Aktualisiert: 14.04.2020 - 19:17

Corona-Tracker Johns-Hopkins-Universität: Woher die wichtigen Zahlen der Coronavirus-Infizierten kommen

Der Corona-Tracker der Johns-Hopkins-Universität gibt Auskunft über die mit dem Coronavirus infizierten Personen.

Foto: imago images / ZUMA Wire

Der Corona-Tracker der Johns-Hopkins-Universität gibt Auskunft über die mit dem Coronavirus infizierten Personen.

In der Corona-Krise sind sie das Maß aller Dinge: Die täglich aktualisierten Zahlen der Infizierten, Toten und derer, die das Coronavirus überstanden haben. Neben dem Robert-Koch-Institut sticht hier besonders die Johns-Hopkins-Universität mit ihrem Corona-Tracker hervor. Wie die Universität arbeitet...

Diese Zahlen bewegen momentan die ganze Welt: Täglich werden die Fallzahlen aktualisiert, die die Zahl der Neuinfizierten mit dem Coronavirus angeben, sowie die Zahlen der Verstorbenen und Geheilten. In Deutschland informiert das Robert-Koch-Institut jeweils über die aktuellen Entwicklungen. Doch die Johns-Hopkins-Universität sorgt mit ihrem Corona-Tracker dafür, dass die Welt jeweils auf dem neuesten Wissenstand ist. Woher bekommt die Johns-Hopkins-Universität ihre Zahlen und wie arbeitet sie?

Corona-Tracker: Johns-Hopkins-Universität lieferte früh die ersten Zahlen

Nicht allzu viele Menschen werden wohl vor der Coronavirus-Pandemie von der Johns-Hopkins-Universität gehört haben. Die Johns-Hopkins-Universität ist eine private Elite-Universität im amerikanischen Baltimore, im Bundesstaat Maryland. Sie gilt als eine der besten Universitäten weltweit und brachte bereits 29 Nobelpreisträger hervor.

Die Aufrufzahlen ihrer Webseite machen deutlich, welch ein wichtiges Werkzeug der Corona-Tracker der Johns-Hopkins-Universität (JHU) mittlerweile ist: Mehr als eine Milliarde Mal wird die Seite täglich besucht. Der Corona-Tracker war auch eines der ersten Tools, das die Ausbreitung des Coronavirus bereits ab Ende Januar darstellte. Die Leitung für das Projekt übernahm damals die Co-Direktorin des Hopkins-Zentrums für Systemwissenschaften und Ingenieurwissenschaften, Lauren Gardener.

Zu Beginn lag der Hotspot des Virus noch in China. Ein chinesischer Student der JHU brachte mit seiner Initiative das Projekt ins Rollen.

Gegenüber dem Magazin "Science" beschrieb Lauren Gardener die Entstehung des Corona-Trackers: "Innerhalb von ein paar Stunden bauten wir die erste Version der Seite. Am nächsten Tag habe ich sie auf Twitter geteilt und es wurde sofort verbreitet." Zu Beginn der Entwicklung bestand ihr Team nur aus sechs Personen, doch schon bald hatte die Johns-Hopkins-Universität interne Unterstützung angeboten. So konnte der Corona-Tracker deutlich vorangetrieben werden: Mittlerweile ist der Tracker rund um die Uhr besetzt. Mehrere Abteilungen der Johns-Hopkins-Universität, sowie externe Firmen, sind verantwortlich für die Datenerfassung, für das Betreiben der Plattform und die anfallende Pressearbeit.

Woher die Daten für den Corona-Tracker kommen

Für die Zahlen des Corona-Trackers werden die Zahlen von Gesundheitsorganisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Europäischen Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) verwendet. Außerdem werden weitere Daten von Gesundheitsbehörden und aus Medienberichten miteinbeozgen. Diese werden automatisch ausgewertet und eingepflegt. Eine vollständige Liste aller verwendeten Quellen gibt es jedoch nicht. Natürlich sollen keine Fälle doppelt gezählt werden: "Wir haben Systeme zur Erkennung von Anomalien, die uns darauf hinweisen, wenn es Unstimmigkeiten in den Fallzahlen gibt, die wir automatisch gesammelt haben."

Diskrepanz zwischen den Zahlen der JHU und des Robert-Koch-Instituts

Wer sich die Statistiken für Deutschland bereits aufmerksam angeschaut hat, der wird feststellen, dass sich die Angaben des Robert-Koch-Instituts im Vergleich zu den Zahlen des Corona-Trackers der Johns-Hopkins-Universität oft um mehrere tausend Fälle unterscheiden. Was ist der Grund für diese Diskrepanz?

Die Erklärung für die Abweichung der Zahlen voneinander liegt in der unterschiedlichen Art und Weise, wie die Erfassung des Zahlen stattfindet. Das Robert-Koch-Institut etwa zählt nur die Fälle, die direkt von den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Dies geschieht jedoch nur ein Mal am Tag. Schon allein durch diesen Vorgang kommt es zu Verzögerungen in der Aktualisierung der Gesamtzahlen des RKI. Die Meldung von Neuinfizierten mit dem Coronavirus kann nach einem Wochenende sogar noch länger dauern.

Die Johns-Hopkins-Universität hingegen bezieht auch Berichte von Medien und Funde aus den sozialen Netzwerken mit in ihre Auswertung ein, die zudem fast in Echtzeit aktualisiert wird. So entsteht der Eindruck, das RKI würde mit seinen Zahlen etwas hinterherhinken. Allerdings ist die Datenerfassung der beiden Corona-Tracker einfach sehr unterschiedlich.

Auch wenn die Fallzahlen weltweit weiter in die Höhe schnellen, so gibt es doch mehrere Gründe zur Hoffnung. So könnten etwa die Plasmaspende genesener Menschen schwerkranke Corona-Patienten retten. Außerdem gibt es Grund zur Annahme, dass man nach der Coronavirus-Infektion immun ist. Und wenn Sie mit all den Begriffen wenig anfangen können, schauen Sie doch mal in unser Coronavirus-Glossar!

Damit Sie bei den neusten Entwicklungen rund um das Coronavirus auf dem Laufenden bleiben: Corona-Newsticker für jedes Bundesland.

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