01.04.2020 - 12:08

Bis zu 25.000 Euro! Bußgeldkataloge der Bundesländer: Verstöße gegen Corona-Vorschriften werden teuer

Die Polizei kontrolliert, ob sich die Menschen an die Corona-Vorschriften halten. Verstöße werden geahndet. Für viele Bundesländer in  Deutschland gibt es jetzt einen Bußgeldkatalog.

Foto: imago images / Rene Traut

Die Polizei kontrolliert, ob sich die Menschen an die Corona-Vorschriften halten. Verstöße werden geahndet. Für viele Bundesländer in Deutschland gibt es jetzt einen Bußgeldkatalog.

"Bleiben Sie zu Hause" ist längst keine Bitte mehr, sondern mittlerweile Teil der erlassenen Maßnahmen, um das Coronavirus einzudämmen. Wer sich nicht daran hält, wird bestraft. Jetzt gibt es konkrete Angaben zu den Bußen.

Jeder soll sich in Corona-Zeiten an die Kontaktsperre und Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus halten. Wer das nicht tut, wird hart bestraft. Viele fragten sich bereits, wie hoch die Bußgelder bei einem Verstoß wohl ausfallen. Bis jetzt war nur klar: Es drohen Strafen bis zu 25.000 Euro! Nordrhein-Westfalen hatte bereits vergangene Woche einen Bußgeldkatalog aufgestellt, der genau definiert, wie hart bei einem Vergehen gegen die Corona-Vorschriften bestraft wird. Jetzt folgen immer mehr Bundesländer. Die Straftaten und Kosten in der Übersicht.

Nichtbeachtung der Corona-Vorschriften: Diese Bußgelder drohen in NRW

Für alle aufgelisteten Verstöße und Bußgelder gilt: Sie sind jeweils nur ein Teil des Katalogs.

Beispiele für Nordrhein-Westfalen, wie tief Sünder dort in die Tasche greifen müssen:

  • 200 Euro Strafe für Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern
  • 200 Euro, wenn bei einer Beerdigung der Mindestabstand von 1,5 Metern oder die Hygiene-Vorkehrungen nicht eingehalten werden
  • 200 Euro, wer Außerhaus-Speisen und Getränke im Umkreis von weniger als 50 Metern einer gastronomischen Einrichtung zu sich nimmt
  • 250 Euro, wenn sich mehr als zwei Personen öffentlich treffen, die von keiner Ausnahmeregelung betroffen sind
  • 250 Euro-Buße für Grillen und Picknicken
  • 4000 Euro Strafe für das Weiterbetreiben eines Restaurants
  • 5000 Euro, wenn eine Disco, eine Bar oder ein Fitnessstudio weiterhin geöffnet bleibt

Achtung: 25.000 Euro können fällig werden, wenn man als "Wiederholungstäter" auffällig wird.

Achtung: Bei wiederholten Verstößen kann es bis zu 25.000 Euro teuer werden.

Bußgelder in Baden-Württemberg

  • 100 bis 1000 Euro, wer sich mit mehr als zwei Personen, die nicht zur Familie gehören, auf Straßen und Plätzen aufhält
  • bis 500 Euro für Pendler, die keine Pendlerbescheinigung mitführen
  • bis 1000 Euro, wer gegen die Fahrt- und Reiseverbote verstößt
  • 250 bis 1500 Euro, wer trotz Verbots ein Krankenhaus oder ein Pflegeheim besucht
  • 2500 bis 5000 Euro, wer einen wegen Corona geschlossenen Friseursalon, eine Bar oder einen Club trotzdem weiterbetreibt

Auch hier gilt: Wiederholungstäter können mit bis zu 25.000 Euro belangt werden.

Bußgelder in Bayern

  • 150 Euro bei Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen (z.B. kein triftiger Grund fürs Verlassen der Wohnung, Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen nicht eingehalten)
  • 500 Euro Strafe für Besuche in Pflegeheimen und Krankenhäusern
  • 5000 Euro für Laden- oder Restaurantbesitzer, die unerlaubterweise öffnen

Bei wiederholten Verstößen sollen die Regelsätze verdoppelt, bei fahrlässigem Handeln halbiert werden.

Bußgelder in Brandenburg

Ab dem 2. April gelten folgende Verordnungen:

  • 50 bis 500 Euro, wer mit Personen Kontakt hat, die nicht zum eigenen Haushalt gehören
  • 100 bis 1000 Euro, wer gegen die aktuellen Besuchsregeln für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder andere Betreuungsangebote verstößt
  • 250 bis 2500 Euro, wer gegen die Abstandsregel von 1,5 Metern in Warteschlangen verstößt
  • 1000 bis 10.000 Euro bei Verstößen von Betreibern und Inhabern von Geschäften oder Einrichtungen oder Ausrichtern von Events

Wer wiederholt gegen Bestimmungen verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro rechnen.

Bußgelder in Bremen

Ein Bußgeldkatalog für Verstöße im Zusammenhang mit den Corona-Auflagen ist in Arbeit. Bis er greift, gilt der Strafrahmen des Infektionsschutzgesetz (IfSG, maximal 25.000 Euro, Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren). Zusätzlich gilt:

  • 50 Euro für leichte Verstöße gegen die Regeln
  • 100 bis zu 150 Euro, wenn mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit zusammen sind, die nicht im gleichen Haushalt leben
  • Bei mehr Menschen, die zusammen unterwegs sind, kann es aber deutlich teurer werden

Bußgelder in Hamburg

Der Bußgeldkatalog in der Hansestadt deckt sich mit dem Strafrahmen des IfSG.

Bußgelder in Rheinland-Pfalz

  • 100 Euro, wenn der geforderte Mindestabstand von anderthalb Meter nicht eingehalten wird
  • 200 Euro bei mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit ohne Ausnahmetatbestände
  • 1000 Euro, wenn Vorgaben für Schutzmaßnahmen oder Hygienevorschriften nicht beachtet werden
  • 4000 bis 5000 Euro, wer touristische Übernachtungsmöglichkeiten oder Wohnmobil- bzw. Campingstellplätze zu touristischen Zwecken anbietet
  • 25.000 Euro bei besonders schwerwiegenden Verstößen und im Wiederholungsfall (z.B. Bars, Clubs oder Restaurants trotz mehrfacher Aufforderung nicht geschlossen)

Bußgelder in Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

Ein Bußgeldkatalog für Verstöße im Zusammenhang mit den Corona-Auflagen ist in Arbeit bzw. gar nicht vorgesehen. Bis er greift bzw. als Strafmaß gilt der Strafrahmen des IfSG.

Zugegeben, die Strafen wirken hart, doch nur so scheinen sie abzuschrecken und sicherzustellen, dass sich der Großteil der Bevölkerung an die Corona-Vorschriften hält. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet betonte, dass keine Toleranz "gegenüber Rechts-Brechern im Kampf gegen das Corona-Virus" gelte. Zudem verdeutlichte er auch noch mal: "Die Lage ist ernst. Es geht um Leben und Tod. Das strenge Kontaktverbot wird sicher helfen, das Ansteckungsrisiko schnell zu reduzieren."

Um nochmal alles zu den Regeln zu erfahren, auf die sich Bund und Länder geeinigt haben, um gegen das Coronavirus vorzugehen, schauen Sie unser informatives Video:

Kontaktsperren in der Corona-Krise: Diese Regeln gelten jetzt

Kontaktsperren in der Corona-Krise: Diese Regeln gelten jetzt

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Mehr dazu: Kontaktverbot statt Ausgangssperre: Das ist zu beachten!

Jeden Tag gibt es neue Nachrichten zur Corona-Lage in Deutschland und weltweit. Die Informationen zum Corona-Bußgeld-Katalog ist nur eine dieser Neuigkeiten. Möchten Sie auch morgen wieder lesen, wie sich die Lage weiterentwickelt hat sowie erfahren, ob Sie im Fall einer Quarantäne noch mit dem Hund rausgehen dürfen oder wie es beispielsweise um den Corona-Test der Bundeskanzlerin steht, schauen Sie auf unserer Coronavirus-Themenseite vorbei. Dort gibt es eine Vielzahl an Artikeln zu diesem Thema.

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