23.03.2020 - 18:21

Es sind Regeln! Kontaktverbot statt Ausgangssperre: Das ist zu beachten!

Kontaktsperren in der Corona-Krise: Diese Regeln gelten jetzt

Kontaktsperren in der Corona-Krise: Diese Regeln gelten jetzt

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Es handelt sich um Regeln, keine Hinweise – das betont Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den ab sofort geltenden Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Was Sie jetzt beachten müssen.

Endlich gibt es bundesweite Maßnahmen im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2. Damit nicht ungebremst immer mehr Menschen an Covid-19 erkranken, hat die Bundesregierung neun Maßnahmen erarbeitet, die ab sofort für alle Bundesländer gelten. Statt kompletter Ausgangssperre gilt nun erweitertes Kontaktverbot, um das Coronavirus möglichst nicht weiter zu verbreiten. Das ist jetzt zu tun:

Kontaktverbot: Kompromiss für die Gesundheit

Bundeskanzlerin Angela Merkel betont vehement: Es handelt sich hierbei nicht um Empfehlungen, sondern um klare Regeln, die eingehalten werden müssen. Ansonsten müssen nach Ablauf der nun zweiwöchigen Frist doch härtere Saiten aufgezogen werden. Nach Einschätzung von Bund und Ländern sei aber "nicht das Verlassen der Wohnung die Gefahr, die Gefahr ist der enge unmittelbare soziale Kontakt", so Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet.

Ein Kontaktverbot ist kein Hausarrest! Die Kanzlerin weist darauf hin, dass hier ein Kompromiss gefunden werden sollte, um die persönlichen Freiheiten nicht komplett einzuschränken – aber eben so, dass die weitere Ausbreitung des Coronavirus trotzdem effektiv eingedämmt werden kann. Alle betonen: Es geht um Leben und Tod. Daher weisen auch wir darauf hin: Bitte halten Sie sich dran!

Diese neun Regeln gelten ab sofort

  1. Alle Kontakte müssen auf ein absolut nötiges Minimum eingeschränkt werden, ausgenommen sind Angehörige des eigenen Haushaltes.
  2. Es gilt ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen in der Öffentlichkeit.
  3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer zweiten nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des Haushaltes gestattet. Außerhalb der im Haushalt lebenden Familie sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten.
  4. Weiterhin möglich bleiben: Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an dringend erforderlichen Terminen, Hilfe für andere sowie individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft (unter Beachtung der Regeln 2 und 3).
  5. Gruppen von Menschen, etwa zu Feiern, auch im privaten Bereich, sind nicht toleriert.
  6. Gastronomie-Betriebe werden geschlossen. Möglich sind Lieferung und Außer-Haus-Verkauf.
  7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege werden geschlossen: Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios etc.; Weiter möglich bleiben medizinisch notwendige Behandlungen.
  8. In allen Betrieben gilt die absolute Einhaltung der Hygienevorschriften und die Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen.
  9. Diese Maßnahmen gelten für mindestens zwei Wochen.

Warum keine komplette Ausgangssperre?

In Frankreich, Italien und allen voran in der chinesischen Provinz Hubei herrschen striktere Regeln. Warum haben sich die Politiker also auf diese neun noch recht vertretbaren Regeln geeinigt? Einfach aus dem Grund, die Freiheit des Einzelnen so sehr wie nötig, aber so wenig wie möglich einzuschränken. Bundeskanzlerin Merkel hatte bereits im Vorfeld geäußert, dass sie ähnlich große Sorge vor psychischen Problemen innerhalb der Bevölkerung habe wie vor einer weiteren Ausbreitung.

Gerade für Familien kann die Situation sehr schwierig werden: Plötzlich 24 Stunden am Tag zusammen auf oft engstem Raum, Elternteile müssen möglicherweise von zu Hause aus arbeiten, Schulen und Kitas aber sind geschlossen, die Kinder brauchen Betreuung. Ebenso ist die Situation aber auch für allein lebende Menschen eine Herausforderung. Ausgangssperre würde bedeuten: Kontakt wäre gar nicht mehr möglich.

Dennoch müssen wir uns ins Gedächtnis rufen: Sollten diese neun Maßnahmen nicht ausreichen, etwa weil sich zu wenige daran halten, können diese Regeln immer noch verschärft werden.

Also: Bleiben wir unter uns, so gut es geht zu Hause, achten wir aber auch auf unsere Mitmenschen, versuchen wir, etwa über Videochat und Telefon in Kontakt zu bleiben und gönnen wir uns zwischendurch ein bisschen Sonne, frische Luft und Bewegung draußen – unter Einhaltung der obigen neun Regeln zum Kontaktverbot. Nur so schützen wir die Coronavirus-Risikogruppe, aber auch uns selbst und das Gesundheitssystem mit all den Menschen, die gerade unglaublich hart dafür arbeiten, die Erkrankten zu pflegen.

Wie Sie fit und gesund durch die Corona-Krise kommen, sehen Sie unten in unseren Videos:

Fit & gesund durch die Coronakrise
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Wenn wir uns jetzt daran halten, haben wir die Situation hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft überstanden und die Dinge können so schnell wie nur möglich wieder ihren gewohnten Gang gehen. Bleiben Sie gesund!

Weitere Infos finden Sie auf unserer Themenseite zum Coronavirus.

Hier finden Sie eine interaktive Karte über den aktuellen Stand der Infektionen mit Sars-CoV-2 sowohl in Deutschland, in Europa als auch weltweit.

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