 Kilogramm. Die 30-Jährige will nicht, dass ihre kleine Tochter ohne Mutter aufwachsen muss – und nimmt radikal ab: 120 kg in 17 Monaten! Heute ist sie kaum wiederzuerkennen.

"Schämt euch!", schreibt Meghan See in einem ihrer neueren Instagram-Posts. Schämen sollen sich all diejenigen, die auf Sängerin Adele schimpfen, weil sie abgenommen hat und jetzt gesünder lebt. "Adele war immer schön", schreibt die junge Amerikanerin weiter, "aber jetzt lebt sie statistisch gesehen länger und ist weniger anfällig für Krankheiten. Sie hat ihr Immunsystem verbessert, auf das wir uns jetzt alle konzentrieren sollten." Es hat einen Grund, weshalb Meghan See abfällige Kommentare über erschlankte Menschen so wütend machen: Die 30-Jährige war selbst einmal stark übergewichtig – und hat es geschafft, rund 120 kg abzunehmen! Wie, das hat die junge Frau BILD der FRAU erzählt.

Junge Amerikanerin nimmt 120 kg ab – so fing alles an

"Ich war mein ganzes Leben lang übergewichtig", erzählt Meghan, aber eine regelrechte Fresssucht habe sich bei ihr erst im Zuge einer unglücklichen Beziehung etabliert. Als sie 2015 ihre Tochter zur Welt brachte, wog sie 190 Kilogramm. "Ich verlor etwas an Gewicht, nachdem ich alleinerziehende Mutter geworden war", so die Amerikanerin, doch eine Beförderung im Job, die mit mehr Stress verbunden war, sowie ein Umzug führten erneut zur Gewichtszunahme, bis sie schließlich 220 kg auf die Waage brachte. "Ende 2017 stellte ich fest, dass ich immer kränklicher und müder davon wurde, ständig kränklich und müde zu sein. Mir war klar, dass mich mein Essverhalten langsam umbringen würde, ich fühlte mich aber komplett außer Kontrolle."

Ausschlaggebend war schließlich Meghans Tochter: "Ich wusste, wenn ich nicht auf mich selbst aufpasse, wird sie ihre Mutter eher früher als später verlieren." Und so beschloss sie, endlich zu handeln. Ins Fitnessstudio zu gehen, fiel erstmal flach: zu groß war der Schritt dorthin. Stattdessen ging sie mit ihrer Tochter immer häufiger nach draußen, fing an, morgens Yoga zu machen, bevor sie aufstand. So purzelten die ersten Pfunde, und Meghan stellte fest: "Ich wurde nach und nach mobiler, baute die ersten Muskeln auf, so dass ich schließlich damit begann, zu Hause und in meinen Mittagspausen bei der Arbeit zu trainieren."

Man muss nett zu sich sein, auch wenn man mal strauchelt

Sich mehr zu bewegen, war der erste, wichtige Schritt. Der nächste war, sich mit dem eigenen Essverhalten zu beschäftigen: "Ich fing an, mich selbst zu fragen, ob ich wirklich hungrig war oder aus emotionalen Gründen essen wollte, sobald ich mich in der Küche befand." Ehrlich sich selbst gegenüber zu sein, keine Ausflüchte heranzuziehen, das nahm Meghan sich vor. Und: gut mit sich selbst umzugehen. "Es lief nicht immer perfekt", erzählt sie, "aber ich war nett zu mir selbst, wenn ich mal wieder strauchelte."

Erstaunt war Meghan darüber, was für einen Unterschied es macht, wenn man sich bemüht, die eigene Herangehens- und Sichtweise zu überdenken. So habe sie sich vorgenommen, möglichst nur noch positiv zu denken und sich darauf zu konzentrieren, was sie wirklich kontrollieren kann, anstatt darauf, wo sie es eben nicht kann. "Als ich mich entschied, Herausforderungen eher als Chance zu betrachten und nicht als Hindernis, veränderte sich meine Sicht auf das Leben enorm", sagt Meghan heute.

Das Leben müsse ja auch keineswegs perfekt verlaufen, um glücklich sein zu können: "Wir müssen nur lernen, dafür dankbar zu sein, was wir haben." Die Kombination aus Ess- und Sichtweise verändern, Sport machen und kleine Rückschläge in Kauf nehmen hat sich für die junge Mutter ausgezahlt: In etwa 17 Monaten hat sie unglaubliche 120 kg abgenommen!

So geht es Meghan heute

Das ist jetzt ein gutes halbes Jahr her – zugenommen hat Meghan See seitdem nicht mehr. "Heute fühle ich mich großartig", sagt sie, "ich kann den ganzen Tag aktiv sein und habe so viel mehr Energie, um das Leben zu genießen." Sie probiert gerne neue Dinge aus, die sie niemals hätte tun können, als sie noch 210 Kilogramm wog und sich kaum die eigenen Schuhe zubinden konnte.

Der Kampf mit dem Essen ist noch nicht vorüber, aber viel besser geworden, erzählt Meghan noch. "Manchmal gönne ich mir auch mal was." Letztlich sei es aber immer die eigene Entscheidung, ob man weiterhin bei ungesundem Essen bleibe oder eben nicht: "Wenn man ständig Lebensmittel wählt, die einem nicht dabei helfen, das gesteckte Ziel zu erreichen, will man es vermutlich einfach nicht so sehr erreichen, wie man es sich vormacht", glaubt sie. Für sie jedenfalls stand ein gesunder, glücklicher Lebensstil im Vordergrund.

Überschüssige Haut wegoperieren lassen? Nein!

Wer so viel Gewicht in relativ kurzer Zeit verliert, hat eine Menge überschüssiger Haut am Körper: An Oberarmen und -schenkeln, vor allem aber am Bauch. Viele würden sich das hängende Gewebe wegoperieren lassen – Meghan See nicht. Warum, hat sie vor einiger Zeit in einem Post mitgeteilt: "Ich möchte, dass alle wissen: Eine Operation ist keine Voraussetzung." Man müsse auch nach enormem Gewichtsverlust nicht zwangsläufig medizinische Probleme mit der überschüssigen Haut haben.

Meghan See geht es gar nicht darum, Menschen eine OP auszureden. Sie findet nur, dass sie das aus den richtigen Gründen tun sollten: "Genau wie Gewichtsverlust nicht alle Lebensprobleme löst, wird eine Operation Sie nicht sofort dazu bringen, sich selbst zu lieben."

Das gesparte Geld, die eingesparte Zeit habe die 30-Jährige auch viel besser und sinnvoller nutzen können. Und wenn sie sich die Fotos der vergangenen Monate und den Fortschritt ansieht, in dem sich die natürliche Rückbildung ihrer Haut befindet, bleibt sie fest dabei, "dass ich im letzten Jahr die richtige Entscheidung getroffen habe, auf eine Operation zu verzichten."

Das rät sie Menschen in ähnlicher Situation

Was will Meghan See Menschen mit auf den Weg geben, die sich in einer vergleichbaren Situation befinden, in der Meghan noch vor rund zwei Jahren war? BILD der FRAU gegenüber sagt sie: "Versuchen Sie nicht, eine Veränderung aus Selbsthass heraus zu provozieren, das gelingt nicht. Es muss Ihnen an Ihnen selbst viel liegen – das sollte der Motor sein, um sich selbst Gutes zu tun. Und Sie müssen eine Veränderung wirklich wollen! Versuchen Sie auch nicht, Ihrem künftigen Lebensstil eine starre Diät aufzudrücken, die keinen Genuss mehr zulässt. Und: Konzentrieren Sie sich einfach viel mehr auf die gesunden Dinge, die Sie sowieso schon mögen."

In einem ihrer letzten Instagram-Posts schreibt Meghan eine Art offenen Brief an all diejenigen, die sich ein ähnliches Ziel wie sie gesetzt und es auch erreicht haben. Sie gratuliert ihnen zu dem großartigen Erfolg, fügt aber hinzu, dass der Status Quo jetzt nicht einfach da ist, sondern jeden Tag aufs Neue um ihn gekämpft werden muss. Sie weiß selbst nur zu gut, wie viel Kraft und Energie es kostet. Aber, und damit beendet sie ihren Post: "Sie werden auch mal stolpern. Und ins Stocken geraten. Aber Sie werden wieder aufstehen und sich den Staub abklopfen, weil Sie jetzt wissen, wozu Sie fähig sind!"

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