23.03.2020 - 19:47

Anlässe trotz Coronavirus Finden Hochzeiten und Beerdigungen überhaupt noch statt?

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Menschenansammlungen sind wegen des Coronavirus’ verboten. Darf man in diesen Zeiten dann überhaupt noch heiraten?

Foto: Виктор Высоцкий

Menschenansammlungen sind wegen des Coronavirus’ verboten. Darf man in diesen Zeiten dann überhaupt noch heiraten?

Hochzeiten und Beerdigungen sind Ereignisse im Leben, bei denen viele Menschen dabei sind. Dürfen sie trotz des Coronavirus stattfinden?

Es sind zwei der wichtigsten Momente im Leben, in denen gelacht und geweint wird: nicht allein, sondern gemeinsam mit lieben Menschen. Auf Hochzeiten, aber auch Beerdigungen treffen viele Personen aufeinander – um das Glück eines Paares zu feiern oder aber einem engen Vertrauten die letzte Ehre zu erweisen.

In Zeiten des Coronavirus aber hat sich das alltägliche Leben drastisch verändert. In einigen Bundesländern gibt es verschärfte Ausgangsbeschränkungen. Kann man überhaupt noch Hochzeiten feiern und auf Beerdigungen gehen? Dort sein, wo sich viele Menschen auf engstem Raum begegnen?

Coronavirus: Sind Hochzeiten und Beerdigungen noch möglich?

Beide Anlässe werden erst zu besonderen Ereignissen, weil Personen daran teilhaben. Hochzeiten und Beerdigungen sind nicht dasselbe, wenn niemand da ist. Bei Hochzeiten ist ein Problem, dass viele Paare Monate oder sogar Jahre im Voraus geplant, gespart und Kalkulationen aufgestellt haben für den schönsten Tag im Leben.

Da Partys und Veranstaltungen mittlerweile überall verboten sind, ist es naheliegend, das Fest abzusagen oder zu verschieben. Laut des Bundes Deutscher Hochzeitsplaner (BDHO) kann eine Location, die bereits gebucht wurde, storniert werden, wenn die Feier in den Zeitraum fällt, in dem Veranstaltungen gesetzlich verboten sind.

Hochzeitsplaner stehen vor schweren Zeiten

Hochzeitsplaner muss man für die vor der Hochzeitsfeier erbrachte Dienstleistung bezahlen, heißt es laut BDHO. Damit würden viele Paare zumindest nicht auf allen Kosten sitzen bleiben. Doch die Enttäuschung sitzt bei vielen natürlich tief.

Eine Lösung, wie es in den kommenden Wochen weitergeht, ist auch für viele Hochzeitsplaner noch nicht ersichtlich. Auch sie stehen vor schweren finanziellen Zeiten, sollten weitere Hochzeiten in den kommenden Monaten abgesagt werden.

Beerdigungen können eingeschränkt stattfinden

Eine Hochzeitsfeier kann man für ein bestimmtes Datum einplanen. Wann ein Mensch verstirbt, jedoch nicht. Das macht es für Angehörige und Bestatter während der Corona-Krise besonders schwer, Beerdigungen stattfinden zu lassen.

Doch es gibt zumindest eine gute Nachricht. Sogar in Bundesländern mit verschärften Ausgangsbeschränkungen, wie zum Beispiel Bayern, können Beisetzungen stattfinden. Allerdings mit deutlichen Einschränkungen und unter strengen Auflagen des Gesundheitsministeriums.

"Online-Übertragungen können eine Alternative sein"

Generell empfiehlt der Bundesverband Deutscher Bestatter, Beerdigungen während der Corona-Krise lediglich im engsten Familienkreis durchzuführen. Geschäftsführer Stephan Neuser sagte gegenüber "spiegel.de": "Auch Online-Übertragungen können, wenn die technischen Voraussetzungen bestehen, eine Alternative sein".

Dabei kommt es auch darauf an, ob es sich um eine Urnen- oder Erdbeisetzung handelt. Matthias Liebler, Stellvertretender Vorsitzender des Bestatterverbandes Bayern, sagte gegenüber "idowa.de": "Bei Urnenbestattungen ist es möglich, diese zu verschieben, da es in Bayern keinerlei Bestattungsfristen zu beachten gibt.“ Eine Erdbestattung dagegen müsse innerhalb von 96 Stunden im Freistaat durchgeführt werden.

Abstand halten am Grab

Gottesdienste finden bundesweit nicht statt. Auch Gedenkfeiern wie der "Leichenschmaus" nach Beerdigungen in einem Lokal sind nicht mehr möglich. Sie sollten zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Zudem besagt die Regel, mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen zu halten. Das gilt auch für die Andacht am Grab des Verstorbenen.

Gerade das ist für viele Trauernde besonders schlimm: In der Trauer um die geliebte Person keine Umarmungen und Zuwendungen bekommen zu können. Doch es gibt auch eine Zeit nach dem Coronavirus. Und spätestens dann kann man den Verstorbenen wieder angemessen mit vielen Menschen gedenken – genauso, wie auch schöne Anlässe und Hochzeiten nachzuholen.

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