Aktualisiert: 29.03.2020 - 18:58

Effekte durch das Coronavirus Wie sich unser Leben positiv verändern könnte

Die Einkäufe für ältere Personen zu übernehmen, ist eine der erfreulichen Seiten der Corona-Krise.

Foto: iStock/Daisy Daisy

Die Einkäufe für ältere Personen zu übernehmen, ist eine der erfreulichen Seiten der Corona-Krise.

Geschäfte schließen, die Straßen sind leer. Das Coronavirus hat Deutschland in eine Krise gestürzt. Doch es kann auch zu positiven Veränderungen kommen.

Es ist ein Einschnitt in unseren Alltag, den sich wohl nur die wenigsten vorstellen konnten. Menschenleere Straßen, ausverkaufte Ware, geschlossene Geschäfte und Schulen – auf der anderen Seite überfüllte Krankenhäuser und Millionen Menschen im Home Office. Abgeschnitten vom normalen Alltag, der sonst draußen vor der eigenen Haustür wartete.

Ja, die Corona-Krise trifft uns alle. Und zwar hart. Vor allem der Wirtschaft drohen durch das Virus negative Konsequenzen. Millionen Menschen bangen um ihre Jobs und unternehmerische Existenzen, immer mehr Firmen beantragen Kurzarbeit.

Es sind zweifelsohne schwere Zeiten. Doch eine Krise ist nicht nur im negativen Sinne zu verstehen. Das Coronavirus kann unser Leben zum Positiven verändern – und damit die Welt auch vielleicht zu einer besseren machen.

Unser Leben kann sich durch die Coronavirus-Krise positiv verändern

Da ist zum einen die gesellschaftliche Perspektive. Die Deutschen gelten mitunter klischeehaft als unterkühlt, vielleicht sogar als wenig gemeinschaftlich und gesellig. Das Coronavirus zeigt, dass es auch anders geht. Als Dank und Anerkennung für den Einsatz der vielen Personen in "systemrelevanten" Berufen, wie zum Beispiel Erzieher, Pfleger, Ärzte, Krankenschwestern oder Supermarkt-Mitarbeiter, klatschen Menschen von ihren Balkonen laut und minutenlang.

Auch die Bundeskanzlerin sprach den wichtigsten Personen in der Krise ihren Dank aus. Vielleicht, ja ganz vielleicht, wird es in Zukunft dazu führen, dass die geringe Bezahlung in der Pflege oder in der Kinderbetreuung endlich angehoben wird. Denn jetzt sehen ALLE, wie wichtig diese Menschen für uns alle sind. Warum vor allem die Frauen unter die "systemrelevanten" Berufe fallen und uns durch die Corona-Krise retten, können Sie hier nachlesen.

Neues Gemeinschafts- und Solidaritätsgefühl

Bilder aus Großstädten zeigen auch ein neues Gemeinschafts- und Solidaritätsgefühl. An Plätzen und Zäunen hängen Menschen Tüten mit Lebensmitteln oder Kleidung an, damit auch Obdachlose oder Menschen mit weniger prall gefülltem Geldbeutel versorgt sind. Nachbarn tauschen sich untereinander wieder mehr aus und bieten Hilfe an, tätigen Einkäufe für andere – vor allem aber auch für ältere Personen, die zur Risikogruppe gehören und möglichst zuhause bleiben sollen, um die Ansteckungsgefahr für sie zu minimieren. Es wäre wunderbar, wenn diese Solidarität auch nach der Krise innerhalb der Bevölkerung erhalten bliebe.

Doch schon nach wenigen Wochen verfluchen viele die Zeit in den eigenen Vier Wänden, fühlen sich gar eingesperrt. Ja, tatsächlich müssen wir uns alle gerade einschränken und auf einen Großteil unserer wertvollen Freiheit verzichten. Doch auch hier gibt es Vorteile, wenn man nur genau hinschaut.

Quarantäne ermöglicht uns Entschleunigung

Von Freizeitstress und Arbeit getrieben haben wir nun erstmals die Chance, richtig zu entschleunigen. Klar, viele von uns finden diese Ruhe und Erholung vor allem, wenn Sie Urlaub machen in der Ferne. Das geht nun nicht mehr – dafür kommen wir zuhause wieder richtig runter. Es sind die einfachen Dinge, auf denen nun der Fokus liegt: mal wieder selbst kochen, mehr Zeit mit der Familie (sofern man die Quarantäne unter einem Dach verbringt), ein gutes Buch lesen, was schon viel zu lange verstaubt im Regal stand, die alte Schulfreundin anrufen, die man schon ewig nicht mehr gesprochen hat. Und gleichzeitig lernen wir wieder, die kleinen Freuden des Alltags wertzuschätzen. Die Vorfreude darauf, in der Frühlingssonne bei einem Glas Wein draußen im Lokal mit Freunden zu sitzen, wächst schon jetzt.

Und auch unser Blick auf die Natur wird sich mit der Krise verändern. Ein Spaziergang über die Felder oder auch nur ein kurzer Abstecher in den Wald sind zurzeit noch erlaubt und werden für viele Menschen zum essenziellen Bestandteil ihres Alltags. Denn viel mehr ist aktuell einfach nicht drin. Wir nehmen die Natur wieder als wertvoll wahr – genauso wie Sport und Bewegung.

Fit & gesund durch die Coronakrise
Fit & gesund durch die Coronakrise

Bewegung wird wieder mehr geschätzt

Gerade in Selbstisolation neigt man nämlich dazu, es sich auf dem Sofa so richtig bequem zu machen. Doch auch das wird irgendwann langweilig – und macht sich spätestens nach ein paar Wochen im Rücken bemerkbar. Wie wichtig ausreichend Bewegung ist, wird spätestens jetzt auch allen Fitnessstudio-Muffeln klar. Denn das hat ja jetzt zu.

Also Yoga-Matte rausholen und ein Home-Workout vor dem Fernseher machen! Joggingschuhe anziehen und eine schnelle Runde durch den Park laufen. Uns wird wieder bewusst, dass wir mehr auf unseren Körper achten müssen.

Das Coronavirus stellt unseren kompletten Alltag um. Es ist gerade ein anderes Leben – es muss aber nicht viel schlechter sein als vorher.

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Auf unserer Themenseite Coronavirus informieren wir Sie über alles, was sich die Menschen derzeit angesichts der angespannten Lage fragen. Etwa, wie Sie sich am besten vor dem Coronavirus schützen können und welche Auswirkungen das Coronavirus Sars-CoV-2 auf Deutschland hat. Erfahren Sie auch, wie sich der Shutdown auf unser ganzes Leben auswirkt.

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