Aktualisiert: 30.03.2020 - 20:27

Isolation und räumliche Enge Coronakrise: Das können wir von Astronauten lernen

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Die Psyche in der Corona-Krise: 6 Tipps für mentale Gesundheit

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In Zeiten der Isolation und der Angst lohnt es sich zu schauen, wie Profis damit umgehen. Lesen Sie mal, was wir von Weltraumfahrern wie Alexander Gerst alles lernen können.

Die Corona-Krise hat uns alle fest im Griff, wir sind in Quarantäne und müssen das Beste daraus machen. Freunde, Kollegen und Eltern nicht sehen dürfen, den ganzen Tag daheim sein. Es ist nicht zu ändern und auch wichtig, jetzt zuhause zu bleiben, um das Gesundheitssystem zu entlasten und unsere Mitmenschen nicht krank zu machen. Aber was kann man gegen den Lagerkoller tun? Viele Experten kamen bisher zu Wort. Aber wer kennt sich mit Isolation und Leben auf engem Raum wirklich gut aus? Astronauten! Lesen Sie hier, was sie uns empfehlen.

Coronakrise: Das können wir von Astronauten lernen

Deutschlands berühmtester Weltraumfahrer ist Alexander Gerst. Er ist Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA, war zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS, und verbrachte unglaubliche 363 Tage im All. Isolation und Leben unter psychischen und physischen Extrembedingungen ist für ihn sozusagen beruflicher Allltag.

Alexander Gerst berichtete tagesschau.de von seiner Erfahrung mit Isolation, die er bereits vor den Aufenthalten auf der ISS hinter sich bringen musste: "Wir waren da wirklich isoliert, von der Außenwelt abgeschnitten in einem kleinen Areal in Baikonur in Kasachstan. Das lag in der Nähe der Startrampe, von der wir dann auch in den Weltraum gestartet sind. Und selbst vor diesen drei Wochen in Quarantäne waren wir bereits zwei Wochen in einer Art Selbstquarantäne, um die Infektionsmöglichkeiten zu minimieren."

Das sind die Tipps der Astronauten gegen den Lagerkoller

Während seines Interviews sitzt auch der erfahrene Astronaut daheim im Home Office in Köln, um seine Außenkontakte auf ein Minimum herunterzuschrauben. In einer Art virtuellen Talkshow auf Initiative von Asteroid Day und der Europäischen Weltraumorganisation (Esa), teilten Gerst und seine Kollegen vor einigen Tagen ihre Tipps mit den Menschen. "Es ist sehr wichtig in solchen Zeiten, dass man positiv nach vorne schaut".

"Wir sollten das Beste daraus machen"

Gerst möchte Optimismus verbreiten: "Jeder von uns hier ist in der Situation zum allerersten Mal, und wir sollten das Beste daraus machen. Das ist nicht immer einfach, zumal es manche Menschen sehr hart trifft. Aber letztendlich wird es für mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sorgen, wenn wir gemeinsam neue Horizonte überwinden."

Herausforderung stärkt das Gemeinschaftsgefühl

Gerst sei "sehr positiv, dass wir alle zusammen das hinkriegen". Auch er hält die Quarantäne für ein wirkungsvolles Mittel, die Krankheit einzudämmen. Die Kontrolle über eine Situation, sei auch in seinem Beruf sehr wichtig, vor allem um Ängsten vorzubeugen.

Wenn es in der Isolation einmal doch einmal Meinungsverschiedenheiten komme, sei es wichtig "den Standpunkt des anderen als Bereicherung" anzusehen. D.h. ein Austausch über kontroverse Themen sei besser als ein Streit. Denn, so Gerst weiter, "wenn man lange zusammen im selben Raum ist, muss man aufeinander aufpassen". Der Astronaut weiß, wovon er spricht, denn er lebte zusammen mit seinen Kollegen Serena Aunon-Chancellor und Sergej Prokopjew in einer Art Space-Dreier-WG auf der Internationalen Raumstation.

Persönlicher Rückzugsraum ist wichtig

Bei aller Rücksicht sei aber auch ein Rückzugsraum wichtig. Viel Platz hatten die Astronauten nicht, da mussten ihre Schlafkabinen genügen, auch wenn diese nicht abgeschlossen wurden: "Denn wenn man um die Möglichkeit weiß, sich zurückziehen zu können, ist die Notwendigkeit gar nicht mehr so groß."

Balance zwischen Arbeit und Freizeit durch Grenzen

Da viele Menschen in der Coronakrise zurzeit oft am selben Ort lebten und arbeiteten, wie die Astronauten im All auch, müssten sie unbedingt auf ein Gleichgewicht achten und klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit ziehen. So wie in "normalen" Zeiten auch.

Der ehemalige Esa-Astronaut Thomas Reiter plädierte für eine gesunde Portion Pragmatismus und fügte hinzu, es sei wichtig, sich auf die Dinge zu fokussieren, die man verändern könne. Unabänderliches müsse man hingegen akzeptieren. Außerdem solle man seine Routinen in der Isolation nicht aufgeben und nicht einfach in den Tag hinein leben.

Das Wort 'social distancing' ist unglücklich

Gerst sagte im Vorfeld des Talks: "Wir wollen zeigen, dass wir im Moment alle zusammen in dieser herausfordernden Situation sind und diese zusammen meistern können. Deswegen finde ich auch das Wort 'social distancing' sehr unglücklich gewählt. Es geht ja eben nicht darum, dass man sich sozial von anderen Menschen entfernt, sondern nur physisch und biologisch. Aber sozial ist es sehr wichtig, dass man weiter eingebunden ist, dass auch Kinder die Zeit nutzen und sehen, dass es noch mehr da draußen gibt als die Nachrichten über Corona. Und ich wünsche mir, dass wir auch ein bisschen inspirieren, über Grenzen hinweg." Diesen Worten können wir uns nur anschließen!

Quelle: tagesschau.de

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