27.03.2020 - 20:20

Für die Vierbeiner Während Corona-Krise: Hunde-Beschäftigungen zu Hause

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Auch in der Wohnung kann Körper und Geist der Hunde trainiert werden.

Foto: iStock/miodrag ignjatovic

Auch in der Wohnung kann Körper und Geist der Hunde trainiert werden.

Das Coronavirus verbreitet sich weiter, doch auch trotz Kontaktverboten und Ausgangssperren können Sie Ihren Hund in den eigenen vier Wänden beschäftigen.

Während der Corona-Krise müssen Hundehalter kreativ werden, um den Vierbeinern Hunde-Beschäftigungen für zu Hause zu bieten. Natürlich können Sie auch weiterhin mit Ihrem Vierbeiner Gassi gehen, achten Sie dabei allerdings auf den nötigen Abstand zu anderen Hundebesitzern. Hundetreffs sind momentan tabu, doch auch in der Wohnung gibt es zahlreiche Möglichkeiten Ihren Hund zu beschäftigen.

Hunde-Beschäftigungen zu Hause

Social Distanzing, Homeoffice, Ausgangssperren – Hundebesitzer stehen vor vielen neuen Herausforderungen, wenn es darum geht, den Hund zu bespaßen. Wir zeigen Ihnen, dass Sie Ihren Hund, trotz der aktuellen Beschränkungen, auch innerhalb der Wohnung beschäftigen können. Von erzieherischen Maßnahmen, über Massagen, Sportprogramm mit Hund und Erster-Hilfe-Training ist alles dabei.

Kommandos auffrischen

Hunde lernen ihr ganzes Leben lang und sind bis ins hohe Alter dazu fähig, sich Kommandos, Regeln und Verhaltensweisen anzueignen. Tatsächlich sind auch fast alle Hunde in der Lage dazu, zu apportieren, also dazu Gegenstände heranzubringen. Wussten Sie, dass ihr Hund Ihnen eine Hilfe dabei sein kann, verlorene Gegenstände wiederzufinden oder Ihnen beim Tragen helfen kann?

Spazieren Sie dafür in der Wohnung umher und lassen Sie, wenn Ihr Hund Sie dabei beobachtet, einen Gegenstand, den Sie häufig benutzen, zum Beispiel Ihren Geldbeutel, fallen. Ihr Hund wird sofort herausfinden wollen, was da liegt. Belohnen Sie diese Neugier mit einem Lob und dem "Sitz"-Kommando. Oft reichen wenige Wiederholungen aus, um das "Zeig es mir"-Signal zwischen dem Fallenlassen des Objekts, dem Absitzen und dem Berühren mit der Schnauze einzuführen. Ihr Hund lernt so schnell, verlorene Gegenstände anzuzeigen, ohne sie zu zerbeißen.

Die Weiterführung der "Zeig es mir"-Übung ist das "Heb auf"-Signal. Zeigen Sie mit einem Stock oder einem Kochlöffel auf ein Spielzeug des Hundes. Wenn er es nimmt, geben Sie das Kommando "Heb auf" und ein dickes Lob. Sitzt dieses Kommando, können Sie dazu übergehen Ihren Hund Taschentücher, alte Kleidungsstücke oder andere Gegenstände, die das Maul des Hundes nicht verletzen können, aufheben zu lassen.

Auch Hunde lieben Massagen

Ängstliches Verhalten führt auch bei Hunden zu Verspannungen im Nacken- und Rückenbeeich. Dagegen hilft eine wohltuende Massage. Wir zeigen Ihnen ein paar Massagegriffe für Ihren Hund. Machen Sie aus der Massage ein Ritual, damit ihr Vierbeiner weiß, dass jetzt etwas angenehmes und entspannendes auf ihn zukommt und beenden Sie es mit einem Leckerli. Legen Sie dazu zunächst eine Decke bereit, auf der Sie ihren vierbeinigen Gefährten ablegen und begeben Sie sich auf Augenhöhe mit dem Hund.

Besondere Vorsicht ist bei der Massage der Pfoten geboten, für viele Hund sind diese Berührungen zunächst ungewohnt und sie ziehen die Pfötchen deshalb gern zurück. Ihr Liebling wird allerdings schnell merken, dass es ihm gut tut und die Massage zulassen. Streichen Sie zur Massage der Vorderpfoten mit leichtem Druck von oben nach unten und wiederholen Sie dies einige Male. Nehen Sie dann eine Pfote in die Hand und spreizen Sie die Ballenunterseite, indem Sie mit dem Daumen auf den Ballen drücken, während die anderen Finger an der Pfote bleiben. Drücken Sie die Pfote leicht zusammen, lassen Sie wieder los und wiederholen Sie auch das einige Male.

Nach den Pfoten kommen jetzt die Nacken- und Rückenmassage an die Reihe. Bitte beachten Sie, dass die Wirbelsäule Ihrer Vierbeinern extrem empfindlich ist, da hier viele Nervenstränge verlaufen. Üben Sie auch keinen direkten Druck auf die Wirbelsäule aus. Heben Sie das Nackenfell leicht an und legen es sanft wieder an den Hals. Wiederholen Sie diesen Vorgang einige Male. Mit dieser Methode arbeiten Sie sich seitlich an der Wirbelsäule entlang nach hinten, wobei dabei nur jede Stelle einmal massiert wird. Finden Sie während der Massage ungewöhnliche Verhärtungen oder Verknotungen, sollten Sie einen Tierarzt kontaktieren.

Zuletzt ist die Kopfmassage an der Reihe. Dazu setzten Sie sich vor Ihren Hund und legen Sie Ihre Hände unter die Schnauze. Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand ziehen sanfte Kreise oberhalb der Augen. Variieren Sie dabei die Größe der Kreise und den Druck. Auch die Ohren können Sie sanft, aber mit mäßigem Druck kneten. Zuletzt streichen Sie dreimal mit festem Druck von der Nase über den Nasenrücken und die Nasenwurzel zu den Augen bis hin zum Nacken.

Fitness-Tipps für ein tierisches Workout zuhause

Nicht nur Hunden tut Bewegung gut. Auch Herrchen und Frauchen können gemeinsam mit Ihren flauschigen Lieblingen Sport treiben. Wie man zu Hause das eigene Workout mit einer wunderbaren Beschäftigungseinheit und Training für den Hund verbinden kann, zeigt Rover.com, das weltweit größte Netzwerk für 5-Sterne-Hundesitter und Dog Walker. Die “Dog People” haben gemeinsam mit Fitnesstrainern diese 5 Übungen für ein einfaches und effektives Heim-Sportprogramm mit Hund zusammengestellt:

Zum Aufwärmen am besten zwei bis drei Minuten auf der Stelle joggen, oder – wenn genügend Platz da ist – gemeinsam mit dem Hund ein Paar Runden in der Wohnung drehen. Eine gute Motivationshilfe für den Hund sind natürlich (gesunde) Leckerli, sollte eine einfache Aufforderung nicht reichen. Nicht vergessen: Am Ende gibt es für Bello, Waldi und Co. eine Belohnung in Form von einer ausgiebigen Streicheleinheit

  • Übung 1: Squats und Pfötchen geben: Squats, Kniebeugen auf deutsch, mögen sehr simpel klingen, sind aber ein tolles Workout für verschiedene Muskelgruppen und zudem kann der vierbeinige Freund hier ganz einfach eingebunden werden. Dazu Schulterbreit hinstellen und die Hüfte senken, dabei das Gewicht auf die Fersen verlagern und den Oberkörper gerade halten. Die Knie sollten in einer Linie mit den Zehen sein. Um den tierischen Trainingspartner mit einzubeziehen, beide Vorderpfoten nehmen und hoch halten, während er/sie steht. Nun in die Hocke gehen, dabei kann sich der Vierbeiner ebenfalls herunterbeugen. Anschließend kehren beide in eine stehende Position zurück. Die Übung wiederholen.
  • Übung 2: Slalom im Wohnzimmer: Das so genannte Agility-Training für Hunde, das Geist und Körper trainiert, bringt zu Hause auch Frauchen und Herrchen auf Trab und macht vor allem Spaß. Einfach kleine Hindernisse (Becher, Toilettenpapierrollen oder ähnliches) mit genügend Abstand zueinander in einer Reihe aufstellen – quer durch die Wohnung oder auch in einem genügend großen Raum. Je nachdem, wie gut der vierbeinige Freund schon trainiert ist, kann ihn ein Leckerli, ein Spielzeug oder auch einfach eine kurze Aufforderung ermutigen, dem Herrchen/Frauchen zu folgen und um die Hindernisse im Slalom herumzulaufen. Level steigern: Mit der Zeit kann das Tempo erhöht werden, um die eigene Ausdauer und Koordination und die des Hundes zu verbessern.
  • Übung 3: Lunges mit Streicheleinheit: Jetzt geht es an die Beine und den Gleichgewichtssinn und für den vierbeinigen Freund gibt es eine extra große Streicheleinheit. Zunächst einen tiefen Ausfallschritt machen (Knie in einer Linie mit dem Knöchel) und dabei den Hund anweisen Sitz zu machen. 10 Sekunden halten. Anschließend mit dem anderen Bein wiederholen und den Hund erneut auffordern Sitz zu machen. Auch hier 10 Sekunden halten und anschließend Schritt 1 und 2 mehrfach wiederholen. Nun auf das linke Bein stellen und den Hund auffordern, sich hinzulegen. Auf einem Bein stehend, sich so weit vorbeugen, dass der Hund gestreichelt werden kann. In die Ausgangsposition zurückkommen. Nach fünf Wiederholungen das Bein wechseln.
  • Übung 4: Sit(z)!-Ups: Und auch beim Bauchtraining kann der vierbeinige Freund einfach integriert werden. Mit angewinkelten Beinen und aufgestellten Füßen auf den Rücken legen. Dabei das Lieblingsspielzeug des Hundes mit beiden Händen vor der Brust halten und dem Hund zeigen. Anschließend einen halben Sit-up machen und den Oberkörper dort halten, wo sich die Bauchmuskeln anspannen. Für mehr Intensität können die Füße vom Boden gehoben werden. Nun den Oberkörper von einer Seite zur anderen drehen und bei jeder Wiederholung kurz anhalten, um den Hund zu ermutigen den Händen/Spielzeug nachzujagen. Die Bewegungen langsam und kontrolliert ausführen und nicht vergessen den Vierbeiner zwischen den Durchgängen zu belohnen.
  • Übung 5: Planks: Eine der besten Core-Übungen sind Planks – eine starke Körpermitte ist wichtig, gerade jetzt, wenn im Home Office viel gesessen wird. Während dieser Aktivität bewegen sich Mensch und Hund nicht nur gemeinsam, sondern hier wird auch der Gehorsam des Vierbeiners auf die Probe gestellt. Ziel ist es, dass sich dieser voll und ganz auf Herrchen oder Frauchen und die vor ihm liegende Aufgabe konzentriert. Das Lieblingsspielzeug des Hundes in die rechte Hand nehmen und sich in den Unterarmstütz (Plank) begeben. Die Füße sollten dabei schulterbreit voneinander entfernt sein und Rücken und Beine eine gerade Linie bilden. Nun das Gewicht auf den linken Arm verlagern, den rechten Arm ausstrecken und ihn nach links bewegen. Die Übung 5 Mal mit dem rechten Arm wiederholen und dann die Seiten wechseln. Während der Übung sollte der Hund ermutigt werden, dem Spielzeug von links nach rechts hinterherzujagen.
  • Weitere Übungen: Allen, denen das gemeinsame Trainieren mit dem tierischen Freund zu Hause so viel Spaß gemacht hat, dass sie noch mehr Übungen wollen: Auf dem Blog von Rover gibt es noch weitere tolle Übungen, um gemeinsam im eigenen Heim fit zu bleiben

Erste Hilfe für den Hund trainieren

Es ist immer sinnvoll sich und natürlich auch den Hund auf eventuelle Unfälle vorzubereiten, damit Sie zu Beispiel einen verunfallten Hund auf einer Decke sicher transportieren und ins Auto heben können. Vergewissern Sie sich bevor Sie die Erste-Hilfe-Griffe üben, ob der Hund sich überall entspannt angreifen lässt, das ist auch im Notfall wichtig. Heben Sie die Pfoten, schauen Sie ins Maul und in die Ohren, untersuchen Sie die Augen usw.. Auch die Seitenlage kann geübt werden. Lässt der Vierbeiner alles ruhig ausführen, ist natürlich ein Lob an der Tagesordnung, gerne in Form von gesunden Leckerli. Die Untersuchungen zuhause können außerdem dabei helfen, den kleinen Gefährten die Angst vor dem Tierarzt zu nehmen.

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Das aktuell grassierende Coronavirus wirft für Hundehalter einige Fragen auf. Was machen Halter unter Quarantäne mit ihrem Hund?Oder auch: Kann mein infiziertes Haustier mich anstecken? Alles rund um die geliebten Haustiere finden Sie auch auf unserer Themenseite.

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