Aktualisiert: 15.04.2020 - 21:15

Sie fressen sogar ihren Nachwuchs Wegen Corona: Hungrige Ratten rücken näher

Auch Ratten haben unter der Corona-Krise zu leiden: Die Tiere finden weniger zu essen – und wagen sich deshalb immer weiter vor.

Foto: iStock / Susanne Kosig

Auch Ratten haben unter der Corona-Krise zu leiden: Die Tiere finden weniger zu essen – und wagen sich deshalb immer weiter vor.

Wo viele Menschen dicht beieinander leben, schlägt das Coronavirus oft besonders erbarmungslos zu. Jetzt wird in Großstädten von einer weiteren Plage berichtet, ausgelöst durch die Krise: Ratten werden nicht mehr satt – und kommen Menschen auf der Suche nach Nahrung gefährlich nah...

In New York wütet das Coronavirus, das Ausmaß ist kaum vorstellbar. Dort wie fast überall auf der Welt bleiben die Menschen deshalb überwiegend zu Hause und die Läden geschlossen. Das macht auch noch anderen zu schaffen: Gerade in Großstädten fällt für Ratten in der Corona-Krise viel weniger Nahrung ab als sonst. Auf ihrer verzweifelten Suche nach Essbarem wagen sich die Nagetiere jetzt weit vor in menschliches Terrain...

Wegen Corona finden Ratten in Großstädten wie New York nicht mehr genug Nahrung

In New York leben mehr als acht Millionen Einwohner – und jede Menge Ratten: Laut einer Studie der Columbia University soll es dort etwa zwei Millionen geben. Die hatten bislang reichlich zu fressen: Lebensmittel aus zahlreichen Restaurants in Containern, Essensabfälle in Mülleimern, Krümel und Speisereste aller Art auf den Straßen.

Doch jetzt in der Corona-Krise fällt all das weg, vor allem für Ratten ist das nahrungstechnisch gesehen eine Katastrophe. Bei den Nagern geht es jetzt ums blanke Überleben. Und das führt zu schlimmen Auswüchsen unter den Artgenossen, nämlich außer wüsten Revierkämpfen untereinander sogar zu Kannibalismus und Kindermord. Soll heißen: Ratten bringen sich gegenseitig um, um den Kadaver anschließend fressen zu können – sogar den eigenen Nachwuchs, wie Nagetier-Experte Bobby Corrigan "NBC-News" gegenüber erklärt.

In ihrer Verzweiflung wagen sich die Ratten auch viel weiter vor als sonst, würden im Zweifelsfall auch vor Wohnungen nicht Halt machen. Auf Nachfrage von "Bild" sagt Bobby Corrigan: "Hungernde Ratten wandern jetzt Tag und Nacht, und wenn sie Lebensmittel durch die Türritzen der Menschen riechen, werden sie versuchen, sich unter den Türen durchzudrücken."

Auch andere Städte sind von der Rattenplage betroffen

Natürlich hat nicht nur New York mit der Rattenplage zu kämpfen: Die widerstandsfähigen Tiere leben schließlich überall auf der Welt, die Kanalisationen sind voll von ihnen. So berichtet der Sender "CBS-News" vom gleichen Problem in New Orleans. Menschen hätten Videoaufnahmen von Dutzenden Ratten gemacht, die durch die leeren Straßen huschen. Auch dort sind die Nager auf der Suche nach Essbarem.

Ein Bewohner der Stadt wird zitiert, der sich so äußert: "Ich biege um die Ecke und sehe ungefähr 30 Ratten an der Ecke, die mitten auf der Straße über irgendetwas herfallen." So etwas, sagt er, habe er "noch nie" gesehen.

Viele weitere Städte sind betroffen: Die "FAZ" schreibt, Venedig sei plötzlich, wie in Zeiten der Pest, voller Ratten. Vor allem nachts tummelten sie sich in den Gassen und kämen mitunter bis vor die Haustür. In Sydney würden die Tiere immer häufiger auch tagsüber gesichtet, um nach Nahrung zu suchen. Eine lokale Zeitung zitiert Berichte von Anwohnern, die Ratten in ihren Gärten gesehen hatten.

Ein Beispiel aus Berlin ist im "Tagesspiegel" zu lesen. In einem Bericht über ein Obdachlosen-Camp an der dortigen Rummelsburger Bucht Ende März erzählt eine der Bewohnerinnen, dass die Ratten schlimmer als das natürlich auch bedrohliche und nicht zu unterschätzende Virus sei. Ein weiterer Bewohner zeigt mit den Händen, wie riesig eines der Tiere gewesen sei, nämlich fast so groß wie einer der Hunde neben ihm. Und sagt: "Das Allerschlimmste ist, wenn diese Viecher auf dich draufspringen, nachts im Zelt". Vor diesen "Scheiß-Ratten" sei eben nichts und niemand sicher.

Ratten können schlimme Krankheiten übertragen

Dabei ist es nicht nur der Ekel, der viele schon beim bloßen Anblick einer Ratte befällt: Tatsächlich tragen die Tiere auch etliche Krankheitserreger in sich, die Infektionen auslösen und Menschen gefährlich werden können. Häufig ist die obdachlose Bevölkerung davon betroffen.

Auf einer Pressekonferenz äußerte sich eine Sprecherin der Schädlingsbekämpfungsbehörde aus New Orleans besorgt über diese Tatsache, auch wenn momentan nur wenige gesundheitlichen Folgen registriert würden: "Aber das Potenzial ist da."

Das bestätigt Ratten-Experte Corrigan "Bild" gegenüber auch für den Big Apple: "Dort könnten sie [die Ratten, Anm.d.Red.] die New Yorker mit noch schlimmeren Krankheiten als Corona anstecken."

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Glücklicherweise gibt es auch schöne Beispiele dafür, wie das Coronavirus für eine Umverteilung der Lebewesen auf der Erde sorgt: Weil Menschen derzeit einen Großteil ihres Terrains nicht bevölkern können, tun das jetzt eben Tiere. Sie erobern ebenso Großstädte, aber auch Spielplätze und Vorgärten...

Auch in einem US-Aquarium sind jetzt Pinguine statt Menschen die Beobachter. Es sind großartige Bilder und Videos der süßen Vögel, wie sie Tiere durch die Scheibe beobachten!

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