Aktualisiert: 20.04.2020 - 21:45

Was bedeuten die Änderungen? Urlaubspläne in den Zeiten des Coronavirus: Was jetzt wichtig ist

Urlaub und Coronavirus: Was jetzt wichtig ist

Urlaubspläne in den Zeiten des Coronavirus: Was jetzt wichtig ist

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Auch wenn die Bundesregierung einige Lockerungen in der Corona-Krise angekündigt hat – für die Planung vom Reisen wird es auch in den nächsten Monaten schwierig bleiben. Was Sie jetzt beachten sollten.

Viele Bundesbürger haben ihren Sommerurlaub wahrscheinlich bereits vor Monaten geplant und sogar bezahlt. Doch die Welt befindet sich noch mitten in den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Trotz der verkündeten leichten Lockerungen der Bundesregierung am 15.April, sind viele Grenzen noch geschlossen und es bestehen weltweite Reisewarnungen. Wie wirkt sich das Coronavirus also auf Ihre Urlaubsplanung aus? Was tun, wenn Sie die Reise schon bezahlt haben, aber nicht sicher sich, ob das Antreten der Reise überhaupt möglich sein wird? Wir haben für Sie einen kleinen Überblick über die jetzige Lage zusammengefasst.

Coronavirus und Urlaubsplanung: Was Sie jetzt wissen müssen

Auch wenn die Regierung einzelne Maßnahmen aufgrund der positiven Entwicklung im Umgang mit dem Coronavirus für anstehende Lockerungen vorgesehen hat, betrifft es die Reisebestimmungen leider nicht. Weiterhin gilt die Forderung an die Bundesbürger auf private Reisen sowie auf den Besuch von Verwandten zu verzichten. Diese Vorschriften beziehen sich auf überregionale Tagesausflüge und ebenfalls auf Auslandsreisen. Vorerst gilt diese Regelung bis zum 3. Mai. Je nachdem, wie sich die Entwicklung rund um das Coronavirus gestaltet, wird die Bundesregierung dann nach Lage neu über ihre Maßnahmen entscheiden.

Weltweite Reisewarnung bleibt bestehen

Die ausgesprochene weltweite Reisewarnung bleibt ebenfalls bestehen. Das Auswärtige Amt warnt vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland". Denn es sei mit " weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen." Dies gelte mit dem Beschluss zur Verlängerung der Eindämmungsmaßnahmen bis mindestens einschließlich 3. Mai 2020.

Zudem fordert das Auswärtige Amt noch im Ausland befindliche Touristen auf, den Heimweg anzutreten, solange es noch eine Reisemöglichkeit gebe, denn "Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften erfolgen teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung. Zahlreiche Reisende sind in mehreren Ländern derzeit betroffen und an der Weiter- oder Rückreise gehindert." Auf die Brisanz, die gerade Touristen betreffen kann, die sich auf Kreuzfahrtschiffen befinden, weist das Auswärtige Amt gesondert hin: "Es ist bereits mehrfach zu Verweigerungen des Anlaufens von Häfen gekommen. Mit Verzögerungen, Routenänderungen und in bestimmten Fällen auch Quarantänemaßnahmen durch lokale Behörden ist weiterhin zu rechnen."

Heiko Maas macht keine Hoffnungen

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas erteilte den Hoffnungen der Deutschen auf einen Sommerurlaub in der Ferne vorerst eine Absage. Gegenüber "Bild" sagte er, dass er zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund sehe, die Reisewarnung aufzuheben. In den meisten Ländern bestehen Einreisebeschränkungen und selbst wo es möglich sei, müsse man davon ausgehen, dass die Infektionen weiter ansteigen. Unter Umständen wäre es dann möglich, dass Urlauber das Land, aufgrund neu erlassener Bestimmungen, nicht mehr verlassen könnten.

Auch wenn die Lage Anfang Mai neu bewertet werden würde, gibt Maas keinen Anlass, sich Hoffnungen auf einen normalen Sommerurlaub an einem ausländischen Strand zu machen, denn derzeit gebe es keinen einzigen Anlass und keine Hinweise auf eine Besserung.

Das Rückholprogramm des Auswärtigen Amts hat zwar bereits dafür gesorgt, dass rund 240 000 Menschen aus dem Ausland wieder sicher nach Hause fliegen konnten. Doch immer noch sitzen weltweit Tausende Deutsche fest, denen aufgrund von Ausgangssperren selbst der Weg zum Flughafen versperrt bleibe.

Was für die Einreise nach Deutschland gilt

Seit dem 10. April weist das Robert-Koch-Institut weder in Deutschland noch weltweit einzelne Risikogebiete aus. Die Begründung dazu ist eigentlich recht einfach, denn es sind einfach zu viele Staaten und Gebiete, die "zum Teil großen Fallzahlen" des Coronavirus aufweisen und damit besteht das Übertragungsrisiko sowohl in Deutschland als auch weltweit an sehr vielen Orten.

Bund und Länder haben sich dementsprechend auch darauf geeinigt, dass Menschen, die nach einem mehrtägigen Aufenthalt im Ausland zurück an ihren Wohnort nach Deutschland reisen, sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben müssen. Zudem hat die Bundesregierung die Grenzkontrollen zu Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Italien und Spanien, bis mindestens zum 4. Mai 2020 verlängert, um die Corona-Pandemie weiter einzudämmen.

Was wird aus den Plänen für den Sommerurlaub?

Bei all den Einschränkungen werden die Fragen natürlich laut: Was wird aus meinem Sommerurlaub? Was passiert mit meiner Flugbuchung? Kann ich stornieren und bekomme ich mein Geld zurück? Sollte ich überhaupt irgendwo hinfahren? Das sind sicherlich nur einige von vielen Fragen, die neben der Sorge um die eigene Gesundheit, die Bundesbürger in der jetzigen Zeit beschäfitgen. Denn auch der Ärztepräsident hält Reisen für unrealistisch und das Coronavirus vermiest uns den Sommerurlaub.

Diese Punkte sollten Sie beachten

Ob eine Buchung des Sommerurlaubs risikolos möglich ist? Nach den bereits genannten Umständen leider kaum. Falls Sie auf eine Buchung nicht verzichten möchten, sollten Sie sich allerdings fragen, ob Sie den Aufenthalt am Strand unter Palmen wirklich genießen können, wenn das Urlaubsland viele Attraktionen geschlossen hält und noch mit der Eindämmung des Virus beschäftigt ist. Unter dem rechtlichen Aspekt bei einer getätigten Buchung sollten Sie beachten, ob Sie Ihr Geld zurückerhalten, wenn Sie nicht reisen können.

Wo haben Sie das geringste Buchungsrisiko? Das geringste Risiko haben Sie sicherlich bei der Buchung einer Pauschalreise. Sollte es zu einer Verlängerung der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes kommen oder sollte es Einreisebeschränkungen für ein entsprechendes Land geben, dann muss der Veranstalter Ihre Reise absagen. Die Erstattung Ihrer Zahlung muss innerhalb von 14 Tagen erfolgen. Bisher lehnt die EU ab, dass der Reisepreis mit einem Gutschein erstattet werden kann.

Wenn es denn dann möglich ist, wäre es einfacher, ein Hotel oder eine Ferienwohnung in Deutschland zu buchen. Denn sollten behördliche Reiseverbote bestehen und Sie beispielsweise nicht auf eine Nordsee- oder Ostseeinsel reisen dürfen, dann muss Ihnen die Unterkunft das Geld zurückerstatten. Zudem ist das Beschreiten des Rechtsweges in Deutschland natürlich deutlich einfacher. Falls Sie jedoch nur nicht reisen wollen, weil Sie Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben, dann müssten Sie Stornogebühren in Kauf nehmen. Auch wenn die Möglichkeit bei der Buchung meist teurer ist: In diesem Falle würde es sich lohnen, mit kostenloser Storno-Möglichkeit bis kurz vor Reiseantritt zu buchen.

Sie möchten ein Hotel oder eine Ferienwohnung im Ausland buchen? Davon sollten Sie momentan einfach die Finger lassen. Denn für die Buchung gelten immer die rechtlichen Bestimmungen des Gastlandes. Sie müssten sich also direkt an den Betreiber oder Vermieter in Ihrem Urlaubsland wenden. Ohne die nötigen Kenntnisse über die Rechtslage vor Ort, sowie die eventuelle Sprachbarriere könnte dies schwierig werden.

Soll ich jetzt schon einen Flug buchen? Immerhin werben die Fluggesellschaften mit gratis Umbuchungsmöglichkeiten. Auch diese Möglichkeit sieht einfacher aus, als sie denn ist. Wenn Sie bereits gebucht haben und nun aufgrund des Coronavirus nicht reisen möchten, können Sie umbuchen. So ist das Geld für den Flug nicht weg. Doch wenn Sie den Flug auf ein neues Wunschdatum legen, könnte es natürlich passieren, dass Ihr Flug deutlich teurer wird. Denn nur die Umbuchung selbst ist kostenfrei, der neue Flug könnte aber einen anderen Tarif haben und damit teurer sein. Sollte die Fluggesellschaft Ihren Flug streichen, haben Sie natürlich weiterhin das Recht auf eine Gelderstattung.

Jetzt schon einen Campingplatz für den Sommer buchen? Momentan sind fast alle Campingplätze in Deutschland geschlossen. Bis einschließlich 3. Mai 2020 wird dies auch so bleiben. Sollten Sie also jetzt einen Platz auf dem Campingplatz buchen, dann aber später aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht anreisen können, erhalten Sie ihr Geld zurück.

Was ebenfalls wichtig ist zu bedenken bei der Urlaubsplanung für den Sommer 2020: Bisher ist es völlig unklar, wie es nach dem 3. Mai 2020 weitergehen wird und welche Maßnahmen eventuell gelockert oder unter Umständen vielleicht auch wieder strenger gehandhabt werden.

Sie haben bereits gebucht und nun möchte der Reiseveranstalter die Restzahlung für die Reise von Ihnen? Sie könnten abwarten, wie sich die Corona-Krise weiter entwickelt. Der Reiseveranstalter könnte Ihnen wegen der fehlenden Zahlung eine Mahnung schicken. Zahlen Sie gleich, könnte es natürlich länger dauern, bis Sie Ihr Geld zurückerhalten, wenn die Reise doch abgesagt wird.

Ihre Reise ist bereits ins Wasser gefallen und nun will ihnen der Veranstalter nur einen Gutschein ausstellen, obwohl Sie das Geld nun dringender benötigen könnten? In diesem Fall ist es ganz wichtig, dass Sie schriftlichen Widerspruch einlegen. Setzen Sie darin dem Reiseveranstalter eine Frist von 14 Tagen bis zur Auszahlung. Falls der Anbieter diese Frist verstreichen lassen sollte, müsste dieser gegebenenfalls die Anwaltsgebühren übernehmen. Die Verhandlungen über eine Rückzahlung des Geldes über die Hotline zu führen, könnten meist vergebens sein.

Soll ich doch eine Gutscheinlösung bevorzugen? Sie haben ihre Reise bei einem großen Veranstalter gebucht und möchten sowieso über diesen Reiseanbieter in den Urlaub fahren, wenn es wieder möglich ist? Dann kann sich die Alternative Gutschein für Sie lohnen. Sie müssen sich nicht langwierig mit dem Anbieter über eine Rückzahlung Ihres Geldes streiten, stattdessen können Sie zügig neu buchen. Doch sollte der Anbieter vom Pleitegeier heimgesucht werden, dann ist Ihr Gutschein leider wertlos.

Sie sind von all den täglichen Meldungen und Maßnahmen so verunsichert, dass Sie gar nicht mehr reisen möchten und überlegen, nun einfach alles zu stornieren? Bitte treffen Sie keine vorschnellen Entscheidungen, denn die könnten Sie bares Geld kosten. Ist beispielsweise Ihr Reisetermin nun im Monat Mai, könnten unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände Sie zu einem kostenlosen Rücktritt von Ihrem Vertrag mit dem Reiseveranstalter berechtigen. So können Sie etwa Storno-Gebühren sparen.

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Damit Sie weiterhin bei den aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus auf dem Laufenden bleiben: Corona-Newsticker für jedes Bundesland.

Wie Sie Ihre Psyche in dieser Zeit stärken:

Die Psyche in der Corona-Krise: 6 Tipps für mentale Gesundheit
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