12.05.2020 - 22:04

Gemeinsam Zeichen setzen Solidarität & Zusammenhalt: Hilfsangebote in der Coronakrise

"Gutes tun ist gar nicht schwer": Diese Textzeilen von Funny van Dannen sind heute aktueller denn je. Eine Möglichkeit ist, den Risikogruppen im Rahmen einer Nachbarschafts-Initiative zu helfen.

Foto: iStock/amriphoto

"Gutes tun ist gar nicht schwer": Diese Textzeilen von Funny van Dannen sind heute aktueller denn je. Eine Möglichkeit ist, den Risikogruppen im Rahmen einer Nachbarschafts-Initiative zu helfen.

Die Deutschen müssen Abstand halten und rücken dennoch enger zusammen: Zahlreiche Hilfsangebote kommen von vielen freiwilligen Helfern und richten sich an Menschen und Einrichtungen, die diese Hilfe dringend brauchen. Ein Überblick.

Auf der Pressekonferenz in Saarbrücken betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass die Corona-Pandemie noch nicht vorbei sei. "Wir müssen weiter aufeinander achten, Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Alltagsmasken tragen. Da kommt es auf jeden einzelnen an. Wenn wir zusammenhalten, kreative Schutzkonzepte mit Leben erfüllen und Forschung für den Alltag nutzen, können wir es diesem Virus im neuen Alltag möglichst schwer machen", so Spahn in Saarbrücken. Umso wichtiger sind unterstützende Plattformen und Initiativen mit den Hilfsangeboten in der Coronakrise.

Viele Menschen sind dazu auch auf freiwilliger Basis bereit. Sowohl für angebotene Hilfe als auch für Hilfegesuche hat die Bundesregierung die Internetseite Zusammengegencorona.de eingerichtet, auf der die verschiedenen Angebote gebündelt wurden, um vor allem jene zu unterstützen, die mit den neuen Herausforderungen nicht so souverän umgehen können oder wirtschaftlich besonders stark von der Krise betroffen sind.

Aufklärung über die Hilfsangebote in der Coronakrise

Immer noch stecken sich Menschen an, aktuell haben sich 357 Menschen neu infiziert (Stand 11.5.20). Umso wichtiger ist es, sich an die geltenden Bestimmungen zu halten: 1,5 bis 2 Meter Abstand wahren, Mundschutz tragen, auf die Hand-Hygiene achten und wenn möglich zuhause bleiben.

"Machen Sie mit und setzen Sie gemeinsam mit vielen anderen ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts!" Mit diesem Slogan wirbt die Initiative #WirBleibenZuhause des Bundesministeriums für Gesundheit zusammen mit Menschen des öffentlichen Lebens, um die Ansteckung mit dem Corona-Virus zu minimieren.

Neben den Verhaltensregeln werden auf der Seite ebenfalls aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Corona-Krise veröffentlicht. Interessierte können sich zum Beispiel in der Gesprächsreihe Zusammen gegen Corona live informieren, in der Gesundheitsminister Jens Spahn mit seinen Gästen über die Auswirkungen der Coronavirus-Epedemie diskutiert. Im Corona Update können alle Folgen des Corona-Podcasts mit Professor Christian Drosten, dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité, nachgehört und abonniert werden.

Ein besonders schöner Service wird von der Online-Redakteurin Anne Leichtfuß angeboten, die auf der Website Corona-leichte-sprache.de Corona-News in einfacher Sprache veröffentlicht.

Bei Depressionen, Stress, Angst, Panik und bei weiteren psychischen Beschwerden: HelloBetter.de macht sich für psychologische Hilfe stark. Betroffene finden hier telefonische Beratung und Video-Sprechstunden mit Psychologen und Psychotherapeuten und Online-Trainings.

Vermittlung von freiwilligen Helfern und Pflegepersonal an gemeinnützige und Pflegeeinrichtungen

  • Viele Freiwilligendienstleistende können aktuell nicht mehr in ihren Einsatzstellen tätig sein, weil diese geschlossen sind. Wer sich weiterhin engagieren möchte, kann ein Angebot des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nutzen: Freiwillige helfen jetzt bringt Freiwillige und gemeinwohlorientierte Einrichtungen, die derzeit dringend Hilfe benötigen, zusammen.
  • Fachkräfte, die aktuell nicht in einem Pflegeberuf arbeiten, können sich unter #pflegereserve registrieren und sich an Kliniken und Pflegeeinrichtungen vermitteln lassen, die dringend Hilfe benötigen.
  • Die Plattform match4healthcare stellt eine Schnittstelle zwischen Hilfebietende und Hilfesuchende dar zur schnellen und effizienten Vernetzung dieser Parteien. Sie ist 100% ehrenamtlich und wurde uneigennützig von Studierenden als Open-Source Projekt entwickelt.
  • Auch die Plattform Wirwollenhelfen.de will auf die steigende Nachfrage nach Pflegepersonal reagieren. Aber auch die Unterstützung von Menschen ohne medizinische Vorkenntnisse ist gefragt, die beispielsweise für ältere Mitmenschen oder Menschen in Quarantäne einkaufen gehen.
  • Ziel der Plattform Corona Helfer ist eine möglichst effiziente und flächendeckende Vermittlung freiwilliger Helfer. Seit Ende April gibt es zudem eine Partnerschaft mit der Freelancer-Plattform Malt. Innerhalb weniger Tage waren über 1000 Freelancer in Deutschland, Frankreich und Spanien dem Aufruf von Malt gefolgt und haben den Hashtag #ReadytoHelp in ihr Freelancer-Profil aufgenommen, um ihre Bereitschaft auszudrücken, bei ehrenamtlichen Projekten im Kampf gegen Corona zu unterstützen.
  • Medizin und Logistik sind systemrelevant und brauchen dringend Unterstützung. Fachkräfte in diesen Bereichen zu vermitteln, hat sich die Plattform Jobmatch.me zur Aufgabe gemacht, die als Pro Bono Aktion von TruckJobs und JOBMATCH.ME und in Zusammenarbeit mit dem ETM Verlag entstanden ist.

Hilfsfonds und Spenden

Das Deutsche Rote Kreuz ist seit Wochen bundesweit im Einsatz, um das Coronavirus zu bekämpfen und dessen weitere Ausbreitung einzudämmen. Die 175.000 hauptamtlichen Mitarbeiter und 435.000 ehrenamtlichen Helfer des DRK engagieren sich dabei auf vielfältige Weise, um die Behörden im Kampf gegen das Virus zu unterstützen: So werden bundesweit mobile Arztpraxen und Fiebermessstationen vom DRK eingesetzt und betreut, um das Gesundheitssystem zu stärken und Kliniken zu entlasten. Aber auch die Fürsorge und Betreuung der Älteren und Bedürftigen während der Krise stehen im Mittelpunkt der Hilfsaktionen durch das Deutsche Rote Kreuz. Mit den Spenden für den Corona-Nothilfefonds unterstützen Sie aktiv die Arbeit zur Krisenabwehr.

Unser Gesundheitssystem ist in Zeiten der Corona-Epidemie dringend auf Blutspenden angewiesen. Sichern Sie die Versorgung und spenden Sie in den kommenden Wochen und Monaten Blut, wenn Sie gesund und fit sind.

Immer noch eine starke Nachfrage nach Mundschutzmasken

Derzeit ist es weltweit schwer, an benötigte Schutzmasken zu kommen. Die Initiative #StayHomeAndSew und die Tauschplattform Maskefuerdich.de haben es sich zur Aufgabe gemacht, Pflegeheime, Hilfsorganisationen, viele soziale Einrichtungen und Privatpersonen mit dringend benötigten Masken zu versorgen, um Angestellte und Risikopersonen vor dem Corona-Virus zu schützen. Auf beiden Websites sind Nähanleitungen zu finden, wie man Gesichtsmasken schnell und einfach zuhause herstellen kann und welche Einrichtungen in der Umgebung aktuell händeringend danach suchen.

Deutschland hilft sich

Lebensmittel einkaufen, mit deinem Haustier Gassi gehen, Medikamente abholen, Briefe einwerfen, Boten- bzw. Kurierdienste erledigen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Mitmenschen aus den Risikogruppen – ab 50, mit Vorerkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes oder Krebs und Menschen über 80 Jahre, die besonders gefährdet sind – zu unterstützen. Verschiedene Nachbarschafts-Portale und Initiativen erleichtern die Vernetzung, Organisation und den Austausch beider Seiten.

Dazu gehören:

Übrigens: Die Rewe-Gruppe, BILLA und andere rufen dazu auf, der Risikogruppe zwischen 8 und 9 Uhr Zeit zum Einkaufen zu geben, um sie zu schützen und Infektionen zu vermeiden.

Rettung für Lieblingsladen, Kino und Restaurant

Wer sich auch um das wirtschaftliche Wohl seiner Lieblingsläden in der Nachbarschaft sorgt, kann auf der Seite Kiez-retter.de Hilfe leisten. Die Non-Profit-Organisation schafft durch Crowdfunding die Möglichkeit, Cafés und Bars im eigenen Kiez zu unterstützen und durch die Krise zu helfen.

Läden, die schließen mussten, verlieren Kundschaft vor allem, weil sie nicht mehr präsent sind. Hier kommt die Plattform Supportsmallbusiness.de ins Spiel. Sie hilft, mit seinem Sortiment sichtbar zu bleiben und unterstützt kleine Läden mit Online-Lösungen und kreativen, neuen Vertriebsmöglichkeiten.

Die Initiative #PayNowEatLater will mit Gutscheinverkäufen gastronomischen Einrichtungen helfen, ihre Existenz zu sichern, bis die Krise überstanden ist. Nach der Wiedereröffnung können die Gutscheine eingelöst werden.

Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Initiative #supportyourlocal, von der allerdings Unternehmen vieler verschiedenen Branchen und Shops profitieren, die besonders stark unter der Krise leiden und um Ihre Existenz kämpfen müssen.

Vor einem möglichen Aus stehen auch kleine Kinos und (Film-)Theater, die mit der Initiative #hilfdeinemkino unterstützt werden können. Hier wird zu ungewöhnlichen Maßnahmen gegriffen: Indem man die Werbespots anschaut, die für gewöhnlich vor dem Film gezeigt werden, kann das örtliche Kino gerettet werden.

Auf der Plattform 2gether.jetzt werden derzeit Spenden für Freischaffende, Kreative und Kleinuntermer*innen gesammelt.

Für alle: Initiativen, die Mut machen

Neben der Aufklärung und Unterstützung soll auch der Zusammenhalt in Zeiten der Krise gestärkt werden. Eine positive Botschaft und schöne Geste ist die Mit- und Mutmachaktion #DeutschlandSagtDanke, auf deren Website Menschen Motive und Filme mit einer Dankesbotschaft verknüpfen und damit andere Menschen und Gewerke unterstützen können.

Das Kreisorchester Borken e.V. ruft dazu auf, einen Text für das Corona-Lied zu schreiben und einzusingen. Am Ende soll ein Video mit dem "Riesen-Chor" erstellt werden. Einsendeschluss ist der 30. Mai 2020.

Wie geht es nach Corona weiter? Woran wollen wir uns auch nach der Krise erinnern? Was sollten wir nicht vergessen? Gedanken zu diesen und ähnlichen Fragen können im Post-Coron-A-Mat niedergeschrieben und veröffentlicht werden.

Was lernen wir aus der Krise und wozu inspiriert sie uns? Zukunftsorientierte Projekte, Lösungen, Ideen und Geschäftsmodelle sammelt die Initiative #beyondcrisis, denn schließlich versteht sich Deutschland als "Land der Ideen".

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Uns allen machen die Einschränkungen rund um das Coronavirus zu schaffen. Aber sie haben einen Zweck – den nicht jeder ganz nachvollziehen kann. Aber warum? Das ignorante Verhalten der Corona-Leugner kann enorm gefährlich werden. Ein Erklärungsversuch.

Jeder kann sich mit dem Coronavirus infizieren – weil die Viren sich weit oben in den oberen Luftwegen ansiedeln und schon beim Ausatmen in die Welt getragen werden können. Daher ist Hygiene äußerst wichtig. Eines der zurzeit wichtigsten Gebote ist daher: Abstand halten! Wenn Sie mehr wissen wollen: Coronavirus: Ansteckung vermeiden? Hier ist die Gefahr groß!

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