Aktualisiert: 05.05.2020 - 20:45

Kreative Idee wegen Corona Tierisch gutes Projekt: Im Tierheim Berlin lesen Kinder Katzen vor

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Von dem Projekt "Kinder lesen Katzen vor" profitieren beide Seiten.

Foto: iStock/portishead1

Von dem Projekt "Kinder lesen Katzen vor" profitieren beide Seiten.

Das Berliner Tierheim hat ein Projekt ins Leben gerufen, bei welchem Kindern einmal in der Woche Katzen aus Büchern vorlesen. Wegen der Corona-Krise muss das tierische Vorlesen entfallen, doch eine kreative Lösung schafft Abhilfe.

Nicht jedes Kind ist der geborene Bücherwurm. Manchen fällt das Lesen schwerer als anderen. Vor allem das laute Vorlesen bedeutet für viele Kinder Stress. Unter Druck können die Kinder sich zum Teil gar nicht mehr auf das Lesen konzentrieren und verlieren so den Spaß an der Sache. Hier setzt das Berliner Tierheim mit einem tierisch guten Projekt an. Einmal in der Woche können Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren in entspannter Atmosphäre und im eigenen Tempo lesen üben und so ihre Lesefähigkeit verbessern. Das Publikum? Katzen. Doch der Ausbruch des Coronavirus stellt das Projekt vor neue Herausforderungen.

Kinder lesen Katzen vor

Vor allem die Katzen im Tierheim brauchen eine Extraportion Zuwendung, damit ihr Vertrauen in Menschen wieder gestärkt wird. Rhythmische Stimmen wirken Studien zufolge auf Katzen beruhigend. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Vorleser laut, leise, schnell oder langsam vorträgt oder ob die kleine Kinderstimme hin und wieder ins Stocken gerät. "Kinder brauchen jemanden, dem sie vorlesen können, und Tierheim-Katzen jemanden, der sich ihnen zuwendet.", so das Tierheim Berlin. Das Prinzip "Kinder lesen Katzen vor" kommt aus den USA. Die Kinder verbessern ihre Lesekompetenz und nähern sich dabei ganz langsam den Stubentigern an. So profitieren beide Seiten von dem Projekt. Außerdem lernen die Kinder viel über Tierschutz und Tiere im Allgemeinen.

Auch in Zeiten von Corona geht das Vorlesen weiter

Als Sicherheitsmaßnahme gegen das Coronavirus schließt das Tierheim für Besucher, um so die Gesundheit der Mitarbeiter und ehrenamtlichen Unterstützer zu schützen. Für die Kinder, die sich oft schon die ganze Woche auf das Vorlesen im Tierheim freuen, sei dies ein schwerer Verlust gewesen. "Wir wussten, dass die Kinder den wöchentlichen Besuch der Katzen vermissen werden", sagt Annette Rost, die Sprecherin des Tierheims.

Doch wie so oft in der Corona-Krise wurde aus der Not eine Tugend. Das Team des Berliner Tierheims hatte die clevere Idee, die Kinder aus den eigenen Kinderzimmern vorlesen zu lassen. Ganz nach dem Motto: "Wenn die Kinder nicht ins Tierheim kommen können, gehen wir einfach in die Kinderzimmer". Die Kinder schreiben selbst Geschichten über Katzen oder zum Thema Tierschutz und nehmen das Vorlesen der Geschichte auf. Die Videoaufnahmen werden dann den Katzen vorgespielt. "Das Tablet stellen wir auf den Stuhl, auf dem sonst die Kinder sitzen", erklärt Annette Rost. Natürlich sei es etwas anderes, wenn ein Kind dort säße, aber die Katzen reagieren auf die vertrauten Stimmen ihrer jungen Vorleser. Die Videos erreichen die Katzen des Berliner Tierheims aus Kinderzimmern in ganz Deutschland. Das Berliner Tierheim setzt sich auch in Zeiten von Corona dafür ein, Kinder für den Tierschutz zu sensibilisieren. In Videokonferenzen lernen Kinder spielend leicht den korrekten Umgang mit den Vierbeinern.

Gerade während der Corona-Krise bemerkt Rost, dass weniger Tierabgaben gemacht werden als zuvor. Es trennen sich weniger Menschen von ihren Haustieren, weil viele merkten, dass Tiere in schwierigen Zeiten wie diesen ein großer Trost sein können. Ein Tier für einen gewissen Zeitraum zu sich zu nehmen und sich nach der Pandemie wieder davon zu trennen, das ist für das Berliner Tierheim keine Option. Alle Tiere hier suchen ein zu Hause für immer. So auch Leo. Der Schäferhund-Husky-Mischling ist fünf Jahre alt und lebt seit Juni 2019 im Tierheim Berlin:

Eine zweite Chance für Tierheimbewohner: Das ist Leo
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Sie spielen auch mit dem Gedanken eine Samtpfote zu adoptieren? Katze Fellini mag zwar keinen Lärm, freut sich aber über erfahrene Katzenfreunde ohne Kinder. Auf unserer Themenseite Haustier verraten wir Ihnen außerdem, wie Sie Ihren Hund während der Corona-Pandemie auch drinnen beschäftigen können.

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