Aktualisiert: 15.04.2020 - 07:57

Bei häuslicher Gewalt Geheim-Code in Apotheken: So lösen bedrohte Frauen den Notruf aus

Von Stephanie Brümmer

Geheim-Code in Apotheken bei Häuslicher Gewalt: So lösen bedrohte Frauen den Notruf aus

Geheim-Code in Apotheken bei Häuslicher Gewalt: So lösen bedrohte Frauen den Notruf aus

Experten gehen von einer Zunahme der Häuslichen Gewalt während der Coronakrise aus. Durch Kontakt- oder Ausgangssperren sind Menschen gezwungenermaßen mehr mit ihrem Lebensgefährten zuhause. Wenn dieser gewalttätig ist, kann die Situation schnell eskalieren.

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Apotheken haben in Coronazeiten weiter geöffnet und könnten jetzt zur wichtigen Anlaufstelle für Opfer von häuslicher Gewalt werden. Betroffene Frauen – und natürlich auch Männer – können mit diesem Code-Wort auf sich aufmerksam machen und Hilfe holen.

Jede vierte Frau wurde schon einmal Opfer von häuslicher Gewalt durch ihren Partner. Und auch leiden mehr Männer unter häuslicher Gewalt durch die Partnerin, als wir denken. In Coronazeiten ist jeder Tag noch unerträglich viel schwerer als zu "normalen" Zeiten schon. Der Grund: Gewalttätige Partner sind vermehrt zuhause, und es gibt durch die Kontaktsperren kaum Möglichkeiten, den eigenen Vier Wänden zu entfliehen. Die Corona-Quarantäne wird so zum schrecklichen Spießrutenlauf und zur akuten Gefahr. Apotheken wollen jetzt als Anlaufstellen fungieren und bedrohten Frauen durch ein spezielles Code-Wort helfen.

Notruf per Codewort in der Apotheke

Experten warnen: In der Coronakrise sind Menschen gezwungenermaßen mehr mit ihrer Familie oder ihrem Lebensgefährten zuhause. Wenn dieser oder diese gewalttätig ist, kann diese Situation, deren Ende man nicht absehen kann, eskalieren. Die Apotheken haben sich nun etwas überlegt. Der Plan, mithilfe eines Codewortes den Notruf auszulösen, greift in Ländern wie Frankreich und Spanien bereits. Wie sieht das in Deutschland aus?

Häusliche Gewalt: So funktioniert die Hilfe in der Apotheke

Da Apotheken in Coronazeiten zu den wenigen geöffneten Geschäften gehören, sollen sie auch Anlaufstelle für Opfer häuslicher Gewalt sein. Weltweit gilt das Code-Wort "Maske 19", mit denen Betroffene auf ihre Notsituation aufmerksam machen können. Apotheker sind bei diesem Codewort in Zusammenhang mit einer Bestellung angehalten, die Behörden zu informieren und zu helfen.

Das Wichtigste ist jetzt, dass sich das Code-Wort und die Apotheke als Anlaufstelle bei häuslicher Gewalt herumsprechen, damit auch wirklich jede Betroffene in Not weiß, dass ihr hier geholfen werden kann.

Hier bekommen Betroffene auch Hilfe

Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden, sind von den Kontaktsperren in Coronazeiten besonders gefangen, da bekannte Zufluchtsstellen, aber auch Großeltern, Versammlungen o.ä. als Anlaufpunkte wegfallen. Hotels sind aber angehalten, betroffenen Frauen einen Zufluchtsort zu gewähren. Ersten telefonischen Kontakt garantiert auch jetzt das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter der 08000 116 016. Auch online können Betroffene Hilfe finden: www.hilfstelefon.de

Quellen: brigitte.de, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Hilfstelefon

Lesen Sie hier, wie die Corona-Krise zu mehr häuslicher Gewalt gegen Frauen führt.

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