Aktualisiert: 05.05.2020 - 17:23

Alles teurer wegen Corona? Verbraucherschreck: Steigen jetzt die Krankenkassenbeiträge wegen Corona?

Sorgen die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für eine Erhöhung der Krankenkassen-Beiträge?

Foto: imago images / Christian Ohde

Sorgen die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie für eine Erhöhung der Krankenkassen-Beiträge?

Die Coronavirus-Pandemie hat einen massiven Einfluss nicht nur auf unseren Alltag, sondern auch auf die Wirtschaft und die Folgen für das Gesundheitssystem. Könnten die Krankenkassenbeiträge steigen?

Noch immer hat das Coronavirus die Welt fest im Griff. Trotz diverser Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, sind Kitas geschlossen und Teile der Wirtschaft, wie etwa die Gastronomie liegen weiterhin brach. Wird sich die abflauende wirtschaftliche Leistung langfristig auf die Höhe unsere Krankenkassenbeiträge auswirken?

Die Corona-Krise und die Wirtschaft

Bereits jetzt warnen Ökonomen und Mediziner vor den finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise. Auch das viel gelobte Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Die Krankenhäuser haben sich deutschlandweit auf das Coronavirus eingestellt und beispielsweise Intensivbetten freigehalten. Da aufgrund der verhängten politischen Maßnahmen jedoch glücklicherweise die Kliniken nicht mit einer übermäßigen Anzahl von am Coronavirus Infizierten überrannt wurden, fehlen den Krankenhäusern jedoch auch Einnahmen.

Reguläre Operationen wurden verschoben, der normale Krankenhausbetrieb ist erlahmt. Die Kosten für Schutzkleidung und -masken stiegen deutlich.

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Auswirkungen des Coronavirus auf Kliniken und Arztpraxen

Die Arztpraxen haben ebenfalls mit den Auswirkungen des Coronavirus zu kämpfen. Viele Menschen, deren Gesundheitszustand es nicht unbedingt erfordert, meiden derzeit Arztbesuche. Dies führt auch bei den niedergelassenen Ärzten zu Umsatzeinbußen und bei einem Patienten, der sich unter Umständen zu spät behandeln lässt, zu schweren gesundheitlichen Folgen.

Der Gesundheitsökonom Prof. Wolfgang Greiner äußerte sich gegenüber der "Bild": "Wenn die Wirtschaft schrumpft, schrumpfen auch die privaten Einkommen und damit die Einnahmen der Kassen. Wir werden über höhere Beiträge sprechen müssen, wenn die Krise vorbei ist. Da sprechen wir von deutlich über 16 Prozent statt der bisherigen durchschnittlich 15,7 Prozent." Der Gesundheitsökonom ist Teil des Sachverständigenrates, der das Bundesgesundheitsministerium rund um die Entwicklungen des Gesundheitswesens berät.

Greiner gibt deshalb auch zu bedenken: "Eine solche Hochleistungsmedizin funktioniert aber nur mit einer Hochleistungsvolkswirtschaft." Circa 400 Milliarden Euro gehen jährlich ins Gesundheitssystem ein. Von dem Beitrag werden rund 250 Milliarden Euro über die Krankenkassenbeiträge aufgebracht.

Coronavirus als gesamtgesellschaftliche Herausforderung

Bisher sind die möglichen Defizite für die Krankenkassen noch nicht absehbar. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages, Erwin Rüddel warnte jedoch gegenüber "Bild" vor einer Anhebung der Beiträge: "Steigende Krankenkassenbeiträge und damit steigende Lohnnebenkosten würden in einer Rezession genau die falschen Impulse setzen." Man müsse eher über Steuerzuschüsse sprechen, da das Coronavirus eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung sei.

Für weitere aktuelle Themen rund um das Coronavirus schauen Sie gerne auf unserer Themenseite vorbei. Dort finden Sie etwa auch: Coronavirus: Warum gibt's in Ostdeutschland so wenige Fälle?

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