Aktualisiert: 07.05.2020 - 21:09

Wenn's beschlägt, klumpt, müffelt Kieselgel: Was die kleinen Tütchen aus Verpackungen alles können

Lesen Sie mal, wie vielseitig Sie Kieselgel, die Mini-Tütchen aus Verpackungen, als Haushaltshilfe einsetzen können.

Foto: iStock / jakkritpimpru

Lesen Sie mal, wie vielseitig Sie Kieselgel, die Mini-Tütchen aus Verpackungen, als Haushaltshilfe einsetzen können.

Schmeißen Sie Kieselgel auch immer sofort weg? Sie können mit den kleinen Tütchen aus Verpackungen aber allerhand anfangen! Und wussten Sie, dass das Gel die Farbe wechselt?

Werfen Sie die kleinen Tütchen auch immer gleich weg, die sich mit in der Verpackung von Schuhen, Taschen, Elektronikgeräten und vielem mehr befinden? Ein Fehler, denn sie sind noch für einiges zu gebrauchen! Lesen Sie mal, wo überall sich das sogenannte Kieselgel oder auch Silikagel als Haushaltshilfe prima macht!

Haushaltshilfe Kieselgel bzw. Silikagel: Neun tolle Tipps

Das Kieselgel, auch Silikagel oder Siliciumdioxid (SiO2) genannt, ist das perfekte Trocknungsmittel, denn seine unregelmäßig großen Poren und poröse Beschaffenheit sorgen für eine extrem große innere Oberfläche. Deshalb wird es für den Transport und die Lagerung vieler Gegenstände verwendet, die nicht feucht werden sollten: Dadurch, dass die Päckchen beigelegt werden, können sie eventuell auftretende Nässe absorbieren.

Moment: Wenn dieses Kieselgel Feuchtigkeit so wunderbar aufnehmen kann, müsste es diese Arbeit doch auch im Haushalt erledigen können, oder? Kann es, und noch einiges mehr! Lesen Sie mal:

  • Silberschmuck und -besteck vorm Anlaufen schützen: Silber läuft schnell schwarz an. Warum? Silberstücke werden meist mit Kupfer gehärtet – durch Schwefelverbindungen und Schwefelwasserstoff entsteht auf der Oberfläche eine Lage aus Silbersulfid, das die Oberfläche schwarz verfärbt. Wer sich das mühsame Polieren sparen will, um Schmuck und Besteck wieder zu Glanz zu verhelfen, legt einfach ein paar Beutel Silikagel als Entfeuchter in die Schmuckkiste oder den Besteckkasten.
  • Nasse Schuhe und Ledertaschen trocknen: Sie kennen das bestimmt – der Regen hat Sie erwischt, zu Hause angekommen, sind Schuhe und Tasche völlig durchweicht. Bestimmt wissen Sie auch, dass Sie Leder nicht auf der Heizung trocknen, davon wird das Leder schnell brüchig, außerdem bilden sich Wasserränder. Tupfen Sie Schuhe und Tasche mit einem Tuch vorsichtig trocken und legen Sie Trockenmitteltütchen ins Innere. Sie entziehen dem Material die Feuchtigkeit: Nicht so schnell wie die Heizung, aber schneller als mit ausgestopfter Zeitung!
  • Handy feucht geworden? So retten Sie's: Ist Ihr Handy feucht oder gar richtig nass geworden? Sie könnten es noch retten: Legen Sie rund um Ihr nasses Handy in einen Behälter mit Kieselgeltütchen, um die Flüssigkeit aufzusaugen. Häufig wird dafür auch Reis verwendet. Das geht zwar auch, doch von den Kügelchen lösen sich keine Mini-Partikel wie beim Reis, die dann Anschlüsse und Buchsen verstopfen könnten.
  • Richtiges Klima für die Reiseapotheke: Jetzt, wo wir hoffentlich bald wieder Urlaub machen können, nehmen wir auch unsere wichtigsten Medikamente mit auf Reisen. In der Regel finden sie, inklusive Pflaster und evtl. auch einer Mullbinde, Platz in einem Extra-Beutel oder –Tütchen. Das alles sollte unbedingt trocken bleiben, geben Sie deshalb einfach ein oder zwei Tüten Kieselgel mit in das Medikamententäschchen.
  • Beschlagene Fensterscheiben: Wer alte Fenster hat, kennt das Problem der, denn bei Doppelfenstern kann die Luft nicht gut zirkulieren, außerdem kühlen alte, dünne Scheiben schnell aus. Auch hier eignet sich Kieselgel als tolles Hausmittel: Legen Sie eins oder mehrere Päckchen in den Zwischenraum des Doppelfensters – dort lassen sie sich bestens verstecken, und das Gel saugt die Feuchtigkeit aus der Luft heraus. Was bei beschlagenen Fensterscheiben noch hilft, lesen Sie hier.
  • Zucker und Salz entklumpen: Ist Ihr Streuer auch immer wieder verstopft? Dann legen Sie doch einfach einen Beutel Kieselgel hinein. Nach einer Weile haben sich Zucker oder Salz wieder wunderbar entklumpt und rieseln locker aus dem Streuer. Achten Sie aber darauf, dass die Tütchen unversehrt sind. Der Inhalt ist zwar ungiftig, aber essen sollten Sie das Gel trotzdem nicht unbedingt.
  • Gegen müffelnde Sporttaschen und Autos: Wenn die durchgeschwitzten Klamotten nach dem Training in der Sporttasche landen, riecht die Tasche noch lange muffig und nach Schweiß, wenn die Trainingskleidung schon längst entnommen wurde. Wenn Sie aber direkt nach der Entnahme einige Trockenmitteltütchen in die Sporttasche legen, sind Feuchtigkeit und Geruch spätestens nach einem Tag verflogen. Gleiches gilt für das Auto: Wer lange in feuchten Klamotten fährt oder nasse Sachen transportiert, kennt den müffeligen Geruch garantiert! Auch hier helfen die Gelkissen – allerdings brauchen Sie für ein Auto schon eine ganze Menge davon.
  • Vorzeitiges Keimen verhindern: Wer gerne Samen vom Vorjahr einpflanzen und sichergehen will, dass sie nicht vorzeitig gekeimt haben, sollte die getrockneten Samen zusammen mit einem Kieselgebeutel in einem verschlossenen Marmeladenglas aufbewahren. So haben sie keine Chance auszutreiben und Sie können zu Recht auf beste Pflanzergebnisse hoffen!
  • Klamotten trocken aufbewahren: Wer Kleidung länger nicht anzieht, bewahrt sie oft in Kisten auf dem Dachboden oder im Keller auf. Dort wird es aber gerne mal feucht, die Klamotten riechen dann unangenehm muffig. Geben Sie in die Kleiderkiste ein paar Beutel mit Silikagel-Kügelchen, lieber großzügig als zu wenig. Denn sie verhindern, dass die Kleidung feucht und damit muffig oder gar schimmlig wird.

Darum verfärbt sich das Gel

Haben die Kieselgel-Tütchen Feuchtigkeit aufgenommen, verfärben sie sich in der Regel. Denn oft enthalten sie einen Indikator, der sich verfärbt, sobald die Kügelchen eine bestimmte Menge Feuchtigkeit aufgenommen haben. Typische Verfärbungen sind beispielsweise von Blau zu Rosa oder von Orange zu Blau-Grün.

Sie müssen das Trocknungsmittel deshalb aber nicht wegschmeißen, es kann nämlich mehrmals genutzt werden. Dafür müssen Sie die aufgenommene Feuchtigkeit allerdings wieder entziehen. Dafür legen Sie die Päckchen bei etwa 80 Grad in den Backofen und lassen sie trocknen, bis sie ihre Ursprungsfarbe wieder zurückerlangt haben. Heißer sollten Sie sie nicht werden lassen, um zu vermeiden, dass die Umverpackung Schaden nimmt.

Sind die Kieselgel-Päckchen giftig?

"Nicht essen, wegwerfen!" steht auf den Beutelchen. Aber keine Panik, die Kügelchen sind nicht giftig. Die Aufschrift dient in erster Linie als Unterscheidungsmerkmal zu Lebensmitteln: Das Kieselgel soll nicht mit Salz oder Zucker oder von Kindern mit einer Süßigkeit verwechselt werden.

Trotzdem ist es keine gute Idee, die Tütchen bzw. deren Inhalt zu verzehren, denn häufig werden Fungizide oder bereits genannten Indikatoren beigemischt, und die sind in der Regel nicht gut für die Gesundheit. Sind die Beutel verschlossen und unbeschädigt, können Sie sie aber bedenkenlos in unmittelbarer Nähe von Lebensmitteln lagern.

Quellen: t-online, Frankfurter Rundschau, Focus, BR

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