Aktualisiert: 30.03.2020 - 19:32

Betrüger unterwegs Das Geschäft mit der Krise: Preise bei Schutzkleidung explodieren

Seit dem Ausbruch des Coronavirus sind die Preise für Schutzkleidung in die Höhe geschnellt.

Foto: imago images / ULMER Pressebildagentur

Seit dem Ausbruch des Coronavirus sind die Preise für Schutzkleidung in die Höhe geschnellt.

Die Corona-Pandemie sorgt für eine ungeahnte Nachfrage nach Schutzkleidung und Atemschutzmasken für Ärzte und Klinikpersonal. Die Preise am Markt explodieren – und Betrüger versuchen sich an der Not zu bereichern.

Damit das Klinikpersonal im Krankenhaus oder Pfleger in Altenheimen richtig arbeiten und sich und die Patienten schützen können vor allerlei Ansteckungen, benötigen sich entsprechende Schutzkleidung. In Zeiten der Corona-Krise ist die richtige schützende Kleidung mehr denn je von Wichtigkeit, um die Ausbreitung des Virus nicht weiter zu fördern und eventuell Menschenleben zu gefährden. Doch auf die Krankenhäuser, Arztpraxen und Altenheime kommen schwierige Zeiten zu, denn die Preise für Schutzkleidung und Atemmasken steigen rasant. Zudem sind die benötigten Mengen nicht verfügbar. Alle Infos im Überblick.

Betrüger und hohe Preise bei Schutzkleidung

Der Bedarf an passender Schutzkleidung ist in Deutschland durch die Corona-Krise drastisch angestiegen. Entsprechend hat diese Situation zu einer Preisexplosion bei den benötigten Artikeln geführt. WDR, NDR und die "Süddeutsche Zeitung" haben gemeinsam recherchiert und Informationen zusammengetragen, die fassungslos machen. So sei etwa der Einkaufswert für FFP2-Atemschutzmasken innerhalb weniger Tage von 0,45 auf 13,52 Euro pro Stück gestiegen. Dies sei eine Preissteigerung von 3000 Prozent.

Auf dem Markt für die dringend benötigte Schutzkleidung herrsche "Chaos" und auch Betrüger findet man mittlerweile unter den Anbietern der Waren. "Es ist Wildwest. Jeder versucht jetzt, sich zu bereichern, die Not der Krankenhäuser auszunutzen", so Olaf Berse, der Geschäftsführer von Clinicpartner. Clinicpartner ist eine Einkaufsgemeinschaft für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen. Hinzu kommt, dass die Angebote teilweise recht kriminell seien. Es werden gefälschte Zertifikate vorgelegt oder Filter seien nicht funktionsfähig. Dies führt natürlich zu einer Gefährdung des Personals und der Patienten, vor allem in den Zeiten des Coronavirus.

Laut des Medienberichts warnt auch die Gewerbeaufsicht in Niedersachsen vor einem Betrüger. Ein fiktiver Arzneimittelgroßhändler aus Bremen verschicke ein gefälschtes Zertifikat.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte ein Eingreifen des Staates. "Das ist nichts, was der Markt auch nur im Ansatz lösen könnte", so Lauterbach gegenüber NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Er fordere die Schaffung einer Bundesagentur, die Firmen in Deutschland mit der Produktion beauftragen solle.

Immerhin: Privatpersonen müssen nicht auf die medizinischen Mundschütze zurückgreifen. Denn die bringen nur etwas, um andere vor den eigenen Keimen zu schützen. Für diesen Zweck reichen aber selbstgemachte Expemplare! So nähen Sie Ihren eigenen Mundschutz.

In diesen Zeiten besonders wichtig, um sich und andere zu schützen:

Richtig Hände waschen
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