23.04.2020 - 22:02

Befahrbarer Rummel Kreativ in der Corona-Krise: "Kirmes to Go" in Iserlohn

Foto: imago images / Waldmüller

Trotz Lockerungen der Bundesregierung in den Zeiten des Coronavirus gibt es immer noch Berufszweige und Unternehmen, die nicht wieder öffnen dürfen und einem hohen finanziellen Verlust entgegensteuern. Da momentan auch Volksfeste tabu sind, haben sich Schausteller in Iserlohn etwas ganz Besonderes einfallen lassen...

Die Corona-Krise kann auch kreativ und erfinderisch werden lassen! Musiker und Künstler bieten Wohnzimmer-Konzerte auf Instagram oder bei Facebook dar. Menschen photoshoppen sich in fremde Landschaften und teilen diese Bilder zur Aufheiterung mit der Gemeinschaft im Internet. Restaurants bieten den Verkauf ihrer Speisen außer Haus an, Bekleidungsunternehmen stellen auf die Produktion von selbst genähten Masken um und versuchen damit den finanziellen Verlust etwas aufzufangen.

Für die Schausteller des Landes sieht es in der derzeiten Lage ebenfalls katastrophal aus. Mindestens bis zum 31. August sind alle Volksfeste abgesagt und kein Verdienst möglich. Doch findige Schausteller in der Stadt Iserlohn im Sauerland haben sich nun etwas Kreatives in der Corona-Krise einfallen lassen: Sie riefen die "Kirmes to go" ins Leben!

"Kirmes to go" gegen den finanziellen Verlust in den Zeiten des Coronavirus

Not muss manchmal erfinderisch machen – besonders in so beispiellosen Zeiten wie diesen, in denen sich die Welt gegen die Corona-Pandemie stützt. Beschlossene Lockerungsmaßnahmen treffen leider nicht die Schaustellerei, denn Volksfeste bleiben mindestens bis zum 31. August verboten.

In Iserlohn haben sich Schausteller in der Not nun etwas Kreatives einfallen lassen, um die finanziellen Einbußen wenigstens etwas abzufangen und zudem den Menschen in diesen schwierigen Zeiten ein Stück des beliebten Kirmes-Flairs zu bieten. Sie haben ein Kirmes-"Drive in" aus dem Boden gestampft.

Harald Gusik, Martin Stuke, Kevin Patzer und weitere befreundete Schausteller erschufen in der Iserlohner Heide die "Kirmes to Go". Die Mini-Kirmes befindet sich auf dem Privatgelände der Familie Deinert. Ein extra angebrachtes Hinweisschild an der Straße weist den Weg zu dieser kleinen Ausflugsmöglichkeit, die leckere Kirmes-Süßigkeiten zu bieten hat.

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Der Schotterplatz ist in einen "Drive-in"-Parcours umgewandelt worden, auf dem sich nun einige geöffnete Buden befinden. Hier können die Autofahrer direkt aus der sicheren Entfernung vor den Buden die lang ersehnten Jahrmarkt-Naschereien errwerben. Natürlich wird dabei streng auf die Corona-Sicherheitsauflagen geachtet. Desinfektionsmittel und die 2 Meter Abstandsregel sind ein Muss.

Kirmes-Süßigkeiten trotz Corona-Krise

Das weiss-rote Flatterband weist den Autofahrern den Weg an den Buden vorbei. Schokofrüchte, gebrannte Mandeln, Champignons und Popcorn gibt es derzeit zwischen 12 und 18.30 Uhr zu kaufen. "Kein Verzehr der Speisen im Umkreis von 50 Metern. Nur 'to go’" – liest man auf den angebrachten Hinweisschildern auf dem Platz. Damit sich Besucher und Verkäufer nicht zu nahe kommen, reicht der Verkäufer die Leckereien mit einem langen Stil, an dessen Ende sich eine Plastikbox befindet, direkt ans Fenster der vorbeifahrenden Wagen.

Zwischen den Buden hat man ausgeliehene Werbeschilder platziert, um ein klein wenig mehr Kirmes-Flair zu bieten. Dort heißt es etwa "Wir machen Freizeit zum Vergnügen" oder "Kirmes ist ein Stück Tradition, geh mal wieder zur Kirmes". Harald Gusik, der Organisator der kleinen "Kirmes to go", sagte gegenüber "ikz-online.de": "Die haben wir uns ausgeliehen. Unter Schaustellern hilft man sich gegenseitig. Der Schaustellerverband gibt sich große Mühe, uns zu unterstützen."

"Ein Stück weit Freude in diese Zeit reinbringen"

Wer liebt die Kirmes und ihre Naschereien nicht? "Wir wollen ein Stück weit Freude in diese Zeit reinbringen", so Kevin Patzer über das gemeinsame Anliegen der Standbetreiber. Und Martin Stuke ergänzt: "Wir bieten ein bisschen kulinarisches Kirmes-Flair ohne Musik."

Und die Idee scheint gut anzukommen! Am Dienstag besuchten bereits rund 50 Autos die Mini-Kirmes. Auf ihrer Facebook-Seite "Kirmes für unterwegs Iserlohn" geben die Betreiber einen Einblick in ihr Angebot und freuen sich sicherlich über noch mehr Zulauf.

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