12.05.2020 - 14:13

Biber, Ziegen, Kojoten, Löwen Affengeile Pool-Party: Immer mehr Tiere erobern unser Revier

"Einmal Futter, bitte", scheint dieses Rotwild in einer japanischen Tempelanlage nahe der Stadt Nara zu fordern. Menschen können es ihnen derzeit nicht kaufen – wegen der Corona-Pandemie müssen sie zu Hause bleiben.

Foto: imago images / Kyodo News

"Einmal Futter, bitte", scheint dieses Rotwild in einer japanischen Tempelanlage nahe der Stadt Nara zu fordern. Menschen können es ihnen derzeit nicht kaufen – wegen der Corona-Pandemie müssen sie zu Hause bleiben.

Leergefegte Parks, Straßen, ganze Ortschaften: Bislang hat die Corona-Pandemie Menschen daran hindert, einen Großteil ihres sonstigen Terrains zu bevölkern. Deshalb haben das eben Tiere übernommen... Jüngste Beispiele: Tausende Seesterne an einem Strand, geschlüpfte Meeresschildkröten an einem anderen. Und dann haben Affen noch eine Pool-Party gefeiert...

Ziegen, die auf Menschen starren: Frei nach dem Filmklassiker mit George Clooney beschreibt der Titel das, was derzeit in vielen Region auf der ganzen Welt zu beobachten ist: Wegen der Corona-Pandemie machen sich Tiere in Menschen-Bereichen breit – denn die Bevölkerung in nahezu allen Ländern bleibt wegen der Ansteckungsgefahr überwiegend noch zu Hause. So haben Ziegen und Hirsche, sogar Löwen und Bären die vielleicht einmalige Chance, weit in Gebiete vorzudringen, die sonst tabu für sie sind. Lange wird es wohl nicht mehr andauern...

Wegen Corona: Tiere machen es sich in Menschen-Terrains gemütlich

Affengeile Pool-Sause in Mumbai

Der Mensch stammt vom Affen ab: Das beweisen einmal mehr diese großartigen Aufnahmen von Affen, die sich in Pools tummeln und sogar hineinspringen – eben genau so, wie es ihre Nachfahren auch gerne tun. Im ersten Video genießt ein Affenpaar die verwaiste Poolanlage eines Hotels im indischen Mumbai. Ein Sprung vom Turm? Papperlapapp, das geht doch auch von der Hauswand! Und anschließend werden noch ein paar Bahnen geschwommen, weil's so schön war...

Ebenfalls in der 18-Millionen-Metropole Mumbai gefilmt: Gleich eine ganze Affenbande, die einen unbenutzten Pool kurzerhand okkupiert hat. Immer wieder springen die Tiere ins kühle Nass – wäre ja auch zu schade um die schöne Anlage!

Tausende Seesterne in Thailand

Eigentlich war es ja mal ihr Terrain – doch dann kamen Menschen und besiedelten die Strände dieser Welt, auch den von Ao Siao in der Provinz Krabi in Südthailand. Bis das Coronavirus für den Shutdown sorgte. Jetzt sind die Seesterne in so großer Zahl zurückgekehrt, wie es seit sehr langer Zeit nicht mehr der Fall war.

Dort, wo sich normalerweise unzählige Touristen im seichten Wasser aalen, tun es jetzt diese wunderschönen Tiere. Wer weiß, wie lange noch – zumal Seesterne durch die zunehmende Versauerung der Meere und zu warmes Wasser in ihrer Existenz bedroht sind. Umso schöner, dieses Sterne-Spektakel am leergefegten Strand!

Seesterne Thailand

Baby-Meeresschildkröten schlüpfen am Strand

Es ist zwar jedes Jahr ein Naturschauspiel, wenn frisch geschlüpfte Meeresschildkröten vom Strand ins Meer krabbeln, um sich dort in die Fluten zu begeben. An vielen Stränden der Welt ist das der Fall, so auch am Strand von Odisha in Indien, wo eine Tierschützerin Tausende von Oliv-Bastardschildkröten gefilmt hat.

Das Problem ist häufig, dass die Strände voll mit Touristen sind, die die winzigen Eier im Sand zerdrücken. Schaffen es die Baby-Schildkröten, zu schlüpfen, werden Liegestühle und Schirme auf dem Weg zum Meer oft zum unüberwindbaren Hindernis, künstliche Lichtquellen lenken sie in die falsche Richtung. Von 1000 Jungtieren erreicht im Schnitt nur eines das fortpflanzungsfähige Alter von 20 bis 30 Jahren, berichtet der Tierschutzbund. Dieses Jahr könnten es an den vielen menschenleeren Stränden einige mehr schaffen!

Biber in Berlin

Durch die ruhigen Straßen der deutschen Hauptstadt kann man doch mal einen Spaziergang wagen, dachte sich wohl dieser Biber – und schlenderte ganz gemütlich durch den nördlichen Berliner Bezirk Tegel. Ein Polizist hat die Szene festgehalten und sie mit launigen Worten über den Account seiner Dienststelle getwittert.

Den Kommentaren nach zu urteilen waren einige erstaunt zu hören, dass es überhaupt frei lebende Biber in Deutschland gibt – ein User hat sich aber ganz besonders über die gute Laune des Ordnungshüters gefreut: "Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich einen Berliner Polizisten lächeln sehe...."

Löwennickerchen auf der Straße

Der Kruger-Nationalpark in Südafrika ist zwar bekannt dafür, dass dort mit etwas Glück die sogenannten Big Five zu sehen sind: Büffel, Leoparden, Elefanten, Nashörner und Löwen. In Corona-Zeiten kommt der König der Tiere allerdings viel näher als sonst, auch wenn Besucher gar nichts davon haben, denn wegen des Lockdowns ist der Park momentan geschlossen.

Ein Parkranger hat die schlafenden Löwen auf dem warmen Teer aufgenommen – mit dem Hinweis, dass es sich um einen äußerst seltenen Anblick handelt, denn die Löwen leben eigentlich in einem angrenzenden Park. Ihr Besuch ist der Ruhe und den leeren Straßen geschuldet. Kommen eines Tages die Besucher wieder, sind auch die Raubkatzen wieder weg.

Seelöwen flanieren auf der Strandpromenade

Herrlich, so ein menschenleerer Strand! Dabei ist der Badeort Mar del Plata in Argentinien eigentlich voll von Touristen, die an der Strandpromenade schlendern und die vielen Shops für Touristen begutachten. Doch wie fast überall auf der Welt bleiben sie auch hier derzeit aus, und so okkupieren Seelöwen die Touri-Meile.

Wie die Naturschutzstiftung Fauna Argentina mitteilte, sind die mächtigen Tiere in erster Linie auf der Suche nach einem windstillen Örtchen, denn direkt am Meer bläst eine stetige steife Brise. Da bot sich der ruhige und vor allem windgeschützte Badeort doch wunderbar an – der Seelöwen-Herde scheint's dort gut zu gefallen.

Ziegen in der Stadt

Vor wenigen Tagen haben wilde Kaschmir-Ziegen das britische Seebad Llandudno erkundet. Die Herde kam von einem kleinen Berg im Norden von Wales herunter und tummelt sich seitdem in dem Örtchen. Deren Lieblingsspeise dürfte den Einwohnern weniger schmecken: Die Hecken haben es ihnen besonders angetan.

Einige Einwohner nennen die Ziegen laut der Nachrichtenagentur dpa "Vandalen", denn sie sind nicht zum ersten Mal in Llandudno, haben bereits die neu gepflanzten Bäume vor einer Schule vernichtet. Angeblich stammen sie von Ziegen ab, die Königin Victoria (1819 bis 1901) einst geschenkt bekommen hat. "Es gibt einfach keinen Weg, die Tiere zu stoppen", zitiert die Zeitung "The Guardian" einen Vertreter der Stadt.

Lämmer auf dem Karussell

Debbie Ellis hat wohl zunächst ihren Augen nicht getraut, als sie in der vergangenen Woche in ihrem Heimatort Preston im englischen Wales das vertraute Quietschen des Kinderkarussells auf dem Spielplatz hörte und im ersten Moment womöglich dachte, dass sich jemand wieder einmal nicht an die Auflagen des Landes hält.

Stattdessen erblickte sie eine kleine Gruppe von Lämmern, die das kleine Karussell entdeckt und gleich ausprobiert hatten. Glücklicherweise hat Debbie Ellis die niedliche Szene mit ihrem Handy aufgenommen und anschließend über die sozialen Medien geteilt. Einfach tiergemä-ä-äß, diese Spieleeinrichtung, oder?

Kojoten in US-Großstädten

Steppenwölfe, auch Kojoten genannt, sind scheue Tiere, die in den Weiten der USA zu finden sind. Weil sein Lebensraum durch die Ansiedlung von immer mehr Menschen nach und nach zusammenschrumpft, muss sich das Tier den geänderten Gegebenheiten anpassen – und tauchte immer mal wieder in der Nähe von Ortschaften auf.

Doch jetzt in der Corona-Krise scheinen Kojoten die menschenleeren US-amerikanischen Großstädte erobern zu wollen: In San Francisco wurden in der Nähe der Golden Gate-Bridge schon mehrere gesichtet, vor den Toren von Minneapolis – und sogar mitten in der Innenstadt von Chicago, wie diese Twitter-Aufnahme eindrücklich zeigt. Ob der Steppenwolf sich dort auch wohl gefühlt hat, sei mal dahingestellt...

Riesiger Elch rennt durch litauische Stadt

Okay, riesig ist Utena in Litauen mit etwa 33.000 Einwohnern nicht gerade, aber doch groß genug, dass sich ein ausgewachsener Elch dorthin eher selten verirrt – um nicht zu sagen, eigentlich nie. Denn auch in Utena leben für ein scheues Waldtier eben noch genug Menschen, um den Ort zu meiden.

Doch in Zeiten der Corona-Pandemie ist eben alles anders. Und so konnte ein Bewohner der Stadt einen riesigen Elch auf seinem Handy festhalten, der an vor einer Wohnblocksiedlung über eine parkähnliche Fläche läuft. Im Hintergrund stehen geparkte Autos, die im Vergleich zu dem großen Tier fast zierlich aussehen...

Hirsche im Vorgarten

Auch in einem Vorort von London tut sich was: Bei Romford grasen Anfang April Hirsche auf einer Wiese mitten in einer Wohngegend. Die Tiere kommen auch sonst regelmäßig nahe an das Städtchen heran, heißt es, doch seit dem Lockdown haben sie ganz neue Gebiete für sich entdeckt.

So wurden jetzt Bilder von Hirschen aufgenommen, die sich im ein oder anderen Vorgarten des Städtchens häuslich niedergelassen haben und genüsslich das Gras weiden. Bleibt zu hoffen, dass es die Besitzer mit dem typisch englischen, sprich akkuraten Rasen nicht ganz so genau nehmen – möglicherweise hat das Rotwild ihn doch etwas kürzer zurückgelassen als gewünscht. Leicht zerdrückt sowieso...

Pinguine im Zoo unterwegs

Wegen der Corona-Pandemie bleiben zur Zeit auch Aquarien und Zoos geschlossen: Gähnende Leer auf den sonst so bevölkerten Spazierwegen zwischen den Gehegen, menschenleere Gänge vor den riesigen Schaufenstern – niemand ist da. Niemand? Stimmt gar nicht, denn zumindest im Chicagoer Shedd-Aquarium drehen momentan tierische Besucher interessiert ihre Runden, unter anderem Pinguine...

In der Anlage bleiben derzeit natürlich auch die Pforten für Besucher geschlossen – Grund genug für einige der tierischen Bewohner, einfach mal die Seiten zu wechseln und das Aquarium ganz nach Art der Menschen zu erkunden. Mitarbeiter des Shedd haben nun auf Instagram herrliche Szenen davon gepostet. Zum Beispiel diesen Pinguin, der sich mit einem Weißwal zu unterhalten scheint:

Noch mehr tolle Aufnahmen und Videos aus dem Chicagoer Shed-Aquarium, in dem Tiere statt Menschen zu Beobachtern werden, gibt's hier.

Coronavirus – Alle wichtigen Infos
Coronavirus – Alle wichtigen Infos

Wegen des Coronavirus wird auch das Meerwasser in Küstennähe deutlich klarer als sonst. Jetzt sind in den sonst so schmutzigen und vollen Häfen Sardiniens seit langem wieder Delfine gesehen worden. Auch in deutschen Zoos herrscht vor allen Gehegen zurzeit Stille. Das merken auch die dortigen Insassen, die die ruhige Umgebung nicht gewohnt sind – die Zoo-Tiere scheinen sich regelrecht zu langweilen...

Wichtig auch, was Sie in Zeiten der Corona-Krise zum Thema Hundehaltung wissen müssen. Traurig: Erst kürzlich musste sich die Fangemeinde vom Instagram-Kulthund Marnie The Dog verabschieden.

Sie möchten mehr erfahren? Dann sehen Sie sich gern auf unserer Themenseite Haustier um. Und wer noch Lust auf tierische Knobeleien hat: In unserer Rätselvideoreihe "Hundekreuzungen" haben sich einige Hunderassen gepaart, die Sie doch sicher kennen. Oder?

Hundekreuzungen - Videorätsel
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