Aktualisiert: 06.05.2020 - 20:44

Schrecklicher Tod Grausame Mähunfälle: SO sollen Drohnen Rehkitze vor dem Tod retten

Diese kleinen Wesen sterben einen qualvollen Tod, wenn sie von Mähdreschern übersehen werden. Eine Drohne soll jetzt Leben retten helfen.

Foto: imago images / sepp spiegl

Diese kleinen Wesen sterben einen qualvollen Tod, wenn sie von Mähdreschern übersehen werden. Eine Drohne soll jetzt Leben retten helfen.

Haben Sie schon mal vom Rehkitzsterben gehört? Mähmaschinen sind die Ursache, und Drohnen sollen jetzt helfen. Die Hintergründe.

Sie sind so niedlich und so wehrlos. Jedes Jahr sterben neugeborene Rehkitze bei uns in Deutschland einen grausamen Tod. Riesige Mähmaschinen pflügen durch das Gras und verletzten die Tiere tödlich. Nun sollen Drohnen helfen und erste Erfolge lassen hoffen.

Mähmaschinen: Drohnen sollen Rehkitze vor dem Tod retten

Zwischen April und Juni kommen Rehkitze zur Welt. Rehe legen ihre Kitze vorzugsweise ins hohe Gras der Wiesen. Ein eigentlich guter Instinkt, um die verletzlichen Kleinen für die nächsten Tage "unsichtbar" zu machen und zu schützen, da sich Rehkitze praktisch 14 Tage lang nicht von der Stelle bewegen. Sie warten dort auf ihre Mütter bis sie von der Nahrungssuche zurückkehren. Zur gleichen Zeit werden aber auch die Wiesen gemäht – doch dort liegen die Jungtiere.

Jedes Jahr bis zu 100.000 Kitze in Deutschland durch Mäher getötet

Die Gefahr ist also sehr groß, dass die Bauern die Kitze beim Mähen ihrer Felder nicht sehen und sie mit ihren großen Maschinen grausam verstümmeln und tödlich verletzen. Nun soll neueste Drohnen-Technik etwas dagegen tun, denn jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 100.000 Kitze durch Mähunfälle.

Jungtiere haben keine Chance gegen die Mähmaschinen

Sie sind riesig und können pro Fahrt bis zu zwölf Meter abmähen. Die Jungtiere haben also keinerlei Chance gegen diese großen Mähmaschinen. Wenn sie nicht vorher von engagierten Jägern und Tierschützern entdeckt werden, sterben sie einen qualvollen Tod. Nun nutzen Kitzretter Drohnen mit Wärmebildkameras, mit diesen werden die Wiesen nach den Jungtieren abgesucht. Gegenüber n-tv berichteten Tierschützer, dass früher sogar Hundeeingesetzt wurden, um die Kitze aufzuspüren. Dafür gäbe es heutzutage nicht mehr ausreichend ausgebildete Spürnasen.

Drohne zeichnet Temperaturunterschiede auf

Wie funktioniert diese lebensrettende Drohne eigentlich genau? Die Drohne hat auf ihrer Unterseite eine Wärmebildkamera, die Temperaturunterschiede aufzeichnen kann. "Ein Reh hat eine Körpertemperatur von 39 Grad Celsius, der Boden ist deutlich kühler", so Dagmar Seidenbacher vom Projekt Rehkitzrettung.

Nun bewegt sich etwas: So hat der Tierschutzbeauftragte von Sachsen-Anhalt, Marco König, unterschiedliche Verantwortliche, wie Vertreter der Landwirtschaft, Lohnunternehmen, Vertreter der Jagd und Rehkitz-Helfer eingeladen, um gemeinsam über die sogenannte "Rehkitzhilfe" zu beraten.

Erfahrene Drohnenpiloten gesucht!

Um die neue Technik erfolgreich bedienen zu können, sucht die Kitzrettung jetzt nach erfahrenenn Drohnenpiloten, um die Jungtiere zu retten. Im Internet können sich unter www.kitzrettung-hilfe.de Landwirte, Jäger, Hilfsorganisationen und Freiwillige registrieren. Dort werden auch die Mähtermine und Einsatzorte gesammelt und Freiwillige über die Hilfegesuche informiert.

Ist dieser Einsatz erfolgversprechend? Im letzten Jahr wurden Drohnen bereits in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen benutzt. Schönes Beispiel: In der Oberpfalz halfen ein Jäger und sein Sohn mit Hilfe ihrer eigenen Drohne innerhalb von drei Tagen ganze 40 Jungtiere zu retten, so berichtete das lokale Onlinemedium "Onetz".

Wohin werden die Rehkitze gebracht?

Wenn eine Drohne ein Kitz aufrund des Temperaturunterschiedes aufgespürt hat, suchen die Freiwilligen an ebendieser Stelle. Vorsichtig werden die Jungtiere in eine Kiste gesetzt und an den Feldrand gebracht. Sie bleiben dort und rufen instinktiv nach ihrer Mutter. Der Grund: In den zwei Wochen nach ihrer Geburt besitzen Rehkitze noch keinen natürlichen Fluchtinstinkt. Sie warten reglos dort wo sie zurückgelassen wurden. Genau das ist ja auch das Problem, weil sie vor den herannahenden Mähern nicht flüchten würden.

Quelle: n-tv.de

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