Aktualisiert: 22.11.2020 - 12:25

Alles teurer wegen der Pandemie Wegen Corona: Krankenkassen-Zusatzbeiträge werden stark steigen

Sorgen die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für eine Erhöhung der Krankenkassen-Beiträge?

Foto: imago images / Christian Ohde

Sorgen die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für eine Erhöhung der Krankenkassen-Beiträge?

Die Coronavirus-Pandemie hat einen massiven Einfluss nicht nur auf unseren Alltag, sondern auch auf die Wirtschaft und die Folgen für das Gesundheitssystem. Was bedeutet das für unsere Krankenkassenbeiträge?

Das Coronavirus wütet weiter und bringt die Wirtschaft und das Gesundheitssystem in große Bedrängnis. Wird sich das alles langfristig auf die Höhe unsere Krankenkassenbeiträge auswirken? Dieser Krankenkassenchef sagt: JA.

Wegen Corona: Krankenkassen-Zusatzbeiträge werden stark steigen

Der Zusatzbeitrag, der als Prozentsatz vom beitragspflichtigen Einkommen berechnet wird, liegt bei gesetzlichen Krankenversicherung bei 14,6 Prozent. Angesichts der explosionsartigen Kosten durch die Corona-Pandemie erwartet der Chef der Techniker Krankenkasse einen massiven Anstieg der Zusatzbeiträge. Darauf müssen sich Verbraucher jetzt einstellen.

2022 wird hartes Jahr für Kassen und Mitglieder

"2022 wird ein hartes Jahr für Kassen und Mitglieder. Ohne Gegensteuern durch den Staat droht eine Verdoppelung des Zusatzbeitrags", so TK-Chef Jens Baas zur "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). Das Loch im Gesundheitsfonds würde dann "weit größer sein als 16 Milliarden Euro, und alle Reserven sind verbraucht".

Der TK-Chef betont, dass die Techniker Kasse bereits in 2021 die Zusatzbeiträge erhöhen werde. Der genaue Zeitpunkt stünde aber noch nicht fest.

Corona bewirkt höhere Zusatzbeiträge

Die Behandlungskosten von Covid-19-Patienten seien zwar für die Kassen finanzierbar. Die Kosten durch die Rettungsschirme aber nicht: "Breit angelegte Corona-Tests, der Aufbau von Intensivbetten und der Kauf von Schutzausrüstung – das darf nicht einseitig bei den Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenkassen hängen bleiben."

Und was tut die Politik? Gesundheitsminister Jens Spahn und Bundesfinanzminister Olaf Scholz planen, die Milliardenlasten für die gesetzlichen Krankenkassen auch durch höhere Zusatzbeiträge zu bewältigen. Der Bundeszuschuss an die Kassen soll demnach um fünf Milliarden Euro angehoben werden. Weitere Planungen sehen vor, dass die Krankenkassen einmalig Finanzreserven in Milliardenhöhe abführen. Damit solle ein Teil der Finanzierungslücke geschlossen werden.

______________

Und so berichtete BILD der FRAU am 5. Mai 2020:

Die Corona-Krise und die Wirtschaft

Bereits jetzt warnen Ökonomen und Mediziner vor den finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise. Auch das viel gelobte Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Die Krankenhäuser haben sich deutschlandweit auf das Coronavirus eingestellt und beispielsweise Intensivbetten freigehalten. Da aufgrund der verhängten politischen Maßnahmen jedoch glücklicherweise die Kliniken nicht mit einer übermäßigen Anzahl von am Coronavirus Infizierten überrannt wurden, fehlen den Krankenhäusern jedoch auch Einnahmen.

Reguläre Operationen wurden verschoben, der normale Krankenhausbetrieb ist erlahmt. Die Kosten für Schutzkleidung und -masken stiegen deutlich.

Remdesivir, Chloroquin, Plasma: Was hilft gegen Coronavirus
Remdesivir, Chloroquin, Plasma: Was hilft gegen Coronavirus

Auswirkungen des Coronavirus auf Kliniken und Arztpraxen

Die Arztpraxen haben ebenfalls mit den Auswirkungen des Coronavirus zu kämpfen. Viele Menschen, deren Gesundheitszustand es nicht unbedingt erfordert, meiden derzeit Arztbesuche. Dies führt auch bei den niedergelassenen Ärzten zu Umsatzeinbußen und bei einem Patienten, der sich unter Umständen zu spät behandeln lässt, zu schweren gesundheitlichen Folgen.

Der Gesundheitsökonom Prof. Wolfgang Greiner äußerte sich gegenüber der "Bild": "Wenn die Wirtschaft schrumpft, schrumpfen auch die privaten Einkommen und damit die Einnahmen der Kassen. Wir werden über höhere Beiträge sprechen müssen, wenn die Krise vorbei ist. Da sprechen wir von deutlich über 16 Prozent statt der bisherigen durchschnittlich 15,7 Prozent." Der Gesundheitsökonom ist Teil des Sachverständigenrates, der das Bundesgesundheitsministerium rund um die Entwicklungen des Gesundheitswesens berät.

Greiner gibt deshalb auch zu bedenken: "Eine solche Hochleistungsmedizin funktioniert aber nur mit einer Hochleistungsvolkswirtschaft." Circa 400 Milliarden Euro gehen jährlich ins Gesundheitssystem ein. Von dem Beitrag werden rund 250 Milliarden Euro über die Krankenkassenbeiträge aufgebracht.

Coronavirus als gesamtgesellschaftliche Herausforderung

Bisher sind die möglichen Defizite für die Krankenkassen noch nicht absehbar. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages, Erwin Rüddel warnte jedoch gegenüber "Bild" vor einer Anhebung der Beiträge: "Steigende Krankenkassenbeiträge und damit steigende Lohnnebenkosten würden in einer Rezession genau die falschen Impulse setzen." Man müsse eher über Steuerzuschüsse sprechen, da das Coronavirus eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung sei.

Für weitere aktuelle Themen rund um das Coronavirus schauen Sie gerne auf unserer Themenseite vorbei. Dort finden Sie etwa auch: Coronavirus: Warum gibt's in Ostdeutschland so wenige Fälle?

Baumwoll-Maske richtig reinigen: So geht's!
Baumwoll-Maske richtig reinigen: So geht’s!
Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe